Verlage: gemeinsamer Branchenarbeitskreis Verlage von IG Medien und Gewerkschaft HBV gebildet

Betriebsräte aus Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen haben Ende März in Kassel einen gemeinsamen Branchenarbeitskreis Verlage von IG Medien und Gewerkschaft HBV gebildet. Ziel dieses Arbeitskreises ist es, Tarifkonkurrenzen zu vermeiden und eine einheitliche gewerkschaftliche Vertretung für die gesamte Verlagsbranche aufzubauen.

Bisher ist die IG Medien tarifpolitisch für die Zeitungsverlage zuständig, während in den Zeitschriften- und Buchverlagen IG Medien und HBV Tarifverträge abschließen. In jüngster Zeit häufen sich Versuche von Arbeitgebern, durch Auslagerungen oder Verbandswechsel die unterschiedlichen Tarifzuständigkeiten zu ihren Gunsten auszunutzen. Der gemeinsame Branchenarbeitskreis will nun eine bessere tarifpolitische Abstimmung erreichen und eine einheitliche Tarifbindung anstreben. Dazu sollen eine tarifpolitische Bestandsaufnahme erarbeitet und gemeinsame Beratungsangebote und Netzwerke entwickelt werden.

Unmittelbare Verbesserungen sollen auch in der betriebspolitischen Unterstützung für die Betriebsräte in den Verlagen erzielt werden, indem Seminarangebote, Arbeitshilfen und externe Beratung für die gesamte Branche gemeinsam entwickelt und die bereits geplanten Betriebsratsseminare im Verlagsbereich für interessierte Kolleginnen und Kollegen der jeweils anderen Gewerkschaft geöffnet werden. Informationsmaterialien zur Verlagsbranche wie z.B. eine Neuauflage des Readers Medienökonomie werden ausgetauscht. Eine Effektivierung wird auch dadurch angestrebt, daß Doppelbetreuungen von Verlagen, in denen beide Gewerkschaften Mitglieder organisieren, vermieden und die Kräfte konzentriert werden.

Der Arbeitskreis soll über den beim ersten Treffen anwesenden Kreis hinaus erweitert werden. Die Gewerkschaft HBV bemüht sich, weitere Kolleginnen und Kollegen aus der Verlagsbranche, insbesondere aus bisher nicht vertretenen Regionen wie Baden-Württemberg, zur Mitarbeit zu gewinnen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll geklärt werden, inwieweit die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft für eine Mitwirkung gewonnen werden kann.

Das Branchenprojekt Verlage ist Bestandteil des Verbundvertrages, den IG Medien, Gewerkschaft HBV und Deutsche Postgewerkschaft im letzten Jahr unterzeichnet haben. Das Projekt bietet die Chance, schrittweise gemeinsame gewerkschaftliche Strukturen für die Verlagsbranche aufzubauen. Das Vorhaben bettet sich auch in die Perspektive einer Neustrukturierung gewerkschaftlicher Interessenvertretung ein, die mit der Politischen Plattform der sechs Gewerkschaften DAG, DPG, GEW, HBV, IG Medien und ÖTV angestrebt wird.

Branchenarbeitskreis Verlage
Ansprechpartner: Klaus Pickshaus, IG Medien, und Rolf Lemm, HBV,

nach oben

weiterlesen

Tariflicher Zuschlag gehört obendrauf

Onlinezuschläge können laut tarifvertraglichen Regelungen beim Bayerischen Rundfunk nicht in Tagessätze für die Honorierung von TV-und Hörfunkbeiträge eingepreist werden, sondern sind zusätzlich zu zahlen. Das besagt ein Urteil des Arbeitsgerichts München, mit dem ein arbeitnehmerähnlicher Freier vom Sender jetzt mit ver.di-Rechtsschutz eine Nachzahlung für zwei Jahre erstritt.
mehr »

VG Wort: Ausschüttung Anfang Juli 2021

209,94 Millionen Euro hat die Verwertungsgesellschaft Wort 2020 aus Urheberrechten eingenommen. Im Vorjahr waren es 156,12 Millionen Euro. Das liegt an einer Nachzahlung in Höhe von rund 60 Millionen Euro für die Vorjahre, gab Rainer Just, geschäftsführender Vorstand, auf einer rein virtuellen Mitgliederversammlung der VG Wort am 20. März 2021 bekannt. „Die Hauptausschüttung für 2020 findet Anfang Juli 2021 statt“, sagte Just.
mehr »

Die dju – ein Angebot zur Mitgestaltung

Mit dem neuen Jahrtausend kam auch für die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di einiges an Neuem. Noch bevor sie ihren 50. Geburtstag feierte, knackte sie im Jahr 2000 die 20.000-Mitglieder-Marke. 2001 kam ver.di und die dju feierte ihr halbes Jahrhundert im Retro-Look im Kölner Gürzenich. Zur 60-Jahr-Feier waren die Kolleginnen und Kollegen von Rundfunk, Fernsehen und audiovisuellen Medien in der neuen Fachgruppe Medien mit dabei. Und nun, zum 70. Geburtstag, steht der dju in ver.di wieder etwas Neues ins Haus: Ein Feiertag in Pandemiezeiten.
mehr »

Aus für Freelancer in Presse und Kultur

Clasificador Nacional de Actividades Económicas (CNAE), Register für ökonomische Aktivitäten, heißt die Liste mit 2110 Tätigkeiten, die in Kuba seit dem 5. Februar für die freiberufliche Arbeit erlaubt sind. Eine Reform mit revolutionärem Potenzial, denn bislang durften nur 127 Berufe selbständig ausgeübt werden. Auf der vier Tage später erschienenen Verbotsliste sind jedoch jedwede freiberufliche Presse-Arbeit sowie etliche Berufe in der unabhängigen Kunstszene der Insel aufgeführt.
mehr »