Warnstreiks beim BR und WDR

Warnstreik beim Bayerischen Rundfunk Foto: ver.di (Videoausschnitt)

Mehr als 5.000 Festangestellte und Freiberufler des Bayerischen Rundfunks (BR) sowie dessen Tochtergesellschaften waren am Donnerstag von ver.di zu einem Warnstreik aufgerufen. Ziel war es, vor der sechsten Verhandlungsrunde am kommenden Mittwoch (19.10.) in München Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt zu bringen. Der Streik sorgte für Beeinträchtigungen im Programm des BR. Zu Beginn des Monats haben auch Mitarbeiter*innen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) erneut gestreikt.

ver.di, der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und „unisono – Deutsche Musik- und Orchester-Vereinigung“ hatten dazu aufgefordert, die Arbeit zwischen 11 Uhr und 19 Uhr niederzulegen. Der Warnstreik hatte Auswirkungen auf das Programm des BR. Der Sender hatte vorab angekündigt, dass die Arbeitsniederlegung alle bayrischen Betriebsteile und das Hauptstadtstudio des BR in Berlin betreffen kann. Streikversammlungen fanden digital und vorm Funkhaus statt.

„Für viele, insbesondere auch Freie, ist die Lage prekär und verschärft sich angesichts steigender Kosten jeden Monat weiter“, sagte Annette Greca, Gewerkschaftssekretärin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei ver.di Bayern.

ver.di fordert für die Beschäftigten des ÖRR in Bayern eine Einkommenserhöhung von 5,75 Prozent für 12 Monate sowie ein umfangreiches Entlastungspaket. Das bisherige Angebot des Bayerischen Rundfunks bleibt weit hinter dieser Forderung zurück. Zuletzt hatte der BR zwei Angebotspakete unterbreitet: Für eine Laufzeit von 12 Monaten wurde eine Einmalzahlung in Höhe von bis zu 1500 Euro, für den Fall einer Laufzeit von 24 Monaten eine Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2800 Euro sowie 2,8 Prozent Erhöhung angeboten. Zeitgleich fordert er Einschnitte in das bestehende Tarifwerk.

Vonseiten der Gewerkschaften wird dieses Angebot als keinesfalls ausreichend abgelehnt. Dieser Warnstreik werde daher voraussichtlich der Auftakt für weitere Streiks sein, sagte Heinrich Birner, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks München.

Streiks auch beim WDR

Zu Beginn des Monats legten auch Mitarbeiter*innen des WDR erneut ihre Arbeit nieder. ver.di hatte alle Betriebsteile des WDR, Mitarbeiter*innen im Homeoffice, Freie, Korrespondent*innen und die Landesstudios in NRW am 5. Oktober zu einem Warnstreik aufgerufen – ebenso den der ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice für den gleichen Zeitraum.

Um den Druck auf die sechste Verhandlungsrunde zu erhöhen, hatte ver.di zudem die Kolleg*innen der WDR mediagroup, WDR mediagroup digital und ARD plus zu einem Solidaritätsstreik aufgerufen. Schon am späten Nachmittag des 4. Oktober kam es zu Streiks in einzelnen Abteilungen. Aus diesem Grund fielen an diesem Abend die WDR aktuell Nachrichten und die WDR-Lokalzeit-Nachrichten aus Köln aus. Die Hauptnachrichtensendung Aktuelle Stunde wurde nicht aus dem Studio gesendet, sondern vom Flur des Vierscheibenhauses.

Die tarifpolitischen Vorstellungen liegen zur aktuellen Verhandlungsrunde weit auseinander. ver.di fordert eine Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen in Höhe von 5,5 Prozent, jedoch mindestens 200 Euro und maximal 350 Euro, Erhöhung der Effektivhonorare um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der WDR lehnt eine Deckelung der Steigerung in den oberen Vergütungsgruppen ab und besteht auf eine 24-monatige Laufzeit. Alle Festangestellten und Freien sollen im ersten Jahr eine lineare Erhöhung in Höhe von 2,8 Prozent auf Gehälter und Mindesthonorare erhalten. Weiterhin wurden Einmalzahlungen von jeweils 1000 Euro im Jahr 2022 und 2023 angeboten.

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