Schon entdeckt? The Buzzard

Schon entdeckt?

Engagierte Medien abseits des Mainstreams gibt es zunehmend mehr. Sie sind hoch­interessant, aber oft wenig bekannt. Deshalb stellt M in jeder gedruckten Ausgabe und auf M Online einige davon vor.

Wie macht man sich ein annähernd realistisches Bild von einer öffentlichen Diskussion? Wer die gewohnten Seiten im Netz sucht, wird schnell den Eindruck erlangen, dass viele Menschen die eigene Meinung zum jeweiligen Thema teilen, wenn nicht gar die Mehrheit … Das Bild trügt, denn Algorithmen filtern vor und zeigen Nutzer_innen nur noch das, was sie präferieren. So entstehen (nicht selten gefährliche) Filter- und Meinungs­blasen. Dagegen wirken Dario Nassal und Felix Friedrich, Gründer von „The Buzzard“.

Die beiden studierten Politikwissenschaftler, die in ihrer Studien­zeit nebenbei als Journalisten bei großen Medienhäusern ­gearbeitet haben, sammeln gemeinsam mit weiteren sieben ­Redakteur_innen bis zu 2.000 Originalbeiträge von etablierten Medien und Thinktanks, unabhängigen Journalisten, Wissenschaftlern, Bloggern, aus social-Media-Kanälen und werten sie aus. Die jeweils zehn relevantesten Positionen werden gegenübergestellt und ergeben so ein Meinungsbild zu einem Thema. Einmal pro Woche wird auf diese Weise ein Debattenthema bearbeitet. An jedem Werktag erscheint um sieben Uhr der „Perspektivwechsel am Morgen“. Dieser verlinkt zu Artikeln, die alternative Sichtweisen zu einer tagespolitischen Angelegenheit behandeln, zum Beispiel am 15. Februar „Deniz Yücel als Faust­pfand von Erdogan“.

Das Redaktionsteam will sich mit dieser Methode klassischen journalistischen Grundsätzen annähern, nämlich der möglichst distanzierten und differenzierten Berichterstattung. Dario Nassal: „Wir schauen nach den Aspekten einer Frage – zum Beispiel politische, philosophische, ökomische – und suchen dann nach Meinungen dazu. Wir versuchen also, die Aspekte einer Debatte transparent abzubilden.“ Dazu gehört, dass der Original-Artikel zu jeder Zusammenfassung von den Leser_innen abgerufen werden kann.

Datenbank und Suchmaschinen sind hilfreich – aber das Kuratieren erfolgt größtenteils manuell. Das soll mittelfristig effektiver möglich sein. Deshalb arbeitet das Team an der Entwicklung einer Meinungssuchmaschine. Unterstützt wird das Projekt mit 50.000 Euro im Rahmen Digital News Initiative von Google. Gefördert wird „The Buzzard“ außerdem vom Journalismus-Netzwerk VOCER, vom Medial Lab Bayern und dem Social Impact Lab Leipzig (SIL).

Dennoch arbeiten die zehn Mitarbeiter_innen noch selbstausbeuterisch: „Felix und ich bekommen ein kleines Stipendium vom SIL, die Redakteur_innen arbeiten größtenteils ehrenamtlich, nur die Entwickler werden bezahlt“, so Nassal. Mehr zahlende Kunden könnten helfen, das Startup auf stabile finanzielle Füße zu stellen und die technische Entwicklung zu forcieren. „The Buzzard ist der weltweit erste Navigator für politische Perspektiven im Internet“ – mit diesem Alleinstellungsmerkmal wirbt das Startup-Team um Abonnent_innen, auch unter den Profis der Branche.

https://thebuzzard.org/

https://www.facebook.com/thebuzzard.org

 

 

 

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Schon entdeckt? Die Neue Norm

„Wir wollen behinderte Menschen empowern, selbst journalistisch zu arbeiten“, so Judyta Smykowski, Chefredakteurin von „Die Neue Norm“. Das Projekt des Vereins “Sozialhelden“ besteht aus einem Online-Magazin „für Vielfalt, Gleichberechtigung und Disability Mainstreaming“ und einem gleichnamigen Podcast auf Bayern 2. Die engagierte Journalistin gründete das Medienprojekt „Die Neue Norm“ Ende 2019 zusammen mit Raúl Krauthausen und Jonas Karpa, um alte Normen und Vorstellungen von Behinderung im Mainstream aufzubrechen.
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Die dju – ein Angebot zur Mitgestaltung

Mit dem neuen Jahrtausend kam auch für die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di einiges an Neuem. Noch bevor sie ihren 50. Geburtstag feierte, knackte sie im Jahr 2000 die 20.000-Mitglieder-Marke. 2001 kam ver.di und die dju feierte ihr halbes Jahrhundert im Retro-Look im Kölner Gürzenich. Zur 60-Jahr-Feier waren die Kolleginnen und Kollegen von Rundfunk, Fernsehen und audiovisuellen Medien in der neuen Fachgruppe Medien mit dabei. Und nun, zum 70. Geburtstag, steht der dju in ver.di wieder etwas Neues ins Haus: Ein Feiertag in Pandemiezeiten.
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Aus für Freelancer in Presse und Kultur

Clasificador Nacional de Actividades Económicas (CNAE), Register für ökonomische Aktivitäten, heißt die Liste mit 2110 Tätigkeiten, die in Kuba seit dem 5. Februar für die freiberufliche Arbeit erlaubt sind. Eine Reform mit revolutionärem Potenzial, denn bislang durften nur 127 Berufe selbständig ausgeübt werden. Auf der vier Tage später erschienenen Verbotsliste sind jedoch jedwede freiberufliche Presse-Arbeit sowie etliche Berufe in der unabhängigen Kunstszene der Insel aufgeführt.
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Schon entdeckt? Qamar

Es sei „höchst an der Zeit mit, statt über Muslim*innen zu reden“, findet Muhamed Beganović. Die übliche Medienberichterstattung sei „reißerisch und eng fokussiert auf Themen wie Terror, Ehrenmord, Clan-Kriminalität oder die Kopftuch-Debatte“. Er hat mit Qamar (arabisch: Mond) deshalb ein neues, ästhetisch ansprechendes Gesellschafts- und Kulturmagazin von Muslim*innen für Muslim*innen gegründet. Es richtet sich an junge Leser*innen zwischen 15 und 35 Jahre im deutschsprachigen Raum und soll vor allem eines: Inspirieren.
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