Beachtliche Erhöhungen

Tarifabschlüsse für Bayerischen Rundfunk und Radio Bremen

Nach engagierten Protestaktionen gegen die Verweigerungshaltung der Intendanz konnte bei den Tarifverhandlungen im Bayerischen Rundfunk ein Abschluss erzielt werden. Auch bei Radio Bremen und beim Institut für Rundfunktechnik (IRT) kam es zu einer Tarifeinigung. Bei der Deutschen Welle und dem Hessischen Rundfunk dauern die Verhandlungen noch an.


Im Bayerischen Rundfunk haben sich die Tarifparteien nach schwierigen Verhandlungen am 30. September auf folgende Eckpunkte geeinigt: Für Festangestellte werden die Gehälter rückwirkend ab 1. April 2013 um einen Sockel von 30 Euro plus linear 2,07% und ab 1. April 2014 noch einmal 2,95% erhöht. Gezahlte Gagen steigen rückwirkend ab 1. April 2013 um linear 2,65% und ab 1. April 2014 noch einmal um 2,95%. Auszubildende und Volontäre erhalten rückwirkend ab 1. April 2013 auf ihr Gehalt einen Sockel von 30 Euro und linear 2,65% mehr, ab 1. April 2014 kommen noch einmal 2,95% drauf. 12a-Freie bekommen unter anderem eine 2,65prozentige lineare Erhöhung des Honorarrahmens ab 1. Oktober 2013 sowie um weitere 2,95% ab 1. April 2014. Hinzu kommen Einmalzahlungen im Oktober 2013 von 1,6% des Jahreseinkommens von 2012 und im April 2014 von 3,4% des Jahreseinkommens von 2013. Der BR erhöht den Honorartopf 2014 durch Umschichtungen und aus Restmitteln, sodass die Einmalzahlungen nicht zulasten der Aufträge gehen. Die Rentenversorgung wird adäquat zu den Gehältern erhöht. Tariflaufzeit bis 31. März 2015.
Nach einem Nullrunden-Angebot war es auch bei Radio Bremen zu Protesten gekommen. In der vierten Verhandlungsrunde am 29. Oktober kam es zu einem Tarifabschluss, mit dem der Anschluss an die Tariferhöhungen der anderen ARD-Anstalten gelungen ist. Die Gehälter bzw. Honorare der festangestellten und der freien Mitarbeiter steigen ab dem 1. Januar 2014 um 2 Prozent und ab dem 1. Januar 2015 um 3 Prozent. Diese Steigerung gilt auch für die Volontärinnen und Volontäre, den studentischen Hilfskräfte und Aushilfskräfte.
Mit der Gehaltszahlung bzw. den Honorarabrechnungen November 2013 erhalten Festangestellte wie arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 450 Euro. Festangestellte Teilzeitkräfte erhalten diese Zahlung anteilig ihrer Arbeitsrate. Freie Mitarbeiter ab einem Jahres-Verdienst von 60.000 Euro erhalten diese 450 Euro voll. Darunter entsprechend ihrem Jahres-Verdienst prozentual anteilig. Volontärinnen und Volontäre sowie Auszubildende erhalten eine Einmalzahlung von 150 Euro. Der Familienzuschlag erhöht sich ab dem 1.1.2014 von 120 Euro auf 130 Euro monatlich. Für alle Beschäftigten gibt es 31 Urlaubstage. Insgesamt addieren sich die Steigerungen bei den genannten Leistungen auf eine Tariferhöhung von 5,52%! Tariflaufzeit beträgt 24 Monate.
Beim IRT haben sich Geschäftsleitung und ver.di am 22. Oktober auf eine Erhöhung der Gehälter für Angestellte um einen Sockel von 27,69 Euro und linear um 2,07% rückwirkend ab 1. April 2013. Und ab 1. April 2014 noch einmal um 2,95%. Die Pauschalvergütungen der Praktikanten, Bachelor- und Masteranden bisher nicht tariflich geregelt und das bleibt bis auf weiteres auch so. Dennoch werden die seit Jahren eingefrorenen Vergütungssätze nun parallel zum Tarifabschluss in zwei spürbar angehoben. Der Familienzuschlag wird – wie alle anderen Zuschläge auch, rückwirkend um 2,65% und dann um 2,95% angehoben. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung auf den Familienzuschlag in Höhe von jeweils 162,75 Euro. Tariflaufzeit bis 31. März 2015.
Beim HR beteiligten sich etwa 250 Beschäftigte an einer „bewegten Mittagspause“, in der Vertreter der gewerkschaftlichen Verhandlungskommission nochmals betonten, „dass strukturelle Defizite des Senders nicht beseitigt werden können, in dem bei den Mitarbeitern und bei den Versorgungsempfängern gespart wird“. Die Verhandlung am 31. Oktober wurde nach kurzer Auseinandersetzung auf den 6. November (nach Druck der M) vertagt.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Tarifverhandlungen: dju will 12 Prozent 

Am 27. Mai haben die Tarifverhandlungen zwischen der dju in ver.di und dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) begonnen. Die dju in ver.di fordert zwölf Prozent mehr für Gehälter und Honorare. Außerdem will sie den Einsatz von Systemen generativer Künstlicher Intelligenz (KI) regeln, „die zur stärkeren Autonomie der Zeitungsjournalistinnen und -journalisten beim Einsatz der Instrumente, mehr Mitbestimmung beim KI-Einsatz und Beteiligung an den zu erwartenden Effizienzerlösen führen sollen“.
mehr »

Schlaffe Tarifangebote bei der ARD

Programmeinschnitte, Sparmaßnahmen und minimale Tarifangebote der ARD. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisiert die Haltung der Sender und kündigt Proteste an. Im Rahmen der Tarifverhandlungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe es zwar erste Angebote vom Bayerischen Rundfunk (BR) und vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) gegeben. Die Angebote blieben aber laut ver.di weit hinter den berechtigten Forderungen der Mitglieder zurück. Sie liegen auch weit unter den Tarifabschlüssen anderer Branchen oder dem öffentlichen Dienst.
mehr »

Top Tarifergebnis im Kino

In den Tarifverhandlungen mit der Kino-Kette UCI (United Cinemas International GmbH) wurde am 19. Februar 2024 ein Tarifergebnis erzielt, das an vielen Stellen die ver.di-Forderungen erreicht, so auch den Einstiegslohn von 14 Euro. In der anschließenden Befragung der Mitglieder bis zum 4. März gab es keinerlei Ablehnung. Somit beschloss auch die ver.di-Tarifkommission einstimmig die Annahme des Tarifergebnisses.
mehr »

Einschüchterungsversuche der Hohenzollern

Eine Studie der Universität Leipzig hat am Beispiel der deutschen Adelsfamilie Hohenzollern untersucht, wie kritische Berichterstattung und Forschung durch gezielte Anwaltsstrategien beeinflusst oder behindert werden sollen. Die Kommunikationswissenschaftler*innen haben dabei die Wirkung von SLAPPs (Strategic Lawsuits Against Public Participation) aus Sicht der Betroffenen nachvollzogen. Verunsicherung und Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sind direkte Folgen bei ihnen.
mehr »