Editorial: Kein Mangel an neuen Aufgaben

Ein weiteres Jahr der Umbrüche und zahlreicher technischer Innovationen in der Medienbranche geht zu Ende. Globale Medienkonzerne à la Google & Co bauen ihre Marktmacht aus, deutsche Unternehmen versuchen, Schritt zu halten. Teilweise gelingt das, Wachstumsraten für die nächsten fünf Jahre werden prognostiziert.

Jedoch betrifft das vorrangig den digitalen Bereich in Konzernen, die sich vom klassischen Printverlag zum Plattformplayer gemausert haben (S. 6–10). Da vor allem bei den Tageszeitungen der Auflagenschwund scheinbar unaufhaltsam voranschreitet, wird mit publizistischer Konzentration, Gemeinschaftsredaktionen, mehr Leser-Interaktion und Kooperationen, auch beim Vertrieb, gegengesteuert. All das ging 2017 wieder einher mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen, Tarifflucht und weniger Interessenvertretung in ausgegliederten Betrieben. M – Menschen Machen Medien 4/2017 hat deshalb einige der größten deutschen Medienkonzerne „porträtiert“ (S. 12–16) Mit dem Blick in eine Madsack-Lokalredaktion werden Rationalisierungsfolgen konkret erlebbar (S.18/19). Das Red Bull Media House steht beispielhaft für einst medienfremde Konzerne aus dem In- und Ausland, die sich inzwischen erfolgreich auf dem Zeitschriften- und Rundfunkmarkt tummeln (S.17).

Mit dem Spiegel begibt sich M auf die „Suche nach der Wahrheit“ (S. 20/21). Ein Lehrbeispiel, wie Berichterstattung nicht sein darf, gemessen an journalistischen Qualitätsstandards. Auf M Online wird die Geschichte um einen Artikel des Nachrichtenmagazins zur G20-Berichterstattung im Sommer in Hamburg noch ausführlicher dargestellt und dokumentiert. https://mmm.verdi.de

Den Auftritt von M als aktuelle Online-Publikation sowie als Print-Magazin, das vier Mal im Jahr mit einem Themenschwerpunkt erscheint, gibt es nunmehr seit zwei Jahren. Die Resonanz ist durchweg positiv. Gleichwohl wollen wir beide Formate weiterentwickeln und hoffen dabei auch künftig auf die Mitarbeit von Autor_innen und Leser_innen durch konstruktive Kommentare sowie Themenvorschläge. Die ver.di-Zeitschrift Kunst und Kultur, neben M und Druck+Papier vom Fachbereich Medien, Kunst und Industrie herausge­geben, wird sich im kommenden Jahr verändern. In welche Richtung, das werden die Kunstfachgruppen entscheiden (S.5).

So wird es uns allen auch 2018 nicht an Herausforderungen und neuen Aufgaben mangeln. Der erste Treff für Medienschaffende wird der Journalistentag „Under Pressure – Die Freiheit nehm ich dir“ am 20. Januar in Berlin sein. Anmeldung unter https://dju.verdi.de. Die M-Redaktion wünscht allen besinnliche Tage zum Jahresausklang und einen guten Start ins neue Jahr. Die nächste gedruckte M erscheint im März 2018.

 

 

 

 

Der Königsbau am Schlossplatz

in Stuttgart

in weihnachtlichem Glanz

nach oben

weiterlesen

Nah am Geschehen

Er mag seinen Job sehr. Das merkt man am Enthusiasmus, mit dem Caspar Sachsse über ihn spricht: „Es gibt immer Abwechslung, ich reise viel, halte mich dabei selten länger an einem Fleck auf und ich sehe unübliche Orte. Ich war schon mal in einer Ketchup-Fabrik, wer kann das schon von sich sagen?“ Das merkt man aber auch am Eifer, mit dem er über das Drumherum spricht: „Ich erwarte mehr Verständnis von Politik und Behörden, dass unser Status endlich als solcher akzeptiert wird und die Rahmenbedingungen sich ändern!“
mehr »

Spiel mit den Worten

„Voller Aufregung ob des nahenden Abenteuers erreichte ich den Hafen. Der Kapitän war noch nicht eingetroffen, also genoss ich die kühle Luft an Deck.“ So beginnt die Reise eines Entdeckers im Computerspiel „The Curious Expedition“, in dem man als illustre Figur der Geschichte fremde Regionen entdeckt und allerlei Abenteuer erlebt. Das Spiel des Entwicklers Maschinen-Mensch erschien vor zwei Jahren zuerst in englischer Sprache. Dafür gesorgt, dass auch deutschsprachige Spielende in Entdeckerlaune kommen, hat Iris Schäfer.
mehr »

Der Wert der Bilder

Der Erfolg eines Unternehmens hängt, nicht nur im Internet, sondern auch auf Facebook, Instagram, Pinterest und anderen Plattformen, vor allem von einem guten Bild ab. Reichweite, Page-Impressions, Visits, Klicks, Follower, Freunde bestimmen den „Wert“ einer Website, eines Blogs, des Auftritts eines Mediums oder eines Unternehmens in den Sozialen Medien, generieren Werbeeinnahmen, sind eine Rechtfertigung für die Kosten bei „Paid Content“. Professionelle Fotografen tragen mit ihrer Arbeit den Hauptteil zu journalistischem wie gewerblichem visuellen Content bei.
mehr »

(Stress-)Frei arbeiten!

Die meisten Freiberufler_innen lieben die Freiheit, mit der sie ihre Arbeit organisieren können. Doch sehr schnell kann diese Freiheit in ungesunden Stress ausarten. Die Gründe dafür sind oft mangelnde Strukturiertheit und Selbstdisziplin – heutzutage ein weit verbreitetes Problem, auch unter Angestellten! Die freie Journalistin Monique Hofmann hat mit dem Motivationspsycho­logen und Autor des Zeitmanagement-Bestsellers „Golden Rules“, Dr. Martin Krengel, über gute ­To-Do-Listen, Prokrastination, effizientes Pausenmanagement und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben gesprochen.
mehr »