Arbeitskampfführung im Internet?

Die IG Medien hat das WWW endgültig als Kommunikationsmittel entdeckt. Kaum eine Nachricht ging seit Ende September so oft über die Mailingliste Kinonews wie „Erneuter Warnstreik im Kino“. Mittlerweile sind auf dieser Mailingliste über 170 User – überwiegend Kinobeschäftigte, aber auch leitende Angestellte von Cinemaxx und UFA – eingetragen. Ein großer Teil der internen Kommunikation während der Tarifauseinandersetzungen fand hier statt.

Die Mailingliste und die Website des Kino-Projektes der IG Medien ergänzen sich gegenseitig ideal. Auf der Website sind regelmäßig und schnell die jeweils aktuellen Tarifinfos zu finden, dazu Materialien zum Streikrecht, zu unterschiedlichen Streikfor-men und eine umfangreiche Bildersammlung von den bestreikten Betrieben. Die Mail „Aktualisierung der Homepage“ wird manchmal täglich versandt, um aktuelle Informationen zeitnah in die Kinos zu bringen.

Diese Form der Arbeitskampforganisation, bei der der Gegner mitlesen darf (die direkte Streikplanung natürlich ausgeschlossen), ist ein wesentlicher Faktor für die effektive Durchführung der Arbeitskämpfe – wer weiß, vielleicht organisieren wir demnächst unsere Kommunikation mit Call-Center-Beschäftigten oder den Mitarbeitern in Rundfunksendern und Zeitungsverlagen auch auf diesem Weg

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ZDF: Mehr Barrierefreiheit dank KI

„Ein ZDF für alle“ – so lautet seit 2022 das Zielbild des öffentlich-rechtlichen Senders. Damit will das ZDF unter anderem auf die veränderte Mediennutzung, die digitale Transformation und eine zunehmend fragmentierte Öffentlichkeit reagieren. Dazu gehört auch, bis 2028 barrierefreie Angebote auszubauen. Dabei will das ZDF nun stärker auf KI setzen.
mehr »

Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.
mehr »

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

„Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

dju will verlässlichen Quellenschutz

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert, dass Journalist*innen nach der geplanten Reform des Nachrichtendienstrechts schlechter vor Überwachung geschützt sein sollen als Anwält*innen, Geistliche und Abgeordnete. Anders als bei diesen Berufsgeheimnisträger*innen wird das verfassungsrechtlich geschützte Redaktionsgeheimnis gegen Sicherheitsinteressen abgewogen.
mehr »