Im Rückblick: Masse, Kapital und Quote

Foto: Pixabay

Die Berichte über Entwicklungen der deutschen Medienwirtschaft im vierten Quartal 2019 liegen vor. Nach Berechnungen von PricewaterhouseCoopers umfasst die deutsche Medienwirtschaft im engeren Sinn 56 Milliarden Euro Umsatz. Die visuellen Medien – TV, Video, Film – stellen davon 18 Milliarden, belegt die aktuelle Branchenübersicht. Bei den Zeitungen riss die Serie von Verkäufen und Zusammenschlüssen nicht ab.

Ein neuer Konflikt um den Pressevertrieb konnte im letzten Quartal abgewendet werden. Der Buchumsatz ist wegen höherer Preise leicht gestiegen. Beim Buchhandel hat das vergangene Jahr eine deutliche Zentralisation des Kapitals gebracht. Die Fernsehsender sehen sich mit einer Offensive der Streamingportale aus den USA konfrontiert.

Die Konzernübersichten zeigen: Bertelsmann ist stolz auf sich selbst und will sechs Milliarden Euro jährlich in Medieninhalte investieren. ProSiebenSat.1 muss mit weniger Profit zufrieden sein und bekommt mit Mediaset einen neuen Großaktionär. Bei Springer ist die Machtübernahme durch das Finanzkapital mit KKR vollzogen, der angekündigte „große Schnitt“ beim Personal zeichnet sich ab. Die VG von Holtzbrinck hat positive Wirtschaftszahlen für 2018 gemeldet. Der Versuch, die Finanzierung von ARD und ZDF mit einem Indexmodell auf verlässlichere Beine zu stellen, ist gescheitert. Mit Leonine hat der Finanzinvestor KKR aus dem Stand heraus einen führenden Konzern für Film- und Fernsehproduktion geschaffen.

Zwischen Oktober und Dezember 2019 wurden 46 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, bei denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Herausragend waren die Komplettübernahmen von Penguin Random House durch Bertelsmann und von Immowelt durch Axel Springer. Zu nennen sind auch der Verkauf von Autoscout24 und Finanzcheck an Hellman & Friedman, die Neuordnung des Kapitals beim Badischen Pressehaus sowie mit PSP die Hereinnahme eines zweiten Finanzinvestors durch KKR bei Axel Springer.

Zu den ausführlichen Berichten hier.

nach oben

weiterlesen

Wenn Internetwerbung Demokratie gefährdet

Fünf Prozent aller Werbegelder deutscher Unternehmen landen auf Websites wie dem rechtsextremistischen „Breitbart“-Portal. Damit gefährden sie den guten Ruf der Marke – und die Demokratie, kritisierte der Werbeexperte Thomas Koch gestern auf der digitalen „Konferenz zur Medienzukunft“ am Dortmunder Journalistik-Institut. Neben Analysen standen Gegenstrategien zur Debatte.
mehr »

Facebook News von dpa kuratiert

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) übernimmt ab 1. April das Kuratieren journalistischer Nachrichten auf Facebook. dpa-Redakteur*innen sorgten demnach für Auswahl und Pflege von Inhalten aus deutschen Medienhäusern auf Facebook News. Vertragspartner seien Meta und die dpa-Tochter dpa Infocom, teilten beide Unternehmen mit. dpa als Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Medien sei für diese Aufgabe „prädestiniert“, so der Geschäftsführer der Nachrichtenagentur.
mehr »

Corona und kein Ende: Neustarthilfen 2022

Soloselbstständige, Freiberufler und kurz befristet beschäftigte Künstler*innen können seit dem 14. Januar für das erste Viertel des neuen Jahres Gelder aus der bundesweiten Neustarthilfe 2022 beantragen. Wenn die wirtschaftliche Tätigkeit corona-bedingt weiter eingeschränkt ist und der Umsatzeinbruch mindestens 30 Prozent beträgt, werden für den Zeitraum Januar bis März bis zu 4500 Euro gewährt. So gefördert werden insbesondere Soloselbständige, die nur geringe betriebliche Fixkosten haben.
mehr »

ver.di weist CDU-Pläne zum Rundfunk zurück

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) weist die Versuche der CDU in Sachsen-Anhalt entschieden zurück, Stimmung gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu machen oder und gar die Abschaffung des „Ersten“ der ARD zu betreiben. Es gelte das Grundrecht zur Rundfunkfreiheit sowie die Staatsferne und Programmautonomie von Rundfunk-Redaktionen, betont die Gewerkschaft zu gerade bekanntgewordenen Plänen aus dem sachsen-anhaltinischen Landtag.
mehr »