Radio Hamburg geht den nächsten Schritt

Screenshot von der Website http://wirsindradio.hamburg/

Die Beschäftigten von Radio Hamburg wollen einen Tarifvertrag. Deshalb hat sich deren überwiegende Mehrheit bei den Gewerkschaften ver.di und DJV organisiert, die Kampagne #WirSindRadioHamburg gelauncht und eine Tarifkommission gegründet. Weil sich die Geschäftsführung aber bisher beharrlich weigert, Gespräche darüber zu führen, wenden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des meistgehörten und wirtschaftlich sehr erfolgreichen Hamburger Privatsenders nun in einem offenen Brief an dessen Gesellschafter, darunter Axel Springer und die UFA.

„Als Radio Hamburg im Jahre 2003 aus dem Tarifverband privater Rundfunk ausgetreten ist, wurde den Mitarbeitern versichert, dass sich dadurch nichts für sie verschlechtern wird, sondern die Konditionen auf Höhe des Entgelttarifs bleiben werden. Das entsprach leider nicht der Wahrheit. Seitdem sind die Einstiegsgehälter kontinuierlich gesunken, Urlaubs- und Weihnachtsgeld für neue Kollegen in den Verträgen nicht mehr enthalten. Turnusmäßige Gehaltsanpassungen werden immer seltener oder fallen ganz aus“, heißt es in dem Brief an die Gesellschafter, zu denen außerdem die Bauer Media Group, die Lühmanndruck Harburger Zeitungsgesellschaft mbH & Co. KG sowie der Morgenpost Verlag GmbH gehören.

Und doch habe Radio Hamburg, so die Gewerkschaften in einer gemeinsamen Pressemitteilung, allein im Jahr 2016 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 5,737 Millionen Euro erwirtschaftet und gehöre damit zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Privatsendern.

Die Beschäftigten setzen nun auf die Gesellschafter, weil die „die Entscheidungen treffen“: „Sorgen Sie dafür, dass wir – mit angemessenen Gehältern – auch in Zukunft unseren Hörerinnen und Hörern gemeinsam ein erfolgreiches Programm liefern können!“

nach oben

weiterlesen

Öffentlich-Rechtliche in der Bredouille 

Die Ablehnung der Eilanträge von ARD, ZDF und Deutschlandradio auf Erlass von einstweiligen Anordnungen zum Rundfunkbeitrag kurz vor Weihnachten stellt die Sender vor schwierige Entscheidungen. Um die Folgen von Sachsen-Anhalts „Nein“ zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags für die öffentlich-rechtlichen Sender ging es bei der jüngsten Videokonferenz der Dortmunder Initiative „Innovative Wege zur Sicherung der Qualität und Vielfalt der Medien“.
mehr »

Angriffe auf Journalisten mehr als verdoppelt

Im vergangenen Jahr gab es bundesweit 252 Straftaten, die sich "gegen Medien" richteten. Darunter 22 Körperverletzungen, 33 Sachbeschädigungen, vier Brandstiftungen, mehr als 29 Fälle von Bedrohung und Nötigung, Volksverhetzung, Raub, Erpressung und diverse Propagandadelikte. Die Zahl der Vorfälle hat sich im Vergleich zu den Vorjahren mehr als verdoppelt, wie die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion bestätigte.
mehr »

Netflix schüttet erste Zusatzvergütungen aus

Mitwirkende an deutschen Serien-Produktionen von Netflix erhalten auf der Grundlage Gemeinsamer Vergütungsregeln erstmals Zusatzvergütungen. Zudem beteiligt sich das US-amerikanische Medienunternehmen an der Finanzierung der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e.V. Ein Interview mit Rachel C. Schumacher, Senior Counsel, Labour Relations, Netflix, und Bernhard F. Störkmann, Geschäftsführer der Deutschen Schauspielkasse (Deska).
mehr »

In Bezug auf Trump an die eigene Nase fassen

Wenn die Präsidentschaft von Donald Trump am 20. Januar beendet ist, bleiben für Journalist*innen, Medienunternehmen und Social-Media-Plattformen einige Fragen offen: Warum hat man Trump so lange nicht ernst genug genommen, die Wirkung seiner Anschuldigungen und Lügen unterschätzt und ihn ungestraft Regeln brechen lassen? „Bei Trump müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, meinte Dorothea Hahn beim Mediensalon.
mehr »