Die Zeichen stehen in Köln weiter auf Streik

Die Gewerkschaftsmitglieder bei der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft sprachen sich bei der Urabstimmung am 5. Februar für weitere Streikmaßnahmen aus.
Foto: Klaus Daub

Auch die neunte Runde der seit einem Jahr laufenden Tarifverhandlungen für die rund 100 Beschäftigten der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft GmbH (RRG) endete in Köln am 6. Februar enttäuschend. Die Beschäftigten wollen über einen Anerkennungstarifvertrag eine Rückkehr zu den Flächentarifregelungen der Branche erreichen und die „Mehrklassengesellschaft“ in den Redaktionen beseitigen. Die Zeichen stehen nun weiter auf Streik. Dafür hatten die Gewerkschaftsmitglieder zuvor bei einer Urabstimmung votiert.

„Die Geschäftsführung der RRG beharrt bislang weiter darauf, Gehälter, die von den Regelungen der Flächentarifverträge deutlich abweichen, zu zementieren“, kritisiert Christof Büttner, Landesmediensekretär von ver.di NRW. „Die Arbeitgeberin muss nun endlich ein vernünftiges Angebot unterbreiten, damit die Tarifparteien aufeinander zugehen können“, so der Verhandlungsführer. Zuletzt hatte die Gewerkschaftsseite am 10. Januar angeboten, die Tarifverträge bei der Redaktionsgemeinschaft zeitlich versetzt einzuführen, was dem Unternehmen mehr Zeit verschafft hätte. Nach diesem Vorschlag sollten zum 1. Juli 2018 zunächst die Manteltarifverträge für die Redakteur_innen und Verlagsangestellten in Kraft treten, die Gehaltstarifregelungen erst zum 1. Januar 2019. Obwohl bei einem Achtaugengespräch am 2. Februar erstmals Bewegung in die Verhandlungen zu kommen schien, zeigte sich die Arbeitgeberseite ablehnend und machte zuletzt weiteren Beratungsbedarf geltend.

Die Rheinische Redaktionsgemeinschaft ist eine 2014 gegründete tariflose Tochter des Medienhauses DuMont Rheinland und des Heinen-Verlages. Die Redaktionen der RRG produzieren die lokalen Inhalte von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau für den Rhein-Sieg-Kreis, den Rhein-Erft-Kreis, den Rheinisch-Bergischen Kreis, das Oberbergische und für die Eifel.

Eine deutliche Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder bei der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft hatte sich am 5. Februar in einer Urabstimmung für die Fortsetzung der Tarifauseinandersetzung ausgesprochen. Die Beschäftigen wollen – wie seit August 2017 bereits mehrfach praktiziert – auch künftig zur Durchsetzung ihrer Forderungen streiken. Die Beteiligung an der Abstimmung, zu der die Gewerkschaften DJV und ver.di aufgerufen hatten, war außerordentlich hoch. Die Abstimmung wurde neuerlich von einem eintägigen Warnstreik begleitet.

Eine Fortsetzung der Gespräche ist für den 13. Februar geplant. Dann werde sich „herausstellen, ob die Arbeitgeberseite nur auf Zeit gespielt hat und ob Gespräche überhaupt weiter Sinn haben. Der bisherige Verlauf des Konflikts hat gezeigt, dass die Arbeitgeberseite nur durch Druck aus der Belegschaft zu Zugeständnissen zu bewegen ist“, heißt es von der ver.di-Verhandlungsführung.

http://zeitungsmacher.koeln/

nach oben

weiterlesen

apm vor Insolvenz: Kampf um Standort und Arbeitsplätze

In der Darmstädter Druckerei apm produktions GmbH stehen nach einem Insolvenzantrag zahlreiche Arbeitsplätze auf dem Spiel. Von den rund 160 Stellen sind akut 75 bedroht. ver.di und der Betriebsrat befürchten weitere negative Folgen für den Standort, wenn die geplante Reduzierung der Produktion trotz voller Auftragsbücher umgesetzt wird. In Darmstadt werden auch die Publikationen „M Menschen Machen Medien“ und „Druck und Papier“ gedruckt, die wie viele andere Beilagen der Fachbereiche gemeinsam mit ver.di Publik an die Mitglieder versendet werden.  
mehr »

Schon entdeckt? cooppa

Die Mediengenossenschaft cooppa wurde im Frühjahr in Wien gegründet. „Wir sind Teil der neuen Bottum-up-Initiativen“, sagt der Berliner Wissenschaftsjournalist Manfred Ronzheimer. Für das redaktionelle Konzept zuständig, verortete er die „kooperative Presseagentur“ zwischen „Perspective Daily“ und „Krautreporter“. Ziel sei es, Themen „des gemeinsinnigen Wirtschaftens sowie der globalen Nachhaltigkeitsziele im Sinne eines positiven und konstruktiven Journalismus einer breiten Öffentlichkeit multimedial zugänglich zu machen.“ Das "Dezentralorgan einer neuen Bewegung" soll mit seiner Webseite den gesamten deutschsprachigen Raum erreichen.
mehr »

EuGH bekräftigt das Urheberrecht im Netz

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilte am 7. August zur Verwendung von im Internet frei verfügbaren Bildern. Zugrunde liegt ein Rechtsstreit aus Nordrhein-Westfalen. Die aktuelle Entscheidung stärkt Rechte von Fotografen und Redaktionen. Nach Ansicht der Luxemburger Richter muss ein Urheber künftig explizit um Erlaubnis gefragt werden, wenn ein von ihm geschaffenes Werk im Netz neu veröffentlicht wird. Das gilt auch dann, wenn es auf einer anderen Website mit dem Wissen des Urhebers frei verfügbar ist.
mehr »

Digitalcourage klagt gegen Staatstrojaner

„Die Große Koalition hat Staatstrojaner in die Strafprozessordnung gebracht, wir klagen dagegen“, heißt es bei Digitalcourage. Der Verein hat am 7. August in Karlsruhe eine entsprechende Verfassungsbeschwerde eingereicht.
 Die Beschwerdeführer_innen fordern, mehrere Absätze in den Paragraphen 100a, 100b und 100d der Strafprozessordnung (StPO) für verfassungswidrig und nichtig zu erklären, da sie unverhältnismäßig in das IT-Grundrecht und das Fernmeldegeheimnis eingriffen.
mehr »