Quartalsblick: Sagt Springer Börse adé?

Berliner Verlagsgebäude
Foto: Axel Springer Verlag

Die Berichte zu den aktuellen Entwicklungen in der deutschen Medienwirtschaft verkünden Gewinne und Verluste. In der Konzernübersicht wird für das zweite Quartal 2019 ausgewiesen: Bei Axel Springer will der Finanzinvestor KKR groß einsteigen und den Konzern von der Börse nehmen. Von ProSiebenSat.1 hat die italienische Mediaset schon knapp zehn Prozent erworben und will vermutlich weitermachen.

Bertelsmann hat den höchsten Umsatz seit 2008 verbucht und investiert viel Geld bei Startups in Übersee. Burda hat einen „angenehmen“ Profit erzielt. Bei ARD und ZDF geht der Streit um den Rundfunkbeitrag weiter.

Die Buchbranche freut sich über einen leichten Zuwachs im Vorjahr und wohl auch 2019. Auch der Medienkonsum per Internetstream – Audio und Video – wächst, sogar rasant. Die werbeabhängigen Medienbranchen mussten 2018 hingegen Verluste bei den Erlösen hinnehmen. Erstmals war auch das Fernsehen betroffen. Bei den Digital-, PR- und Werbeagenturen ebenso wie bei den Videospielen gab es 2018 einen Aufschwung.

Zwischen April und Juni 2019 wurden 54 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, bei denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Herausragend ist Berlusconis Einstieg bei ProSiebenSat.1; Gruner+Jahr hat die Motorpresse Stuttgart verkauft. Wichtig war auch, dass Zeitfracht den insolventen Buchzwischenhändler KNV übernommen hat.

Zu den ausführlichen Quartalsberichten

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

„Desinformation gefährdet Leben“

Politische Kommunikation studierte Johannes Hillje an der London School of Economics, Politikwissenschaften an der Universität Mainz. Er arbeitet als Politik- und Kommunikationsberater und ist Autor. In seinem Buch „Mehr Emotionen wagen“ beschreibt er, wie Gefühle die politische Landschaft beeinflussen. Wir sprachen mit ihm über emotionale Wahlkämpfe, journalistische Strategien und den Umgang mit Antidemokraten.
mehr »

Leben ohne Thüringer Lokalzeitung 

Ostthüringen ist im Jahr 2023 von der Funke-Mediengruppe zur „Modellregion für die Digitalisierung des ländlichen Raums“ erklärt worden. Der Verlag stellte die Zustellung der Printausgabe der Ostthüringer Zeitung in elf Gemeinden rund um Greiz ein. Thomas Schnedler und Malte Werner vom Netzwerk Recherche haben die Folgen untersucht. Die Ergebnisse finden sich im Abschlussbericht „Lückenfüller –Was kommt, wenn die Lokalzeitung geht?“.
mehr »

Katapult MV: Die Stimme für den Norden

Die kleine Redaktion von Katapult MV stellt im Flächenland mit 1,57 Millionen Einwohner*innen mit einer monatlichen Zeitung und aktuellen Online-Beiträgen ein Gegengewicht in der Berichterstattung dar. Wir sprachen mit Chefredakteur Patrick Hinz über Lokaljournalismus, die anstehenden Landtagswahlen und den journalistischen Umgang mit der AfD.
mehr »

Berichten wo es ungemütlich ist

In autoritär regierten Staaten geraten auch ausländische Medienschaffende zunehmend unter Druck: Einreiseverbote, die Verweigerung von Visa und andere Repressionen erschweren die Arbeit von Korrespondent*innen. In vielen Fällen bleibt ihnen nur noch die Berichterstattung aus dem Ausland ohne direkten Zugang zum Land selbst.
mehr »