Gegen Buy-out-Verträge für AFP-Fotografen

Agence France Presse hat allen freien Fotograf_innen in einer Reihe von Ländern außerhalb Frankreichs einen neuen Total-Buy-out-Vertrag zur Unterschrift vorgelegt. AFP unterhält 200 Büros in 150 Ländern. Im weltweiten Netz der Berichterstattung arbeiten außer 2300 Festangestellten tausende freie Text- und Bildjournalisten für die Nachrichtenagentur. Nachdem sich freie Fotograf_innen an die Internationale Journalisten-Föderation gewandt hatten, hat die IFJ die weltweite Online-Kampagne „AFP: Demand fair terms for freelance photographers“ gestartet.

„Wir … gewähren AFP und seinen Distributoren, Partnern, verbundenen Unternehmen und Kunden … eine weltweite, unwiderrufliche auf Dauer exklusive Lizenz, … frei die Fotos oder Videos zu verwenden, wie dies AFP und dessen Begünstigte angemessen erscheint, mit allen Mitteln, in jeder Sprache, in jeder Form, einschließlich digitaler Form“, heißt es in dem seit Juni verwendeten AFP-Standardverträgen: „Erwerb von Bildern oder Videos gegen Bezahlung“. Sie können die Bilder „zeigen, vervielfältigen, bearbeiten, lizenzieren, verteilen im Rahmen von irgendwelchen und allen ihrer bestehenden oder zukünftigen Produkte und Dienstleistungen.“Mit ihrer Unterschrift garantieren die freien Fotografinnen und Fotografen weiter, „dass die Nutzung der Fotos und Videos nicht gegen Urheber- oder Leistungsschutzrechte sowie Persönlichkeitsrechte von Dritten verstößt“. Alles natürlich ohne zusätzliches Honorar. „Wir verstehen, dass keine zusätzliche Entschädigung für uns von AFP und seinen Empfängern für die Nutzung der Bilder fällig ist“, heißt es dazu im englischen Vertragstext.

 

Die IFJ hat diese „unfairen Praktiken“ öffentlich verurteilt, AFP zur „sofortigen Überarbeitung der Standardverträge“ aufgefordert und gemeinsam mit den französischen Journalistengewerkschaften Syndicat National des Journalistes (SNJ), Union Syndicale des Journalistes in der CFDT und Syndicat National des Journalistes in der CGT eine weltweite Online-Kampagne gestartet. „Wir fordern Sie auf, sofort die unfairen und ausbeuterischen Verträge von AFP für freiberufliche Fotografen in einer Reihe von Ländern zurückzuziehen“, heißt es in der Resolution an die Nachrichtenagentur. In Deutschland wird die Aktion von der dju in ver.di unterstützt, die ebenfalls der IFJ angehört. In den ersten Tagen haben bereits über 3500 Journalistinnen und Journalisten den Appell unterzeichnet.
„Wir verurteilen diese inakzeptablen Vertragspraktiken, weil sie schlicht und einfach Journalisten ihrer Autorenrechte berauben“, sagte IFJ-Präsident Philippe Leruth  und ermutigt Fotograf_innen „keinen Vertrag mit AFP oder anderen Medien zu unterschreiben, die nicht für jede weitere Verwendung der Fotos zusätzliche Zahlungen leisten.“ In Frankreich selbst werden die neuen Buy-out-Verträge übrigens nicht von AFP angewendet. Der Versuch wurde von den Gewerkschaften gestoppt und eine Vereinbarung für die französischen Fotografen mit den Verwertungsgesellschaften SCAM und SAIF unterzeichnet.

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