Tarifergebnisse Print angenommen

Die Rote Karte für die Verleger - hier auf der Streikkundgebung in Ulm 2016
Foto: Rudi Kleiber

Mit einer „Task Force Trendumkehr” die nächste Tarifrunde vorbereiten

Mit großer Mehrheit hat die Tarifkommission der dju in ver.di am 28. Juli dem Verhandlungsergebnis für die über 14.000 Journa­list_innen an Tageszeitungen zugestimmt. Im Vorfeld gab es vor allem von Streik-Aktiven Kritik am Abschluss. Daraufhin wurde auf M Online ein Forum dazu angeboten, das von vielen genutzt wurde. Die Tarifkommission bewertete das Tarifergebnis letztlich „als realistischen Ausdruck des Kräfteverhältnisses”. Gleichfalls angenommen wurde in der Sitzung der Tarifabschluss für die 5.000 Redakteurinnen und Redakteure in Zeitschriftenredaktionen, der am 27. Juni erreicht worden war.

In den Tageszeitungen gibt es ab dem 1. Juni 2016 für die Journalist_innen 1,5 Prozent mehr Geld und zum 1. August 2017 nochmals 1,6 Prozent. Das Ergebnis gilt bundesweit für Angestellte, Freie und Pauschalisten. Der neue Gehalts- und Honorarabschluss läuft bis 2017, der Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen wie die Zahl der Urlaubstage, die Höhe des Urlaubsgeldes und der Jahresleistung geregelt sind, ist unverändert frühestens zum 31. Dezember 2018 kündbar.

Die Gehälter für Redakteur_innen in den Zeitschriften werden ab dem 1. September 2016 um 1,5 Prozent und ab dem 1. September 2017 um 1,6 Prozent erhöht. Der Tarifvertrag hatte sich an den Abschlüssen der Branchen Druckindustrie und Zeitungsverlage orientiert. Er soll rückwirkend ab 1. April dieses Jahres und dann für eine Laufzeit von 25 Monaten bis Ende April 2018 gelten.

In der Sitzung der Tarifkommission wurde der Tarifabschluss für die Tageszeitungsredaktionen auch vor dem Hintergrund der Streikbewegung und der Verhandlungsstrategie von allen Seiten nochmals beleuchtet. Hunderte Streikende vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in Niedersachen, NRW und im Norden waren für die Anerkennung ihrer Arbeit, deren Wert sich auch in mehr Gehalt bemisst, auf die Straße gegangen. Nicht alles konnte erreicht werden und so gab es vielerorts auch Enttäuschung. Dafür gab es viel Verständnis und auch Dank an jene, die gestreikt haben. Dennoch wurde angesichts des derzeitigen Kräfteverhältnisses Realismus und Offenheit für Kritik angemahnt.

Schon im Diskussionsforum auf M Online (https://mmm.verdi.de/forum/) hatten sich diverse Mitglieder der dju in ver.di zum Teil sehr kritisch mit dem Verhandlungsergebnis auseinander gesetzt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie sich die Kräfteverhältnisse zugunsten der Kolleginnen und Kollegen verändern ließen in einer Verlagslandschaft, deren Tarifbindung zunehmend erodiert. Es wurde zu einer „Trendumkehr” aufgerufen. Darin war sich auch die dju-Tarifkommission einig. Sie muss innerhalb der Laufzeiten der Tarifver­träge vorbereitet werden. In einer „Task Force Trendumkehr” sollen dafür Ideen entwickelt werden, um die gewerkschaftliche Durchsetzungsfähigkeit zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in Zeitungsverlagen voran zu bringen. Dazu sind Anregungen herzlich willkommen und können an dju-info@verdi.de geschickt werden.      w

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