„Nius“: Kleiner, als es sein will

Springer-Verlags-Leiter Matthias Döpfner, Julian Reichelt (damals noch BILD-Chefredakteuer) und Richard Grenell, inzwischen Sondergesandter Donald Trumps, in der US-Botschaft in Berlin im Jahr 2019. Bild: Wikipedia

Julian Reichelts Nachrichtenportal behauptet von sich, die „Stimme der Mehrheit“ zu sein. Die Zahlen dahinter sprechen allerdings eine andere Sprache. Meedia-Datenexperte Jens Schröder hat laut Markus Wiegand, Chefredakteur beim Mediendienst Kress, dargestellt, dass Nius nicht einmal unter den Top 100 der Online-Medien zu finden ist.

Im Jahr 2023 beschäftigte die Gesellschaft Vius, unter deren Dach „Nius“ entsteht, 31 Mitarbeiter und verzeichnete laut „Bundesanzeiger“ einen Jahresfehlbetrag von satten 13,8 Millionen Euro, so Wiegand. „Wenn man den Webauftritt ansieht, ist das Geschäftsmodell ziemlich unklar. Alle Inhalte sind gratis verfügbar, Werbung ist kaum sichtbar. Erstaunlich: Es finden sich auch keine Mediadaten auf der Seite.“

„Nius“ gelte ohnehin nicht als Geschäft, sondern als ideologisches Projekt, so schreibt auch Wiegand bezogen auf die Kritiker des Ganzen. Dennoch zeigten nun auch die Zahlen, die Jens Schröder von Meedia auf der Basis der Rohdaten von Similarweb erstmals erhoben hat, dass „Nius“ seinen Mehrheits-Anspruch nicht einlösen könne.

„So schaffte es das Portal im September nicht mal in die Liste der Top 100 Onlinemedien. Es erreichte mit 5,69 Mio. Visits lediglich Rang 115. Zum Vergleich: Konkurrent „Tichys Einblick“ belegte mit 6,39 Mio. Visits Rang 104.“


Mehr dazu: NIUS: Eine Bühne für rechte Hetze – M – Menschen Machen Medien (ver.di)

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