Arbeitszeit beim Film bleibt strittig

Filmschnitt Foto: Fotolia/philipimage

In den Tarifverhandlungen zwischen der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen und ver.di ist auch am 14. Januar kein Fortschritt erreicht worden. Für die rund 25.000 Filmschaffenden zeichnet sich damit keine baldige Verbesserung der Arbeitszeitbedingungen durch mehr freie Wochenenden, zusammenhängende freie Tage oder Wochenend-Zuschläge ab. Die Produzentenallianz hat in den bisherigen zwei Verhandlungen den beiden Gewerkschaften BFFS und ver.di noch kein Angebot gemacht, will vielmehr im Jahr 2021 keinerlei Veränderung am Tarifvertrag akzeptieren.

Bereits vor der Pandemie aber erst recht unter den Covid-Gesundheitsschutzauflagen, sind Arbeitszeiten bei Dreharbeiten sowie in der Vor- und Postproduktion extrem lang. Die kurze Freizeit reicht für das nötige Erholungsbedürfnis kaum aus. Zu wenig Zuverlässigkeit auch mal ganze Wochenenden frei zu haben oder tatsächliche 5-Tage-Wochen durch zusammenhängende freie Tage zu erreichen, treiben langfristig Fachkräfte aus den Filmproduktionen.

Auch der Geschlechtergerechtigkeit im Film sind solche Bedingungen nicht zuträglich. Doch eben dieses Ziel müssen Kinoproduktionen verstärkt verfolgen. So sieht es das novellierte Filmfördergesetz vor.

Die Produzentenallianz fordert indes, dass sich im Jahr 2021 gar nichts an den Tarifverträgen ändern solle. Angesichts dieser Haltung hat ver.di dem Arbeitgeberverband der Filmproduzent*innen nun eine Frist für eine Lösung des Tarifkonflikts bis zum 31. März gesetzt. Sonst drohe ein Scheitern der Tarifrunde: „Bei konkreten Arbeitszeitverbesserungen wären wir eventuell bereit gewesen, auch ein Gagenmoratorium zu verabreden. Doch die Produzenten zeigen keinen Ansatz dafür, dass wir uns mit dieser Frage weiter beschäftigen müssten, sagte ver.di-Tarifsekretär Matthias von Fintel in einer Medieninformation. Mehr zuverlässige Ruhe- und Freizeit seien für die Verhandler*innen der Produzentenallianz kein Thema, bemängelt er.

Bis zum 31. März stehe ver.di dennoch für Verhandlungen, im Sinne einer Suche nach Kompromissen zur Verfügung.

nach oben

weiterlesen

Mehr Sichtbarkeit für Frauen beim SWR

Der Südwestrundfunk (SWR) will den Frauenanteil in Radio, Fernsehen und Internet erhöhen und Frauen in allen Programmen sichtbarer machen. Daher stellt sich der Sender als erste Landesrundfunkanstalt der ARD der sogenannten 50:50-Challenge. Nach dem Vorbild der britischen BBC sollen alle Redaktionen ein Jahr lang freiwillig auf ein möglichst ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in ihrem Programm achten. Das Mitmachen in den Redaktionen ist freiwillig.
mehr »

Sie haben Post! – Ein neuer Newsletter

Altbacken, langweilig und viel zu viele: Newsletter galten lange Zeit als überholt. Doch das hat sich geändert. Aus den USA kommt der Trend, dass auch einzelne Journalistinnen und Journalisten ihre Inhalte im Abo direkt an ihre zahlende Leserschaft ausschließlich mailen. Sie stehen weder im Netz noch in gedruckten Medien. Wer Insider-Infos für zahlungsbereite Kundschaft liefert, kann damit sogar Geld verdienen. Einfach ist das allerdings nicht.
mehr »

Neuer Tarifvertrag für Filmschaffende

Nach fünfmonatigen Verhandlungen gibt es einen Tarifabschluss für die rund 25.000 Filmschaffenden in Deutschland, der ab September gilt. Die ver.di FilmUnion erreichte gemeinsam mit der Schauspielgewerkschaft BFFS in Verhandlungen mit der Produzentenallianz Verbesserungen bei Arbeitszeiten, Freizeitphasen während der Dreharbeiten, Zuschlägen am Wochenende und bessere Bedingungen für Arbeitsverträge von Schauspieler*innen. Außerdem soll ab September über die Erhöhung der Gagen verhandelt werden.
mehr »

Filmtipp: Hinter den Schlagzeilen

Am 5. Mai 2021 startet das 36. DokFest München mit „Hinter den Schlagzeilen“, einem Film über die Arbeit zweier Investigativ-Journalisten der Süddeutschen Zeitung (SZ). Ihnen wurde 2019 das „Ibiza-Video“ zugespielt, das nach seiner Veröffentlichung den österreichischen FPÖ-Vizekanzler zu Fall brachte. Daniel Sagers Dokumentarfilm fängt die aufwändigen Recherchen in der SZ-Redaktion ein und macht so deutlich, wie wichtig seriöser Journalismus in Zeiten von Fake News und Social Media ist.
mehr »