ver.di lehnt faulen Tarif-Kompromiss bei Deutscher Welle ab  

Als nicht tragbaren, faulen Kompromiss hat die ver.di-Tarifkommission ein vorläufiges Tarifergebnis bewertet, das am 1. Februar in den Verhandlungen bei der „Deutschen Welle“ verabredet wurde. Das Ergebnis war unter den Vorbehalt der Zustimmung des DW-Verwaltungsrates und der gewerkschaftlichen Tarifkommissionen gestellt worden. Die ver.di-Tarifkommission lehnte es einstimmig ab und fordert die zügige Fortsetzung der Verhandlungen.

Das bisherige Verhandlungsergebnis, so schätzte die Tarifkommission von ver.di ein, läge im Volumen deutlich unter dem, was im öffentlichen Dienst und in anderen Rundfunkanstalten tariflich vereinbart wurde. Die Mehrheit der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätte ohne die Zusage der Erhöhung der Effektivhonorare keinen Cent mehr in der Tasche gehabt. Auch eine soziale Komponente habe gefehlt.

Selbst wenn der DJV den Kompromiss billige, sei er für ver.di auch deshalb unannehmbar, weil er gegen den gültigen Tarifvertrag verstößt, indem die Erhöhung der Renten für die Altversorgten auf ein Prozent gedeckelt würde.

Die Verwaltungsdirektorin der „Deutschen Welle“ hat daraufhin bemängelt, dass „eine Gewerkschaft“ aus dem „gefundenen Verhandlungskompromiss ausgeschert“ sei. Das stellt die ver.di-Tarifkommission richtig, indem sie erklärt, zwar das bisherige Verhandlungsergebnis abzulehnen, aber für weitere Verhandlungen offen zu sein. ver.di habe dazu einen Vorschlag unterbreitet und die Tarifpartner aufgefordert, die Tarifrunde unverzüglich fortzusetzen. Der ver.di-Vorschlag sieht Vergütungserhöhungen für Feste und Freie sowie Rentenanpassungen gemäß den tariflichen Regelungen vor. Die detaillierten Forderungen stehen zum Download auf einem ver.di-Flugblatt bereit.

Siehe auch: https://rundfunk.verdi.de

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Krasse Kürzungen bei ARD und ZDF

  Für 58 Cent bekommt man heutzutage beim Bäcker allenfalls ein Brötchen von gestern. Dennoch haben einige Bundesländer ARD und ZDF eine entsprechende Erhöhung der Rundfunkabgabe auf monatlich 18,94 Euro verweigert. Trotz einer Verfassungsbeschwerde der Sender wird der Beitrag erst 2027 steigen, und dann wohl nur um 28 Cent. Vor allem innerhalb der ARD muss daher noch mehr gespart werden. Das schließt auch einen weiteren Stellenabbau mit ein.
mehr »

Medien-NGOs im Visier der Rechten

In Deutschland nehmen die Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen zu – angefeuert von extrem rechten Akteur*innen aus Politik, Medien und PR. Ihre Diffamierungs- und Desinformationskampagnen zielen darauf, vor allem Nichtregierungsorganisationen, finanziell auszutrocknen. Damit gefährden sie auch die Arbeit demokratischer Medienprojekte.
mehr »

Filmtipp: Was haben wir gelacht

Der Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ mit Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blickt facettenreich, differenziert und  kurzweilig aus weiblicher Perspektive auf die Rolle der Frau in der Fernsehunterhaltung der Neunziger- und Nullerjahre. Eva Müller und Isabel Schneider dokumentieren mit Hilfe vieler Show-Ausschnitte, wie misogyn und homophob diese Zeit war.
mehr »

KI-Resilienz im Journalismus

In der aktuellen KI-Debatte schenkt sich keiner was. Kaum taucht der Verdacht auf, ein Kollege habe ChatGPT oder Claude zum Schreiben mitgenutzt, beginnt vielerorts bereits die öffentlichkeitswirksame KI-Spurensuche.Die aktuelle KI-Debatte zeigt, warum Redaktionen endlich praxistaugliche Leitlinien für einen souveränen Umgang mit der KI brauchen.
mehr »