ver.di fordert Update für den Kinotarif

KÖLN. In der zweiten Runde der Kinotarifverhandlungen am 8. Juni in Köln ist deutlich geworden, der HDF will den Tarifvertrag an vielen Stellen abwerten. Die im Jahr 2001 vereinbarte Arbeitszeitverkürzung auf 38 Std. soll auf 40 Std. ohne Lohnausgleich zurückgedreht werden.

Für die Beschäftigten heißt dies in erster Linie etwa 5% weniger Lohn. Die kürzeste Schichtlänge soll von bisher 4 auf 3 Stunden verkürzt werden, für Teilzeiter hieße dies mehr Arbeitstage oder weniger Lohn. Der Zuschlag von 100% für Arbeit am Heiligabend soll ebenso gestrichen werden wie Nachtzuschläge und Feiertagszuschläge bei der Berechnung von Lohnfortzahlung bei Krankheit. Weitere Verschlechterungen sind für Filmvorführer und Servicekräfte vorgeschlagen worden.
All das wird mit dem Begriff „Modernisierung“ bemäntelt. Die ver.di-Verhandlungskommission hat dagegen in dieser Verhandlung eine echte Modernisierung des Tarifvertrags gefordert, der für alle Beschäftigten in Kinounternehmen gelten muss ebenso wie für die MitarbeiterInnen in den Kinoverwaltungen. Für letztere sollen auch erstmals Mindestgehälter eingeführt werden. Dabei sind bessere Arbeitsvertragsregelungen und -Einkommen zu erhalten. Zukünftige Tariferhöhungen sollen auch hier Anwendung finden. ver.di bleibt für alle Beschäftigten bei der Lohnforderung von 5%. Gerade Kinobeschäftigte benötigen nach Jahren unterdurchschnittlicher Tariferhöhungen nun eine spürbare Einkommensverbesserung. Als nächster Verhandlungstermin wurde der 12. Juli (nach Redaktionsschluss) in Berlin vereinbart.

wen 
nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Kino-Streiks zur Berlinale wirken 

Die Streiks während der Internationalen Filmfestspielen Berlin (Berlinale) haben Bewegung in die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Kinobetreiber CineStar gebracht. „Die Verhandlungen heute fanden in einer spürbar konstruktiveren Atmosphäre statt als beim letzten Mal“, so ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn bei der soeben beendeten zweiten Tarifverhandlungsrunde in Berlin.
mehr »

ver.di will Anhebung der Niedriglöhne im Kino

Kein Lohn unter 16 Euro, so lautet die zentrale Forderung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in der aktuellen Tarifauseinandersetzung der Kinobranche. Ziel ist es, für die rund 2.500 Kinobeschäftigten sozial gerechte und existenzsichernde Einkommen zu erreichen, deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.
mehr »

Gehaltserhöhung bei dpa gefordert

Für die Nachrichtenagentur dpa, ihre Landesbüros und die dpa-Tochterunternehmen im zentralen Newsroom in Berlin haben die Tarifverhandlungen am 15. Januar begonnen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert in den zusammen mit dem DJV aufgenommen Verhandlungen eine einheitliche Erhöhung aller Gehälter um einen Festbetrag von 350 Euro im Monat.
mehr »

Shorts sind keine Hosen

Ein Video-Clip zeigt, wie die Entsorgungsbetriebe einer großen Ruhrgebietsstadt Sperrmüll aufladen und entsorgen. Ein anderer befasst sich mit einem Fußballspiel des Regionalligisten Rot-Weiss-Essen. Und dann noch ein Clip, indem eine junge Redakteurin ihren Arbeitsalltag bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Funke Mediengruppe) in Bochum beschreibt.
mehr »