Bayerischer Rundfunk übernimmt ARD-Vorsitz

Die ARD-Intendantinnen und –Intendanten haben in einer Pressekonferenz über die Inhalte und Entscheidungen ihrer Hauptversammlung informiert, die am 18. und 19. September beim WDR in Köln stattgefunden hat. Dabei gaben sie unter anderem bekannt, dass der ARD-Vorsitz ab 2018 vom Bayerischen Rundfunk (BR) übernommen wird. BR-Intendant Ulrich Wilhelm empfängt dann das Zepter von der bisherigen Vorsitzenden Karola Wille.

Außerdem wurde auf der Hauptversammlung beschlossen, den Vertrag des ARD-Programmdirektors Volker Herres um drei Jahre zu verlängern. Herres rechtfertigte während der Pressekonferenz die Entscheidung der ARD, abgesehen von den Gehältern der Intendant_innen nur pauschalisierte Angaben zu den einzelnen ARD-Vergütungen auf ihrer Website zu veröffentlichen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes tue er sich schwer damit, jedes Einzelgehalt auf Heller und Pfennig öffentlich zu machen. Zuvor hatte WDR-Intendant Tom Buhrow sein Jahresgehalt von 399 000 Euro verteidigt. Hintergrund ist, dass die ARD seit Anfang September die Gehälter der Intendant_innen auf ihrer Website veröffentlicht, detaillierte Angaben zu den Honoraren von Sportexperten etwa aber nicht öffentlich gemacht hat. Dieses Vorgehen werde auch durch das Transparenzgutachten des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Paul Kirchhof gestützt, wie Karola Wille erläuterte. Darin habe der Rechtsprofessor ein System von Transparenzverpflichtungen ausdifferenziert, welches die Offenlegung von Honoraren, Gehältern und Sendungskosten bis zu dem Punkt nicht ausschließt, wo dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk daraus Wettbewerbsnachteile gegenüber privaten Unternehmen entstünden.

Neben der Übernahme des ARD-Vorsitzes durch Ulrich Wilhelm ab 2018 war auf der Pressekonferenz außerdem das TV-Duell zwischen Martin Schulz und Angela Merkel ein Thema. ARD-Programmdirektor Herres verteidigte die Entscheidung der ARD, das Format auszustrahlen, obwohl die Kanzlerin sich entgegen den Wünschen von ARD und ZDF nur für eines statt zwei TV-Duelle zur Verfügung gestellt hatte. Man sei zwar „nicht glücklich“ mit der Sendung, es sei aber eine Güterabwägung gewesen, und da sei die ARD zu dem Schluss gekommen, dass ein Verzicht auf das TV-Duell größere Nachteile gehabt hätte, so Herres.

Des Weiteren haben die ARD-Intendant_innen auf ihrer Hauptversammlung beschlossen, den ARD-„Faktenfinder“ fortzusetzen. Das Verifikationsteam von ARD-aktuell in Hamburg soll demnach auch nach der Bundestagswahl Fake News aufstöbern und nachrecherchieren.

***Aktualisiert am 21.09.2017***

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