Fotografie zwischen Pool und Handout

Schulstreik für Klimaschutz vor dem Reichstagsgebäude am 14. Dezember 2018 in Berlin.
Foto: Christian Mang

Auszug aus dem Interview mit Christian Mang, veröffentlicht im Sammelband „Corona und die journalistische Bildkommunikation“, herausgegeben von Felix Koltermann

Der Fotojournalismus und die Pressefotografie leben von der Begegnung mit Menschen. Insofern ist es nicht erstaunlich, dass Corona nicht nur wirtschaftlich erheblichen Einfluss auf die Arbeit von Fotojournalist*innen hatte, sondern auch die Arbeitsrealität verändert hat. Mit dem Berliner Fotojournalisten Christian Mang, der sowohl freischaffend für verschiedene Zeitungen als auch für die Agentur Reuters tätig ist, sprach Felix Koltermann über den Alltag fotojournalistischen Arbeitens unter Pandemiebedingungen, neue Gefahren für die Pressefreiheit und die Veränderungen auf dem Bildermarkt.

Das vergangene Jahr hat aufgrund der Coronapandemie zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen geführt. Wie hat sich das ökonomisch auf Dein Geschäftsmodell ausgewirkt?

Also ich glaube, dass ich im Gegensatz zu manch anderen Kolleg*innen bis jetzt relativ gut durchgeschifft bin. Vor allem bei Fotograf*innen, die sich auf Veranstaltungen wie Messen oder Konzerte, auf Sport- oder Promi-Events spezialisiert haben, ist ja wirklich fast alles weggebrochen. Weil ich mit Kund*innen aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeite, ist das bei mir etwas anders. Aber auch bei mir sind viele nicht journalistische Jobs ausgefallen, dafür aber journalistische hinzugekommen. Was ausfällt, sind viele Veranstaltungen – wie etwa der Karneval der Kulturen, der bereits im zweiten Jahr abgesagt wurde –, bei denen ich weiß, dass ich für einen journalistischen Auftrag gebucht worden wäre. Da für solche Aufträge immer relativ kurzfristig gebucht wird, kann ich nirgendwo geltend machen, dass der Auftrag abgesagt wurde. Er kam einfach durch die ausfallenden Events nicht zustande. Und dann gibt es unzählige Beispiele von Großdemonstrationen, aber auch anderen Events wie z. B. das Public Viewing zur EM, die nicht mehr stattfinden. Das sind vor allem Bilder, von denen ich zwar aktuell vielleicht nur ein paar veröffentliche, die sich aber im Archiv über die Jahre recht gut verkaufen. Da kann ich jetzt noch gar nicht abschätzen, was Corona für eine Lücke in meinem Archiv hinterlässt und was mir die nächsten Jahre an Archivverkäufen fehlen wird.

Wenn wir mal auf politische Termine in Berlin schauen, wie hat sich da unter Corona der Zugang entwickelt? Hat dort auch das Poolen zugenommen?

Also das Poolen hat auf jeden Fall stark zugenommen, bei ganz vielen Regierungs-, Partei- und Ministeriumspressekonferenzen und Terminen. Bei einem Kanzleramtstermin z. B. sind jeweils ein*e Fotograf*in von AP, Getty, der Bundespressekonferenz und von offizieller Seite  zugelassen. Früher waren da wahrscheinlich mehrere freie Fotograf*innen von kleineren Agenturen dabei. In einem Ministerium war nur noch ein*e Fotograf*in zugelassen. Und ein anderes Ministerium hat noch mehr reguliert und macht gar keine Termine mehr öffentlich, sondern verschickt nur noch die Pressemitteilung und stellt eigene PR-Bilder oder Handout-Bilder zum Download auf die Website.

