Was ist das „Netzwerk Recherche“?

Das von 35 Journalisten am ersten Aprilwochenende in Simmerath-Erkensruhr (Eifel) gegründete „Netzwerk Recherche“ will „die journalistische Recherche in der Medien-Praxis stärken, auf ihre Bedeutung aufmerksam machen und die intensive Recherche vor allem in der journalistischen Ausbildung fördern“. Aus diesem Grunde entwickelt das „Netzwerk“ didaktische Ausbildungskonzepte für Nachwuchs-Rechercheure und bietet ein „Recherche-Mentoring“ für junge KollegInnen an. In einem intensiven Beratungs- und Austauschprozess über jeweils ein Jahr soll ein Wissens- und Erfahrungs-Transfer gestandener Rechercheure zu Nachwuchs-Journalisten organisiert werden.

Darüber hinaus ist das „Netzwerk“ Informationsbörse und Umschlagplatz zum Thema Recherche. Durch Newsletter im Internet soll die Kommunikation über konkrete Recherche-Erfahrungen sowie Service-Angebote und Weiterbildungs-Möglichkeiten gefördert werden.

Mitglieder des „Netzwerks“ können nach Aussage des Vorstandes „nur professionelle Journalisten werden, die an intensiver Recherche interessiert sind“. Der Mitgliedsbeitrag beträgt monatlich 5 Euro.

Einmal im Jahr vergibt das „Netzwerk“ einen hochdotierten Preis für „eine außergewöhnliche Recherche-Leistung, die Themen und Konflikte beleuchtet, die in der Öffentlichkeit bislang nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen wurden“.

Zudem versteht sich das „Netzwerk“ als eine Lobby für recherche-Journalismus in Deutschland. Es will sich öffentlich äußern, „wenn Begrenzungen oder Einschränkungen der Pressefreiheit“ gegenüber Journalisten etwa im Umgang mit Behörden und Ministerien festgestellt werden.

Um die Finanzierung seiner Arbeit sicherzustellen, will das „Netzwerk“ an Stiftungen von Verlagen herantreten und private Spenden aquirieren.


Netzwerk“-Kontakte

Vorsitzender des „Netzwerks Recherche“ ist Thomas Leif, Chefreporter beim Südwestfunk (SWR) Mainz. Kontaktadresse: Marcobrunner Straße 6, 65197 Wiesbaden, Tel. 0611/4951551 e-mail: thomas.leif@faberdesign.de

Zweiter Vorsitzender ist Hans Leyendecker („Süddeutsche Zeitung“). Weiter gehören dem Vorstand an: Dominik Cziesche (freier Journalist), Inga Bruns und Christoph Maria Fröhder (freie TV-Journalisten), Simone Matthaei („Impulse“), Bruno Schirra („Die Zeit“) und Klaus Wiendl (Report München, Bayer. Rundfunk).

Recherche-Infos im Internet

Wer Informationen, Materialien und Kontakte zum Thema Recherche-Journalismus sucht, sollte folgende Internet-Adressen anklicken:

www.ire.org
www.muckraker.org
www.motherjones.com
www.publicintegrity.org
www.icij.org
www.bettergovernment.org
www.consortiumnews.com
www.cir.org

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

RBB: Zweifel bei „Zusammenarbeit“

„Neue Zusammenarbeit“ – so heißt beim RBB das aktuell größte Umbauprojekt. Es soll die Rahmenbedingungen für die journalistische Arbeit verbessern. Dazu gehört eine Umstrukturierung und Verkleinerung der zweiten Führungsebene, der unterhalb des Direktoriums. Vorgesehen sind nur noch acht statt bisher zwölf Positionen. Sie wurden öffentlich ausgeschrieben und sollen bis Anfang April besetzt werden. Doch vom RBB-Personalrat kommt Kritik.
mehr »

Diese Fernsehsender werden eingestellt

Zum Jahresende werden die Sender Tagesschau24, One und ARD-alpha eingestellt, das verkündeten heute ARD und ZDF. Anlass ist der seit Dezember geltende Reformstaatsvertrag, der den Sendern unter anderem auftrug, zwei der linearen Informationssender und einen ihrer Sender für junge Zielgruppen zu streichen.
mehr »

UCI gibt im Tarifkonflikt nach

Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die United Cinemas International (UCI) im Tarifkonflikt in der dritten Verhandlungsrunde auf ein umfassendes Tarifergebnis verständigt. „Damit sind weitere Streiks in den UCI-Kinos vorerst abgewendet“, so ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn.
mehr »

Eine Debatte jenseits von Plattformen

Damit öffentlich-rechtliche Medien auch in einer veränderten medialen Öffentlichkeit als zentraler Ort für journalistische Professionalität wahrgenommen werden, braucht es plattformunabhängige Dialogräume. Das ist eine der zentralen Ideen der Studie „Dialogfunktion von Public Service Media – Impulse einer Zukunftswerkstatt für die Medienpolitik“ im Auftrag der gemeinnützigen Denkfabrik „Agora Digitale Transformation“.
mehr »