Journalist und Dolmetscherin aus Bangladesch sind nach Kontakt zu ausländischen Kollegen im Gefängnis

Aktion für Saleem Samad und Pricila Raj

Für die Recherche war Saleem Samad eine große Hilfe. Er brachte sein Wissen ein, stellte Kontakte her, war Reiseführer und übersetzte. Seine Kollegin Pricila Raj arbeitete als Dolmetscherin für das Fernsehteam des britischen TV-Senders „Channel 4“. Geplant war ein Dokumentarfilm über die politische Lage in Bangladesch.

Amnesty International Logo
Amnesty International Logo

Doch dieses Vorhaben war den Behörden in der Hauptstadt Dhaka offenbar nicht willkommen. Denn die britische Journalistin Zaika Malik und der italienische Kameramann Bruno Sorrentino sowie Saleem Samad und Pricila Raj wurden festgenommen. Auch Fahrer Mujib kam erst einmal in Gewahrsam.

Des Landes verwiesen

Malik und Sorrentino konnten am 11. Dezember, 16 Tage nach ihrer Festnahme das Gefängnis verlassen. Sie wurden umgehend des Landes verwiesen; ihr Material wurde beschlagnahmt. Auch der Fahrer kam frei. Doch Saleem Samad und Pricila Raj blieben in Haft. Ihr Fall sei anders zu beurteilen, betonte ein Regierungssprecher in Dhaka und kündigte an, sie würden nach den Gesetzen des Landes behandelt.

Mitte Dezember war noch keine Anklage gegen die beiden erhoben. Es wurde jedoch davon ausgegangen, dass sie wegen Staatsgefährdung vor Gericht gestellt werden. Die Richter in Dhaka lehnten bis dahin schon drei Anträge auf Haftentlassung gegen Zahlung einer Kaution ab. Amnesty international betrachtet Samad und Raj als gewaltlose politische Gefangene, die nur inhaftiert sind, weil sie ihrem Beruf nachgegangen sind. Salem Samad ist als Journalist bekannt, der sich für die Pressefreiheit einsetzt. Er ist Mitarbeiter der Organisation „Reporter ohne Grenzen“. Nach Angaben der Gruppierung wird inzwischen auch seine Familie bedroht.

Die Behörden in Bangladesch haben in den vergangenen Monaten sehr empfindlich auf Berichte vor allem in internationalen Medien über die Lage im Land reagiert. Die Regierung sieht in kritischem Journalismus vielfach Versuche, den Ruf des Landes zu beschädigen. Amnesty international befürchtet auch, dass die Inhaftierten misshandelt oder gefoltert werden könnten. Dieses ist in Bangladesch gängige Praxis.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie bitte an die Ministerpräsidentin von Bangladesch und fordern Sie die Behörden auf, den Journalisten Saleem Samad und die Dolmetscherin Pricila Raj sofort und bedingungslos freizulassen und ihre körperliche Unversehrtheit zu garantieren.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Streik in vier großen ARD-Anstalten

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erhöht deutlich den Druck auf mehrere große ARD-Sender in den laufenden Tarifverhandlungen. Bereits seit Mittwochmorgen finden Streiks im WDR und im SWR statt, von Donnerstag (18. Juni 2026) an auch im BR und im NDR.
mehr »

Warnstreik beim SWR

In der Gehaltstarifrunde für die rund 3.500 festangestellten Beschäftigten und über 1.000 freien Mitarbeiter*innen des SWR ruft ver.di am Mittwoch und Donnerstag (17. und 18. Juni) zu einem zweiten Warnstreik auf.
mehr »

48-Stunden-Streik beim WDR

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) ruft die Beschäftigten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und des Beitragsservices zu einem 48-stündigen Warnstreik auf. Der Ausstand beginnt am Mittwoch, 17. Juni 2026, um 02:00 Uhr und endet am Freitag, 19. Juni 2026, um 02:00 Uhr.
mehr »

ver.di ruft beim WDR zum Warnstreik auf

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ruft die Beschäftigten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) sowie des Beitragsservice zu einem 24-stündigen Warnstreik auf. Der Ausstand beginnt am Montag, 08. Juni 2026, um 02:00 Uhr und endet am Dienstag, 09. Juni 2026, um 02:00 Uhr.
mehr »