In Berlin merkt man das aber auch im Lokalen. Museen z. B., die früher Ausstellungsvorbesichtigungen zur Berichterstattung gemacht haben, oder auch der Zoo laden gar nicht mehr groß ein, sondern nur noch eine Nachrichtenagentur und den RBB. Später gibt es dann eine Pressemitteilung zur Ausstellung und den Hinweis, dass es die Bilder bei der Nachrichtenagentur gibt. Ein besonderes Beispiel war auch die Silvesterfeier am Brandenburger Tor 2020. Da gab es keine Möglichkeit, sich zu akkreditieren. Es ist auch vorher kommuniziert worden, dass es kein Feuerwerk geben wird, es sich also gar nicht lohnt, dort hinzukommen. Um Mitternacht gab es dann doch ein Feuerwerk. Und ein Nachrichtenagentur-Fotograf, der sozusagen embedded war, war dann der Einzige, der als Pool-Fotograf für alle anderen Agenturen Feuerwerksbilder rausgegeben hat.

Hat sich die Coronapandemie noch auf eine andere Art auf Deine Arbeit ausgewirkt, die wir noch nicht angesprochen haben?

Was man ebenfalls merkt, ist, dass es noch mehr Konkurrenz gibt. Da ganz viele Sportveranstaltungen ausfallen oder gepoolt sind und der ganze Event- und Rote-Teppich-Bereich wegfällt, gibt es viele Fotograf*innen, die sich andere Themen suchen. Und da arbeiten jetzt im Bundestag – was übrigens im bundespolitischen Bereich eines der wenigen Dinge ist, die man ohne Pool fotografieren kann – auf der Tribüne plötzlich mehrere Fotograf*innen, die eigentlich Events fotografieren. Ähnliches passiert bei kleinen Berlin-Themen, zu denen ich hingehe, weil sie bei mir ums Eck sind. Früher hätte ich das eventuell für zwei Lokalberichte verkauft. Jetzt schicken auch eine Nachrichtenagentur und ein oder zwei Tageszeitungen ihre Fotograf*innen hin. Die Kolleg*innen meinen, dass sie den Termin nur mitnehmen, weil es sonst keine Themen zu fotografieren gibt. Teil dieses Mehr an Konkurrenz ist auch, dass z. B. nach größeren Demonstrationen den Fotoagenturen eine richtige Bilderflut angeboten wird. Es gibt von einer Veranstaltung dann nicht mehr nur 150 Bilder, sondern plötzlich 900 oder mehr nur bei einer Agentur. Das ist mir z. B. letztes Jahr bei der großen Black-Lives-Matter-Demonstration in Berlin aufgefallen, nach der es eine fast schon unüberschaubare Bilderflut gab. Eine Fotoagentur hatte über 980 Fotos der Kundgebung im Angebot, eine andere immerhin noch mehrere Hundert, sodass ich mich gefragt habe, wie man als Bildredakteur*in da noch die zehn besten Bilder rausfiltern will.

Für Selbstständige wurden ja verschiedene Hilfsprogramme sowohl der Bundesländer als auch der Bundesregierung aufgelegt. Wie beurteilst Du diese Programme und welche hast Du in Anspruch genommen?

Da das sehr vom Bundesland abhängig war, kann ich eigentlich nur für Berlin sprechen. Hier gab es einmalig diese 5.000 Euro Soforthilfe, die auch nicht zweckgebunden waren, also auch für den Lebensunterhalt und für Honorarausfälle verwendet werden konnten. Die war für viele Fotograf*innen sehr hilfreich. Und dann gab es ja danach ganz lang diesen Schwung verschiedener Bundeshilfen für Freiberufliche ab Mai/Juni letzten Jahres und dann noch mal Ende 2020. Aber diese Hilfen waren zweckgebunden für Betriebsausgaben. Wenn man nicht das ganze Equipment oder einen Firmenwagen geleast, sondern das direkt bezahlt hat und dann sowieso im Homeoffice arbeitet, hat man keine großen Betriebskosten, die man geltend machen kann. Da bleibt für viele Freiberufler*innen, wie in anderen Branchen auch, als einzige Lösung, Hartz IV zu beantragen. Dank des Preisgelds der Rückblende 2020 habe ich die Neustarthilfen dieses Jahr nicht beantragt. Aber ich weiß von Kolleg*innen, dass die Bedingungen dieser Hilfen so formuliert sind, dass sie auch freiberufliche Fotograf*innen nutzen können.

