NDR-Streik führt zu Konzertabsage

NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel Foto: NDR/Christian Spielmann

Im Tarifkonflikt mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu einem mehrtägigen Warnstreik aufgerufen. Die Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen zeigen sich in Programmeinschnitte in Fernsehen und Radio und in der erzwungenen Absage des Konzerts der weltbekannten Dirigentin Joana Mallwitz. Mit dem Warnstreik setzen die Mitarbeiter*innen des NDR ein deutliches Zeichen gegen den vom NDR angebotenen Reallohnverlust in den derzeitigen Tarifverhandlungen.

Der NDR musste das am Freitagabend in Hannover geplante Konzert von Joana Mallwitz absagen, ebenfalls von dem Streik betroffen waren Fernsehsendungen wie Panorama und Extra 3 am Donnerstag, die Sendung DAS! ist erneut ausgefallen. Der NDR ist in den Gehalts- und Honorartarifverhandlungen mit ver.di am vergangenen Dienstag mit seinem Angebot einer Entgeltsteigerung von 2,25 Prozent für dieses Jahr deutlich hinter den von ver.di geforderten 10,5 Prozent geblieben.
„Die Beschäftigen des NDR fordern in diesen Tarifverhandlungen nicht mehr als ihre wirtschaftliche Existenz gegenüber der Inflation der vergangenen Jahre zu sichern, wie es Beschäftigte im öffentlichen Dienst getan haben“, sagt Mediensekretär Peter Dinkloh, ver.di-Verhandlungsführer.

Tarifverhandlungen im NDR stocken

„Leider verweigert sich der Sender bisher dieser Verantwortung als Arbeitgeber und zwingt die Beschäftigten dazu, dieses tolle Konzert zu bestreiken, um Intendant Joachim Knuth seine Verantwortung vor Augen zu führen“.
„Joachim Knuth hat sich in Bezug auf die freien Mitarbeiter*innen in diesen Tarifverhandlungen bereits bewegt und wir als ver.di-Senderverband im NDR stehen jederzeit zur Verfügung, mit ihm auch eine vernünftige Regelung in den Entgelttarifverhandlungen zu treffen“, sagt Mediensekretär Peter Dinkloh.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Der WDR halbiert sich selbst

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat heute weitreichende Pläne zur Verknappung des Programmangebots, Stellenstreichungen und Beschäftigungsabbau für freie Mitarbeiter*innen bekanntgegeben. Dies betrifft zunächst 76 noch nicht genannte Programmangebote und bis 2030 eine Halbierung der bisher 600 Programmformate. ver.di kritisiert die massiven Einschnitte.
mehr »

VG-Wort: Die fetten Jahre sind vorbei

In diesen Tagen bekommen Urheber*innen wieder Post der VG Wort: die Mitteilungen über die zweite jährliche Ausschüttung, der so genannte Mitteilungsbrief. Für Journalist*innen bedeutet das hauptsächlich die Tantiemen für im Internet veröffentlichte Texte, die sogenannte METIS-Ausschüttung.
mehr »

Drei Fragen: Zu news aktuell

Seit gestern streiken die Mitarbeitenden der dpa-Tochter news aktuell in Hamburg. Sie fordern einen eigenen Tarifvertrag analog zur Muttergesellschaft. Die Geschäftsführung lehnte Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bisher allerdings ab. Wir sprachen darüber mit Simon Schmitz von der ver.di-Tarifkommission.
mehr »

Gericht kassiert unfaire Klauseln

Der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben in erster Instanz gegen die Süddeutsche Zeitung GmbH. Das Landgericht München untersagte hat Süddeutschen Zeitung GmbH, mehrere Klauseln aus ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen für freie Journalist*innen zu verwenden.
mehr »