Springer kauft die Mediengruppe Politico

Berliner Verlagsgebäude
Foto: Axel Springer Verlag

Der Medienkonzern Axel Springer kauft das US-amerikanische Nachrichtenunternehmen Politico. Im Rahmen dieser Transaktion werde Axel Springer auch die ausstehenden 50 Prozent an dem aktuell als Joint-Venture geführten Unternehmen Politico Europe und die auf den Technologiesektor spezialisierte News-Website „Protocol“ kaufen, teilte das Unternehmen mit. „Politico“ verstärke das Portfolio von Axel Springer mit seinen meinungsstarken und fundierten Analysen sowie einem einzigartigen Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebs in Washington, den USA und weltweit, hieß es.

Darüber hinaus bewirke der Neuzugang noch einmal eine deutliche Steigerung der Reichweite. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen mit Sitz in Berlin auf dem US-Markt bereits mit den Nachrichtenmarken „Insider“ und „Morning Brew“ vertreten.

In den USA erscheint „Politico“ online und als Tageszeitung. Der europäische Ableger wird wöchentlich als Zeitung veröffentlicht. Dazu kommen der Internetauftritt und ein Newsletter.

Seit der Firmengründung vor 15 Jahren habe sich Politico zu einem der einflussreichsten Nachrichtenanbieter weltweit entwickelt, teilte Axel Springer weiter mit. „Heute leisten mehr als 500 Journalistinnen und Journalisten bei ‚Politico‘ und der 2020 gegründeten Schwesterpublikation ‚Protocol‘ einen prägenden Beitrag zur medialen Berichterstattung über die dringlichsten Themen der Weltpolitik.“ Das Verlagsmodell sorge mit einträglichen Firmenkundenabos und Werbeeinnahmen für stetiges Wachstum und solide Gewinne.

Bereits seit 2014 betreiben den Angaben zufolge Axel Springer und Politico das Gemeinschaftsunternehmen Politico Europe, an dem beide Partner bislang zu je 50 Prozent beteiligt sind. „Die Publikation mit Sitz in Brüssel hat sich in der EU zu einer unverzichtbaren Informationsquelle entwickelt“, hieß es weiter.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE sagte, „Politico“ habe mit einem herausragenden Team den digitalen politischen Journalismus revolutioniert und neue Standards gesetzt. „Wir begreifen es als Ehre und besondere Verantwortung, die Zukunft dieses erstklassigen Medienunternehmens mitzugestalten.“

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

Sorgerechts-Drama bei der ARD

Mit einem zweiteiligen Fernsehfilm zum Thema Sorgerecht will die ARD ein Tabu brechen. Doch das Projekt verzögert sich – und ist bereits vor dem Dreh heftig umstritten. Es ist bereits die zweite Produktion zum Thema.
mehr »

Streamingdienste brauchen Standards

Anlässlich der heutigen Bundestagsanhörung zum Regierungsentwurf zum Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz (MedienInvestVG) und zur Situation der Filmbranche bekräftigt ver.di ihre Forderung zur Nachbesserung des Gesetzes zur stärkeren Berücksichtigung guter Arbeitsbedingungen in Filmproduktionen.
mehr »

Recherchematerial der „Zeit“ beschlagnahmt

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Beschlagnahme von Recherchematerial der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufs Schärfste und fordert dessen sofortige Rückgabe. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt hatten am Montag auf Beschluss des Landgerichts Hamburg mit der Durchsuchung der Redaktion und der Wohnung einer Autorin gedroht.
mehr »