Ein politisches Thema in Deutschland, das Du auch fotografisch begleitet hast, waren die Proteste gegen die Coronamaßnahmen. Wie hast Du als Fotograf diese Art von Protesten erlebt?

Zuspitzend würde ich sagen: Am Anfang war das noch recht klein. An der ersten Hygiene-Demonstration nahmen nur wenige Hundert Leute teil. Das war auch noch viel heterogener. Da waren von links angehauchten Demonstrant*innen, denen es um die Grundrechtseinschränkung ging, über Leute mit Verschwörungstheorien über Bill Gates und Co. bis hin zu irgendwelchen Rechten alle möglichen Leute dabei. Im Laufe des Jahres konnte man die Radikalisierung und auch – ich würde sagen – die zunehmende Irrationalität bei den verschiedenen verbreiteten Theorien – egal ob es darum ging, dass Tests oder Masken schädlich sind oder wer auch immer angeblich die Weltbevölkerung ausdünnen möchte – ganz gut beobachten. Im gleichen Maße hat dann auch die Pressefeindlichkeit zugenommen.

Kannst du das ein bisschen ausführlicher beschreiben? Wie hat sich für dich, der du ja seit mehr als einem Jahrzehnt Demos fotografierst, diese Pressefeindlichkeit dargestellt?

Mittlerweile ist es ja wirklich so, dass man bei bestimmten Veranstaltungen unabhängig vom Medium, für das man arbeitet, per se als Feind eingeordnet wird. Dafür reicht es, dass man als Journalist erkennbar ist, egal ob man eine Fernsehkamera auf der Schulter hat, eine Fotokamera trägt oder auf einem Block mitschreibt. Und das auch nicht mehr von einzelnen radikalen Gruppen oder Teilnehmer*innen, sondern wirklich von einem Großteil der Demonstrant*innen. Früher war es so, da wusste ich natürlich, wenn ich bei einer Nazi-Demonstration fotografiere, da muss ich aufpassen. Aber heute passiert es – wie jetzt bei den letzten Demonstrationen in Kassel – ganz häufig, dass die Angriffe von „bürgerlichen“ Leuten ausgehen und ich den Eindruck habe, dass da im letzten Jahr viele Hemmungen gefallen sind. Journalist*innen werden nicht mehr als Teil des demokratischen Meinungsbildungsprozesses und einer pluralistischen Medienlandschaft, in der auch unterschiedliche Meinungen ihren Platz haben müssen, sondern als zu bekämpfende Gegner*innen betrachtet.

Welche Rolle spielt die Polizei bei diesen Protesten und was erwartest Du von ihr als Fotojournalist?

Die Erwartung ist, dass die Polizei zwei Grundrechte schützen muss: das Recht auf Demonstrationsfreiheit genauso wie das Recht auf freie Berichterstattung. Deswegen erwarte ich auch, dass die Polizei in solchen Situationen die Journalist*innen bei Angriffen beschützt und sicherstellt, dass wir unsere Arbeit machen können. Wenn Polizeibeamt*innen Journalist*innen auffordern, eine Demonstration zu verlassen, da sie nicht für deren Sicherheit garantieren können, hat die Polizei ihren Job nicht gemacht. Was ich selbst in Berlin erlebt habe, war sehr durchmischt. Einmal hat mich ein Demonstrationsteilnehmer behindert und hat mir die Kamera runtergedrückt, als ich fotografieren wollte. Da hat es keine 30 Sekunden gedauert und ein aufmerksamer Hundertschaftspolizist ist dazwischengegangen und hat den Demonstranten belehrt und ihn weggeschickt und ihm Konsequenzen angedroht, wenn er mich weiter behindere. Ich habe aber auch erlebt, dass ein Kollege von einem Demonstrationsteilnehmer geschlagen und angespuckt wurde und die danebenstehenden Polizist*innen dann sinngemäß meinten: „Na ja, wenn ihr den mit Kameras immer provoziert, dann geht halt weg.“ Trotz allem glaube ich, dass die Berliner Polizei bei dem Thema schon ein Stück weiter ist als in vielen anderen Bundesländern. Da ist es häufig so, dass die Polizei sich passiv verhält oder sogar aktiv die Journalist*innen wegschickt, weil es für die Polizist*innen die Arbeit einfacher macht.

