Tarifabschluss Privater Rundfunk (TPR): 3,2 Prozent

Erstmals Vergütungen für Auszubildende

Die Beschäftigten im Bereich des Tarifverbands Privater Rundfunk (TPR) erhalten rückwirkend zum 1. Januar 3,2 Prozent mehr Gehalt. Die Gewerkschaften IG Medien, DJV und DAG einigten sich am 11. Januar in Frankfurt am Main in der zweiten Verhandlungsrunde auf einen neuen Entgelttarifvertrag für die Branche. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 12 Monaten.

Erstmals wurden für den privaten Rundfunk Ausbildungsvergütungen für die Berufe der Mediengestalter und der Medienkaufleute vereinbart. Die tariflichen Mindestvergütungen betragen 1050 DM für das erste Ausbildungsjahr, 1150 DM für das zweite und 1300 DM für das dritte. Mit dieser Vereinbarung haben die Tarifvertragsparteien dokumentiert, dass sie der Ausbildung im privaten Rundfunk einen hohen Stellenwert zumessen. Über die Aufnahme weiterer Ausbildungsberufe in den Tarifvertrag werden noch Gespräche geführt.

Nach zähen Verhandlungen wurde zudem erreicht, dass auch im neuen Tarifvertrag für Altverträge das Verrechnungsverbot für Tariferhöhungen mit übertariflichen Zulagen bestehen bleibt. Nicht durchsetzen konnten sich IG Medien und DAG mit der Forderung nach einer Angleichung der Entgelte für Nicht-Redakteure an die Tarifeinkommen der Redakteurinnen und Redakteure bei den bundesweiten Fernsehunternehmen. Als Erklärungsfrist für den Tarifabschluß wurde der 25. Januar 2000 verabredet.

Vereinbart wurde auch die Fortsetzung der Gespräche über eine Neuregelung der Arbeitszeitregelung im Manteltarifvertrag. Die Tarifvetragsparteien wollen dabei insbesondere einen tariflichen Rahmen für die Einführung von Arbeitszeitkonten schaffen. Gleichzeitig soll bei den Gesprächen ein neuer Anlauf genommen werden, um eine Regelung über die tarifliche Zusatzaltersversorgung abzuschließen.


Neue Entgeltsätze im Bereich des Tarifverbands Privater Rundfunk
Lineare Erhöhung ab 1. Januar 2000: 3,2 Prozent
Tarifgruppe

VG 1 alt

VG 1
VG 2 alt

VG 2




neu


neu




ab 1. Jan.


ab 1. Jan.




2000


2000
TG1

2943

3038
3226

3330
TG2

3226

3330
3679

3797
TG3

3792

3914
4247

4383
TG4

4586

4733
4811

4965
TG5

5039

5201
5549

5727
(Redakt. TV nat.)




5944

6135
TG6

5832

6019
6227

6427
(Redakt. TV nat.)




6624

6836
TG7

6398

6603
7134

7363
(Redakt. TV nat.)




7645

7890








Volos 1. Jahr

2321

2396
2433

2511
(TV nat.)




2886

2979
Volos 2. Jahr

2660

2746
2886

2979
(TV nat.)




3453

3564


Ausbildungsvergütungen für Mediengestalter und Medienkaufleute
1. Ausbildungsjahr



1050
2. Ausbildungsjahr



1150
3. Ausbildungsjahr



1300

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Große Aufgaben, kleines Budget

Als ab Mitte der 1980er-Jahre der Privatfunk auf Sendung ging, markierte das einen großen Umbruch im deutschen Mediensystem. Um die neuen Anbieter zuzulassen und zu beaufsichtigen, wurden Landesmedienanstalten als staatsferne Instanzen gegründet. Doch sie bekommen weniger Geld, als ihnen zusteht.
mehr »

ZDF: Mehr Barrierefreiheit dank KI

„Ein ZDF für alle“ – so lautet seit 2022 das Zielbild des öffentlich-rechtlichen Senders. Damit will das ZDF unter anderem auf die veränderte Mediennutzung, die digitale Transformation und eine zunehmend fragmentierte Öffentlichkeit reagieren. Dazu gehört auch, bis 2028 barrierefreie Angebote auszubauen. Dabei will das ZDF nun stärker auf KI setzen.
mehr »

Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.
mehr »

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

„Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »