Schon entdeckt? radioszene.de

Screenshot des "Insidermagazins für Radiomacher"

Wer professionell mit dem Medium Hörfunk zu tun hat, kommt an radioszene.de nicht vorbei. Seit 1997 gilt die Seite als der wichtigste Infopool und Kommunikationstreff für Radioprofis im deutschsprachigen Raum. Auch aktuelle Tendenzen im internationalen Radiobusiness kommen nicht zu kurz: Wer zum Beispiel mehr über das Schicksal von DAB+ in Norwegen und die Diskussion über UKW-Abschaltung in Dänemark erfahren will, wird hier ebenfalls gut bedient.

Schon entdeckt?

Engagierte Medien abseits des Mainstreams gibt es zunehmend mehr. Sie sind hochinteressant, aber oft wenig bekannt. Deshalb stellt M in jeder gedruckten Ausgabe und monatlich auf M Online eines davon vor.

Entstanden ist die „radioszene“ 1997 eher zufällig als reine Hobbyseite. Gedacht war sie anfangs als Info-Plattform über belgische Radiosender. Denn Gründer und Chefredakteur Ulrich Köring hatte seit Mitte der 90er Jahre einige Stationen seiner Radiokarriere im deutsch-belgischen Grenzgebiet absolviert. Eine Karriere, die 1981 als „Piratenfunker“ begonnen hatte. Schnell erkannte Köring, dass es in der Branche einen großen Hunger nach Infos und Austausch gab. Er baute die radioszene sukzessiv zur digitalen Plattform für alle Radiofreaks aus.

Den schnellen Erfolg verdankt die Seite auch der geringen Aufmerksamkeit, die das Medium Hörfunk auf den klassischen Medienseiten von Tageszeitungen genießt. Dass DLF und die ARD-Inforadios tägliche Presseschauen senden, wird zwar von den Verlagen gern gehört. Umgekehrt finden Meldungen aus der Radiobranche in den Printmedien so gut wie nicht statt.

Das Themenspektrum der radioszene ist so breit und bunt wie die Branche selbst. Im Mittelpunkt stehen Meldungen und Geschichten über deutschsprachige Sender und Radiomacher. Erst kürzlich präsentierte die Seite als „heimlichen Helden“ Matthias Weber, den Musikchef von Hit Radio FFH. Die Leser erfahren, „warum aus Nordwestradio wieder Bremen Zwei wird“ und dass die „Regiocast“-Nachrichten inzwischen zum größten Dienstleister für individualisierte Audionachrichten in Deutschland avanciert sind. Historisch Interessierten wird 2017 als „Jahr der runden Rundfunk-Geburtstage“ vorgeführt.

Logischerweise sind auch jede Menge Audios eingebettet: von Air Checks über Jingles bis zu Radiospots. In der Rubrik „Gerüchte“ konnte man schon im Herbst 2016 erfahren, dass Deutschlandradio-Intendant Willi Steul seinen Posten vorzeitig aufgeben würde. Und wer selbst einen Job sucht – egal ob als Geschäftsführer oder Praktikant – für den ist die radioszene sowieso die wichtigste Börse. Finanziert wird die Seite über Werbung, geschaltet in der Regel von Unternehmen aus der Branche selbst, etwa von Jingle-Produzenten oder Mischpultherstellern. Über mangelnde Fans kann radioszene.de nicht klagen: Dafür spricht die beachtliche Zahl von knapp 10.000 Facebook-Freunden.

nach oben

weiterlesen

Filmtipp: „Be Natural – Sei du selbst“

Eines Tages sah die amerikanische Regisseurin und Produzentin Pamela B. Green einen Film über Pionierinnen des Kinos, darunter auch Alice Guy. Green wunderte sich, dass ihr der Name überhaupt nichts sagte. Sie hörte sich bei Kolleginnen und Kollegen um und erhielt überall die gleiche Antwort: nie gehört. Wie konnte es sein, dass eine offenbar derart wichtige Figur aus der Frühzeit des Films völlig unbekannt ist? Sie begann zu recherchieren. Am Ende steht im Originaltitel: „Be Natural – The Untold Story of Alice Guy-Blanché".
mehr »

Das Boot: Kameramann nimmt Vergleich an

Im Rechtsstreit über eine angemessene Vergütung hat sich der Chefkameramann des international erfolgreichen Filmklassikers „Das Boot“, Jost Vacano, mit den ARD-Anstalten geeinigt. Der 87-Jährige und der im Streit mit acht Anstalten federführende Südwestrundfunk (SWR) nahmen den Anfang Juli vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart vereinbarten Vergleich fristgerecht an, wie jetzt eine Gerichtssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.
mehr »

Algerien zieht gegen freie Presse zu Felde

Meinungs- und Pressefreiheit stehen in Algerien so heftig unter Druck wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Journalist*innen werden eingeschüchtert, systematisch an ihrer Arbeit gehindert, gar verhaftet und strafrechtlich verfolgt. Seit 2019 ließ die Regierung den Zugang zu mindestens 16 regimekritischen Nachrichten-Websites sperren und verabschiedete Gesetze, die als Frontalangriff auf die freie Presse bewertet werden. Entspannung ist nicht in Sicht.
mehr »

Werbebranche erholt sich nur langsam

Nicht zuletzt die deutsche Werbebranche widerspiegelt das Pandemiegeschehen: Während das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 5,1 Prozent schrumpfte, ging das Marktvolumen der Werbewirtschaft um sieben Prozent auf 45 Milliarden Euro zurück. Eine Stabilisierung wird ab dem dritten Quartal 2021, eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erst ab 2022 erwartet. Und beim neuen Urheberrecht gilt: Das Beste ist, dass es überhaupt beschlossen wurde. Diese und andere Erkenntnisse in den aktuellen Quartalsberichten aus der Medienwirtschaft.
mehr »