Also hängt es quasi von der Ausbildung oder vom Bewusstsein auch aufseiten der Sicherheitsbehörden ab, ob und wie Du deine Arbeit machen kannst?

Ja, auf jeden Fall. Bei den Querdenker-Demonstrationen laufen sehr viele Streaming-Aktivist*innen mit irgendwelchen selbst gebastelten oder im Netz gekauften Presseausweisen rum. Da gab es lange das Problem, dass viele Polizist*innen gar nicht mehr den bundeseinheitlichen Presseausweis, der von den großen Verbänden ausgegeben wird, von einem selbst gebastelten und laminierten Presseausweis unterscheiden konnten. Für die Polizist*innen muss es jedoch klar ersichtlich sein, wer wirklich journalistisch arbeitet und bei wem es sich um Aktivist*innen mit Fake-Presseausweisen handelt. Ich weiß aber, dass in mehreren Bundesländern dazu Gespräche zwischen unseren Journalistenverbänden und der Polizeiführung laufen.

Du hast soeben auch die Rolle der Verbände angesprochen? Wie hast Du deren Umgang mit dem Thema im letzten Jahr erlebt?

Da kann ich wieder vor allem für Berlin sprechen. Und da muss ich sagen: gerade sehr positiv. Vor allem die dju engagiert sich da sehr stark. Es ist auch häufig ein*e Vertreter*in des Verbands bei den Demonstrationen vor Ort oder führt im Vorfeld Gespräche mit der Polizei, um auf die Gefährdungslage hinzuweisen. Und sie versuchen dann auch im Nachhinein aufzuarbeiten, was schlecht gelaufen ist. Da merkt man auch wirklich, wenn ich jetzt zurückdenke an die erste große Querdenker-Demonstration auf der Straße des 17. Juni letzten Sommer bis heute, dass es auf jeden Fall eine Veränderung bei der Polizei im Umgang mit und auch beim Schutz von Journalist*innen gibt. Daher glaube ich, dass der Einsatz der Verbände schon Wirkung zeigt.

Wenn Du jetzt die Erlebnisse auf diesen Corona- und auf den Hygiene-Demos einordnest, gibt es da so eine Konstanz von Dingen, die Du in den letzten Jahren erlebt hast, oder ist das ein neues Phänomen?

Ich würde sagen, dass es mit Pegida begonnen hat. Ich habe gelesen, dass Lutz Bachmann den Begriff „Lügenpresse“ wieder salonfähig gemacht oder überhaupt wieder ins Gespräch gebracht hat, der lange vorher nicht oder nur von der extremen Rechten benutzt wurde. So ab Ende 2014, Anfang 2015 gab es mit Pegida ein immer stärkeres Einsickern von diesem Feindbild Lügenpresse. Das merke ich teilweise auch bei Gesprächen mit entfernten Bekannten, die plötzlich behaupten: „Die Presse, ihr lügt doch eh alle und eure Bilder zeigen nicht die Wahrheit.“ Ich versuche dann zu erklären, wie Bilder zustande kommen und dass nicht alles gelogen sein muss, nur weil es gerade nicht dem eigenen Weltbild entspricht. So wurde schon die letzten fünf, sechs Jahre dieses einfache Feindbild der Presse oder Lügenpresse aufgebaut. Und gleichzeitig ist es auch immer mehr zu den bürgerlichen oder sich zumindest bürgerlich gebenden Demonstrant*innen durchgesickert, dass es dazugehört, Presse zu behindern, oder dass sich umstehende Demonstrant*innen nicht mehr davon distanzieren oder eingreifen, wenn Journalist*innen angegriffen oder bei der Arbeit behindert werden.

Zum Abschluss würde ich gerne noch mal auf die Bildberichterstattung über die Pandemie zu sprechen kommen. Wie hast Du als professioneller Beobachter die im letzten Jahr wahrgenommen und was ist Dir da aufgefallen?

