Ohne Ergebnis vertagt

Tarifverhandlungen für Zeitschriften-Redakteure im Januar fortgesetzt

Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 9.000 an Zeitschriften angestellten Redakteurinnen und Redakteure sind nach der zweiten Runde am 23. November ohne Ergebnis vertagt worden. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und der Deutsche Journalistenverband (DJV) lehnen die vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) geforderten tariflichen Einschnitte und Verschlechterungen ab. Der VDZ hatte den Manteltarifvertrag zum Jahresende gekündigt.


150 Redakteurinnen und Redakteure aus Hamburger Zeitschriftenverlagen protestierten vor dem Verhandlungshotel in Hamburg gegen eine Absenkung ihres Einkommens und gegen schlechtere Arbeitsbedingungen. Sie appellierten an den VDZ einzulenken.
Der VDZ hatte von den Journalistengewerkschaften gefordert, über die Halbierung der Arbeitgeberbeiträge zur Presseversorgung zu verhandeln. Zudem wollen die Verleger das Urlaubsgeld und die Jahresleistung von derzeit zusammen 1,8 Gehältern auf 1 Gehalt senken. Die Arbeitszeit soll um vier Stunden verlängert werden, wodurch jede zehnte Redakteursstelle eingespart werde könnte. Zu den Angriffen auf den Manteltarifvertrag gehört auch die Forderung nach kürzeren Kündigungsfristen, die Krankengeldzuschüsse ab der siebten Krankheitswoche sollen gestrichen werden.
„Der VDZ muss seine unzeitgemäßen Forderungen zurücknehmen“, machte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel deutlich. „Stellenstreichungen wirken sich sehr belastend für die Redaktionen aus. Durch Arbeitszeitverlängerung sollen weitere Redakteure verschwinden. Und dass die Altersabsicherung der Journalisten noch drastisch verringert werden soll zeigt, das ist Sparen ohne Maß und soziale Verantwortung“, so Matthias von Fintel. Die Gewerkschaften haben die Zeitschriftenverleger aufgefordert, über die Verlängerung des Beschäftigungssicherungstarifvertrages, bezahlte Qualifizierungsansprüche und Einbeziehung der Onlineredakteure in die Tarifverträge zu verhandeln. Die Verhandlungen werden am 21. Januar 2010 in Berlin fortgesetzt.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

„Desinformation gefährdet Leben“

Politische Kommunikation studierte Johannes Hillje an der London School of Economics, Politikwissenschaften an der Universität Mainz. Er arbeitet als Politik- und Kommunikationsberater und ist Autor. In seinem Buch „Mehr Emotionen wagen“ beschreibt er, wie Gefühle die politische Landschaft beeinflussen. Wir sprachen mit ihm über emotionale Wahlkämpfe, journalistische Strategien und den Umgang mit Antidemokraten.
mehr »

Katapult MV: Die Stimme für den Norden

Die kleine Redaktion von Katapult MV stellt im Flächenland mit 1,57 Millionen Einwohner*innen mit einer monatlichen Zeitung und aktuellen Online-Beiträgen ein Gegengewicht in der Berichterstattung dar. Wir sprachen mit Chefredakteur Patrick Hinz über Lokaljournalismus, die anstehenden Landtagswahlen und den journalistischen Umgang mit der AfD.
mehr »

Berichten wo es ungemütlich ist

In autoritär regierten Staaten geraten auch ausländische Medienschaffende zunehmend unter Druck: Einreiseverbote, die Verweigerung von Visa und andere Repressionen erschweren die Arbeit von Korrespondent*innen. In vielen Fällen bleibt ihnen nur noch die Berichterstattung aus dem Ausland ohne direkten Zugang zum Land selbst.
mehr »

Lobbylandkarte: Big Tech mischt mit

Es sind Karten wie die des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie mit dem Titel „Big Tech Lobbylandkarte Deutschland“, die das Bewusstsein dafür ändern können, wie stark Big-Tech-Konzerne in Deutschland tatsächlich längst verankert ist und bis wohin ihr langer Arm reicht.
mehr »