Leserbrief: Eine Erklärung für Pisa

Filmrezension: „Der Wald vor lauter Bäumen“ in M 03 / 2005

Kirstin Liese annotierte für die Leser der M das Doku-Drama „Der Wald vor lauter Bäumen“. Darin dominiert so eine Art andächtige Verteidigung des gebeutelten Lehrerstandes und gleichzeitig eine klare Schuldzuweisung für die verlotterte Disziplin an die Eltern. Aber die Lehrerin selbst ist eine Erklärung für Pisa.

Ja, der Lehrer hat es schwerer als noch vor 10, 20 Jahren; der vielgepriesene antiautoritäre Stil u.ä. Schnickschnack haben viele (bleibende) Schäden angerichtet. Aber an dieser Figur, dieser Handlung, diesem Film kann man davon nichts diskutieren. Die Erzählung hat deutliche Fehler, die alles unglaubwürdig machen: 1. Ein solches Häschen von einer Lehrerin wird nie ein Lehrer 2. Eine solche Person, mit so unterentwickeltem sozialem Urteilsvermögen, wird nie ein echter Freund von echten Freunden sein. 3. Diese Frau wäre als Studentin schon im 1. Semester beim ersten Kurzvortrag gescheitert- und hätte vielleicht selbst die Segel gestrichen. Damit wäre uns u. U. auch dieser Film erspart geblieben. Der Wald (von Problemen) steht noch, Maren Ade hat ihm nichts anhaben können!

Frank Schubert
Universität Potsdam

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Tarifbindung statt Mehrwertsteuersenkung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder möchte Verlagen, “Begleitschutz” geben. Das hat er bei einer Veranstaltung des Medienverbandes der freien Presse kürzlich angekündigt. Diejenigen unter ihnen, die Presseerzeugnisse herausgeben, sollen nach dem Willen Söders von einer - weiteren - Senkung der Mehrwertsteuer profitieren.
mehr »

Demokratie besser demokratisch schützen

Die Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat das als rechtsextremistisch eingestufte Magazin “Compact” verboten. Es sei ein zentrales Sprachrohr der rechtsextremen Szene, heißt es in der Erklärung dazu. Das Verbot betrifft nicht nur das gedruckte Heft, sondern die gesamte Compact Magazin GmbH und die Conspect Film GmbH – und somit sämtliche Verbreitungskanäle.
mehr »

Schutz vor zu viel Stress im Job

Immer weiter, immer schneller, immer innovativer – um im digitalen Wandel mithalten zu können, müssen einzelne Journalist*innen wie auch ganze Medienhäuser sich scheinbar ständig neu erfinden, die Belastungsgrenzen höher setzen, die Effizienz steigern. Der zunehmende Anteil und auch Erfolg von KI-basierten Produkten und Angeboten ist dabei nur das letzte Glied in der Kette einer noch nicht abgeschlossenen Transformation, deren Ausgang vollkommen unklar ist.
mehr »

Für eine Handvoll Dollar

Jahrzehntelang konnten sich Produktionsfirmen auf die Bereitschaft der Filmschaffenden zur Selbstausbeutung verlassen. Doch der Glanz ist verblasst. Die Arbeitsbedingungen am Set sind mit dem Wunsch vieler Menschen nach einer gesunden Work-Life-Balance nicht vereinbar. Nachwuchsmangel ist die Folge. Unternehmen wollen dieses Problem nun mit Hilfe verschiedener Initiativen lösen.
mehr »