Mir ist aufgefallen, dass gerade im deutschsprachigen Raum sehr viele Bilder einfach fehlen, die es aus anderen Ländern gibt. Ich denke z. B. an die Drohnenbilder aus der „New York Times“, die zeigen, wie in New York große Gräberfelder ausgehoben worden sind. Und ich habe noch eine großartige Reportage in der 2New York Times“ aus Bergamo vor Augen. Mit Bildern von Erkrankten, die zu Hause von den Angehörigen gepflegt und von Sanitäter*innen abgeholt werden, mit Bildern aus überfüllten Krankenhausfluren und aus den Intensivstationen, von gestapelten Särgen in Leichenhäusern und von trauernden Angehörigen auf Beerdigungen. Mit jedem Bild empfindet man förmlich die Angst und das Leiden der Erkrankten, die Erschöpfung, zugleich den Durchhaltewillen der Sanitäter*innen, Pflegekräfte und Ärzt*innen und die Trauer der Angehörigen selbst mit. Solche Bilder haben in Deutschland gefehlt, fand ich. Und mein Eindruck ist, dass stattdessen viel mehr mit Symbolbildern gearbeitet wurde: egal ob das Foto einer deutschen Intensivstation, auf der man von hinten Ärzt*in oder Pfleger*in sieht, der/die an einem medizinischen Gerät hantiert, Bilder von gesperrten Spielplätzen, von Spritzen mit dem Aufdruck „Coronaimpfstoff“, von am Boden liegenden Masken, von am Scrabblebrett gelegten Wörtern wie „Pandemie“ oder abfotografierte Bildschirme der Website des RKI mit den aktuellen Fallzahlen. Meistens habe ich Fotos gesehen, die irgendwie das Thema Corona illustrieren, aber in sich selbst nichts über die aktuelle Situation oder den Verlauf der Pandemie erzählen. Es gab dann zwar diesen Moment, als die Todeszahlen in Sachsen so stark gestiegen sind, als es auch Reportagen und Bilder aus einem überfüllten Krematorium gab. Aber das war in meinen Augen doch eher eine Ausnahme.

Würdest Du damit sagen, dass aus deiner Perspektive in Deutschland so was wie ikonische Bilder zur Pandemie fehlen?

Ich finde, die würde es auf jeden Fall brauchen oder hätte es vielleicht auch schon viel früher gebraucht. Denn ich glaube, dass solche Bilder wirkmächtiger sind und die Dramatik der Lage anders vermitteln und den Leser*innen die verschiedenen Aspekte der Pandemie näherbringen als beispielsweise Diagramme des Infektionsgeschehens. Wahrscheinlich werden in 20 Jahren diese Bilder vom Friedhof in New York und die Bilder aus Bergamo mit den Militärlastwagen, die die Särge abtransportieren, Fotos von abgekämpftem medizinischem Personal in Italien oder den USA oder Bilder von Patient*innen, die vor italienischen Notaufnahmen in ihren Autos mit Sauerstoff versorgt werden, als ikonische Bilder der Pandemie im kollektiven Gedächtnis bleiben. Aber aus Deutschland fällt mir eigentlich jetzt kein Foto dazu ein.

Vielen Dank für das Gespräch.

Christian Mang studierte an der Freien Universität Berlin Kommunikationswissenschaft mit den Nebenfächern Soziologie und Politik. Das Studium schloss er 2011 mit einer Masterarbeit zum Thema „Fotojournalismus in der Ära der Digitalisierung und Globalisierung“ ab. Seit 2007 arbeitet er als freier Fotojournalist, seit einigen Jahren als freier Fotograf bei der Nachrichtenagentur Reuters. Seine Bilder erschienen in einer Vielzahl von Publikationen wie „taz“, „Süddeutsche Zeitung“, „Spiegel oder „Stern“. Auch NGOs wie Greenpeace und Lobby Control sowie Verbände wie ver.di gehören zu seinen Kund*innen.


Corona und die journalistische Bildkommunikation Praktiken und Diskurse des Visuellen

Herausgegeben von Dr. Felix Koltermann  

Nomos,  2021, 145 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-8487-7887-4

29,00 € inkl. MwSt.

 

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