Protest auf dem Weihnachtsmarkt

Mit einer Aktion auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt am 4. Adventssonnabend machten Beschäftigte der Ostsee-Zeitung auf den Sparkurs des Madsack-Konzerns aufmerksam. Ein Viertel der Stellen in der Redaktion soll dem Rotstift zum Opfer fallen. In der Belegschaft wächst der Unmut über das aus Hannover übergestülpte Sparkonzept.
Mit dem Verteilen von Flugblättern wurden die Leser_innen in der Rostocker Innenstadt über den geplanten Stellenabbau informiert. Unter der Überschrift „Harter Sparkurs gefährdet Arbeitsplätze und Qualität“ heißt es in der in einigen Hundert Exemplaren verteilten Information, dass jede vierte redaktionelle Stelle der der größten Tageszeitung Mecklenburg-Vorpommerns (Verkaufsauflage 143.000 Exemplare) auf der Streichliste steht. (M 6/2015)

Die Mitarbeiter machen auf die Folgen aufmerksam: „Weniger Zeit für die Recherche, Redigieren und den Kontakt mit dem Leser. Noch mehr Belastung für die verbleibenden Mitarbeiter, denn die müssen zusätzliche Aufgaben stemmen, um den digitalen Wandels zu bewältigen. Bislang hat die Ostsee-Zeitung diesen gut gemeistert. Das belegen die im Vergleich zu anderen Titeln geringen Auflagenverluste und die Bilanzen, die kontinuierlich Millionengewinne ausweisen.“
ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband fordern im Namen der Mitarbeiter Regelungen zur Mindestbesetzung, um qualifizierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern, den Verzicht auf Entlassungen und Schutz bei Ausgliederungen.

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„green motion“ in der Film- und TV-Branche

Ein breites Bündnis wesentlicher Branchenvertreter*innen des deutschen Film-, TV- und VoD-Marktes hat sich entschlossen, einen großen Teil ihrer Inhalte zukünftig klima- und ressourcenschonend herzustellen. Damit sollen in relevantem Maße CO2-Emmissionen vermieden werden. Im Arbeitskreis „Green Shooting“ wurden hierzu erstmals einheitliche ökologische Mindeststandards für nachhaltige Produktionen entwickelt und sich in einer Nachhaltigkeitsinitiative ab 1. Januar 2022 zu deren Einhaltung verpflichtet.
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Die zurzeit stattfindende Frankfurter Buchmesse wird überschattet von den Debatten um die Teilnahme rechtsgerichteter Verlage. Die Messeleitung beruft sich auf Meinungs- und Publikationsfreiheit. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di reagiert mit Bestürzung auf die Ankündigung zahlreicher Autor*innen, der Frankfurter Buchmesse wegen der Präsenz rechter Verlage fernbleiben zu wollen, und fordert die Messeleitung auf, Rassismus und Menschenfeindlichkeit künftig keine Bühne mehr zu bieten.
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Paris: Ausweisung war rechtswidrig

Das Pariser Verwaltungsgericht erklärte die Ausweisung von Luc Śkaille im August 2019 für rechtswidrig. Der Journalist wollte für den Freiburger Sender Radio „Dreyeckland“ über den G7-Gipfel in Biarritz berichten. Grundlage für die Ausweisung waren Informationen des Bundeskriminalamts über seine Beteiligung an einer Hausbesetzung vor 10 Jahren. Der Geschäftsführer von Radio Dreyeckland sieht im Urteil ein Signal an die Behörden, Journalist*innen nicht an ihrer Arbeit zu hindern.
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Begegnung mit dem Datenschatten

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