Streaming statt Fernsehen

In der Fernsehbranche beginnen Internet-Videoportale, das Geschäfts­modell der Fernsehsender zu untergraben. Auch bei den journalistischen Printmedien gewinnen Onlineangebote an Bedeutung, resümiert Gert Hautsch im aktuellen Quartalsbericht für die Medienbranche. Welchen Beitrag diese Angebote zur Rentabilität der Unternehmen leisten können, bleibt allerdings unklar. Nur bei belletristischen Büchern scheint der Wandel zu stocken: Der Höhenflug der E-Books bleibt einstweilen aus. Die Werbeerlöse der Medienunternehmen sind 2017 nur noch langsam gewachsen, das Internet hat sich als stärkster Werbeträger etabliert.

Die großen Medienkonzerne, soweit sie aktuelle Geschäftszahlen veröffentlichen, sind in den ersten neun Monaten 2017 gewachsen. Vor allem beim Profit hat es deutliche höhere Werte gegeben, und die Zahl der Firmenübernahmen und -beteiligungen blieb hoch. Die ProSiebenSat.1-Gruppe muss sich allerdings mit sinkenden Zuschauerquoten und dem entsprechend schrumpfenden Werbeerlösen abfinden. Der Vorstandsvorsitzende nimmt vorzeitig seinen Hut. Bei Axel Springer steht im neuen Jahr erneut eine Umstrukturierung an.

Zwischen Oktober und Dezember 2017 wurden 62 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, an denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Davon gingen allein elf auf das Konto von Axel Springer. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Dazu zählen die Übernahmen von UAM Media durch Ströer, des Deutschen Kunstverlags durch Walter De Gruyter und von Iversity durch Springer Nature, außerdem der Verkauf von Aufeminin.com durch Axel Springer und der Verkauf von weg.de durch P7S1.

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Zweite Runde: ver.di vs. Prinz von Preußen

In einer juristischen Auseinandersetzung mit Georg Friedrich Prinz von Preußen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Berufung beim Kammergericht Berlin eingelegt. Damit wehrt sich ver.di gegen eine auf Antrag des Prinzen von Preußen erlassene Einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin. Gegenstand ist eine Äußerung in einem Artikel des ver.di-Medienmagazins „Menschen Machen Medien“ vom Juli 2020.
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Tech-Giganten bald strenger kontrolliert

Große Digitalkonzerne wie Amazon, Google oder Facebook sollen künftig strenger kontrolliert werden. Der Bundestag beschloss am Donnerstag in Berlin den Entwurf für ein Digitalisierungsgesetz, dass dem Bundeskartellamt mehr Befugnisse gibt. Damit kann die Behörde schneller und eingreifen, wenn ein Tech-Gigant seine Marktmacht missbraucht. Um in Zukunft lange kartellrechtliche Verfahren zu vermeiden und Schadenersatzansprüche besser durchzusetzen, werden der Rechtsweg verkürzt und solche Streitigkeiten nach Paragraf 19a des Gesetzes in die Zuständigkeit des Bundesgerichtshofes übergeben.
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Endlich Novemberhilfe, leider nicht für alle

Endlich: Seit 12. Januar, so informiert die Bundesregierung, seien die technischen Voraussetzungen für die reguläre Auszahlung der „außerordentlichen Wirtschaftshilfe“ für den Monat November geschaffen. Die Länder starten mit der Überweisung der seit 25. November beantragten Gelder. Soloselbstständige konnten bis zu 5000 Euro Hilfen direkt beantragen. Doch bislang wurden bestenfalls Abschläge ausgezahlt. Was das für sie bedeutet und warum viele ganz durch Raster fielen, beleuchtet ein Projekt von Selbstständigen bei ver.di Niedersachsen-Bremen.
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ver.di fordert Recht auf Verbandsklage

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die erweiterte Möglichkeit von Verbandsklagen zur Durchsetzung der Vergütungsansprüche von Urheberinnen, Urhebern, Künstlern und Künstlerinnen. In einem Brief an das Kanzleramt sowie die Ministerien, die eine EU-Richtlinie zum Urheberrecht umsetzen müssen, wird kritisiert, dass der sozialen Funktion des Urheberrechts in den bisher gemachten Vorschlägen nicht ausreichend Rechnung getragen werde, informiert eine Pressemitteilung.
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