Staatsgeld für die Presse und anderes

Foto: 123rf

Aus heiterem Himmel standen plötzlich 220 Millionen Förderung für die Presse im Nachtragshaushalt der Bundesregierung. Den Verlagen kann das nützen, denn sie leiden unter den Folgen der Pandemie. Auch die Buchbranche hat starke Umsatzverluste. Noch stärker coronageplagt sind die Kinos; nicht wenige Häuser sind immer noch geschlossen. Die neuen Quartalsberichte betrachten aktuelle Entwicklungen in der Medienwirtschaft.

Bei den audiovisuellen Medien setzt sich der Aufschwung von Streamingformaten zulasten des linearen Angebots der Sender fort. Bei Computer- und Videospielen hat es 2019 ein deutliches Umsatzplus gegeben.

Alle großen Medienunternehmen haben vor dem Hintergrund der Pandemie ihre Prognosen für 2020 gekippt. ProSiebenSat.1 wird zum Spielball globaler Investoren – sogar die norwegische Staatsbank ist eingestiegen. Bei Springer wird wieder einmal umstrukturiert, diesmal wohl auf Wunsch des neuen Hauptaktionärs KKR. Springer spendierte seinem Führungspersonal zudem über 100 Millionen Euro Vergütung für 2019. Der Bauer-Verlag fährt sein internationales Geschäft radikal zurück.

Im Landtag von Sachsen-Anhalt wollen AfD, CDU und Linkspartei gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags stimmen; sie würden damit das Vorhaben verhindern.

Die Corona-Pandemie schlägt sich auch in einer geringeren Zahl von Übernahmen und Beteiligungen nieder. Von April bis Juni sind dem Analysten 25 Fälle bekannt geworden. Darunter waren etliche bedeutsame Vorgänge: die Komplettübernahme von Brainpool TV durch Banijay, von HSE24 durch Intermediate sowie der Weka-Fachgruppe durch Paragon, außerdem Bauers Verkauf seines kompletten Geschäfts in Australien, Neuseeland, Rumänien und Russland sowie des polnischen Fernsehsenders Polsat.

Hier geht es zu den ausführlichen Berichten für das zweite Quartal 2020.

nach oben

weiterlesen

Nach 10 Jahren HbbTV: Da geht noch mehr

Seit dem Start des Hybridfernsehens HbbTV vor zehn Jahren bauen große Sendergruppen wie kleine Regionalanbieter solche Angebote kontinuierlich aus, mit umfassenden Diensten für den Nutzer und in der Hoffnung auf neue Reichweiten und zielgerichtete Werbung. Der Wettstreit zwischen Fernseh- und Online-Werbung soll endlich begraben werden. Während sich Öffentlich-Rechtliche mit sogenannten „Addressable Ads“ schwertun, sagt der kommerzielle Markt: Da ist noch mehr drin.
mehr »

Neue Verhaltensregeln für Medien und Polizei

Der Deutsche Presserat hat der Innenministerkonferenz einen Vorschlag über zeitgemäße gemeinsame Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien vorgelegt. Es sei höchste Zeit, dass Journalistinnen und Journalisten bei Demonstrationen und Großveranstaltungen besser geschützt werden und ungehindert arbeiten können, erklärte Sascha Borowski, Sprecher des Deutschen Presserats, zur aktuellen Vorlage.
mehr »

Schon entdeckt? femMit

„Gleichberechtigung wartet nicht, bis sich die Pandemie ausgetobt hat“, sagt Romina Stawowy. Ziel der Medienfrau ist es, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen. Weil das auf einer von ihr geplanten Konferenz in diesem Jahr nicht ging, startete sie das Magazin femMit. Die Schwerpunkte in der ersten Ausgabe: die Folgen der Corona-Krise für Frauen und Hass im Netz. Großen Wert legt die Redakteurin auf persönliche Geschichten und Porträts.
mehr »

Wer fördert die Medien bei Innovationen?

Mit dem Ende Oktober vom Bundeswirtschaftsministerium beschlossenen Hilfspaket von 220 Millionen Euro steigt Deutschland erstmals in die direkte Presseförderung ein. Formuliertes Ziel ist „die erforderliche digitale Transformation des Verlagswesens“. Zugleich heißt es: „Die geplante Innovationsförderung muss sicherstellen, dass die Unabhängigkeit der Redaktionen gänzlich unberührt bleibt.“
mehr »