Tarifforderung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

IG Medien fordert Beschäftigungssicherung bei ARD und ZDF

Die IG Medien geht mit einem Forderungsvolumen von insgesamt 4,5 Prozent in die Tarifrunde für die Angestellten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. In einem Beschluß des zuständigen Tarifausschusses der Gewerkschaft heißt es, im Rahmen dieses Gesamtvolumens müßten neben Vergütungserhöhungen „deutliche Schritte zur Beschäftigungssicherung“ vereinbart werden. Dazu zählt die IG Medien auch Arbeitszeitverkürzungen, soweit sie in Verbindung mit Neueinstellungen erfolgen und nicht zu Arbeitsverdichtung führen.

Die Umsetzung von Arbeitszeitverkürzungen könne im Rahmen einer Vier-Tage-Woche erfolgen. Denkbar seien aber auch andere Modelle, etwa Langzeitkonten. Als weitere Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung nennt die IG Medien Vereinbarungen über Teilzeit, Altersteilzeit, Qualifizierungszeiten und den Abbau von Mehrarbeit sowie zusätzliche Arbeitszeitverkürzung für Beschäftigte in erschwerten Diensten (zum Beispiel Nachtarbeit). Ferner soll die Zahl der Ausbildungsplätze bei ARD und ZDF deutlich erhöht werden.

Für die beiden ostdeutschen Rundfunkanstalten MDR und ORB fordert die IG Medien die unverzügliche Anpassung der Wochenarbeitszeit von derzeit 40 Stunden an das Westniveau (derzeit 38,5 Stunden). Der MDR wird aufgefordert, den Beschäftigten, wie bei allen anderen Rundfunkanstalten üblich, die volle Lohnfortzahlung bei Krankheit zu gewähren.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Arte soll europäischer werden

Es sind hochgesteckte Ziele, die vor einem Jahr die Regierungen in Deutschland und Frankreich bekannt gaben: die Weiterentwicklung von Arte zu einer europäischen Medienplattform in 24 Sprachen. Dafür ist vor allem zusätzliches Geld aus EU-Töpfen nötig. Doch hierzu stehen konkrete Beschlüsse weiter aus. Arte arbeitet währenddessen kontinuierlich am europäischen Ausbau – und sieht Fortschritte.
mehr »

Appell für den Erhalt der Medienfreiheit

Der auf Initiative des MDR verfasste Leipziger Appell  bekommt immer mehr Unterstützung. Die Unterzeichnenden erkennen die Einschränkung der Medien- und Pressefreiheit. An entscheidenden Stellen bleibt der Appell jedoch vage.
mehr »

Faire Honorare für Filmvermittlung

Die AG Filmvermittlung legt erstmals einen Honorarrahmen für freischaffende Filmvermittler*innen vor und macht damit auch auf die prekäre Erwerbssituation in der Branche aufmerksam. Für die Honorare zieht der Verein den Basishonorarrechner Kultur von ver.di heran.
mehr »

Krasse Kürzungen bei ARD und ZDF

Für 58 Cent bekommt man heutzutage beim Bäcker allenfalls ein Brötchen von gestern. Dennoch haben einige Bundesländer ARD und ZDF eine entsprechende Erhöhung der Rundfunkabgabe auf monatlich 18,94 Euro verweigert. Trotz einer Verfassungsbeschwerde der Sender wird der Beitrag erst 2027 steigen, und dann wohl nur um 28 Cent. Vor allem innerhalb der ARD muss daher noch mehr gespart werden. Das schließt auch einen weiteren Stellenabbau mit ein.
mehr »