Schon entdeckt? nd Die Woche

Engagierte Medien

abseits des Mainstreams gibt es zunehmend mehr. Sie sind hochinteressant, aber oft wenig bekannt. Deshalb stellt M in jeder gedruckten Ausgabe und auf M Online einige davon vor.

Sie gelangt sonnabends an die Leser: Zwei Drittel des Titelblattes gehören einem Foto oder einer Grafik. Auch innen großformatige Fotos, Weißraum. Und doch keine Wochenzeitung wie andere. nd Die Woche steht links eingeklinkt auf Magenta. Obwohl hier der 74. Jahrgang vermerkt ist, gibt es diese Art des Neuen Deutschland erst ziemlich genau ein Jahr: „Aus dem Osten was Neues“ wurde der in der Redaktion, mit Leser*innen und Experten debattierte Relaunch angekündigt.

Geliefert werden seither vier klar gegliederte Bücher zu je acht Seiten. Die Veränderung betraf Inhalte und Form, nicht aber die politische Ausrichtung. Chefredakteur Wolfgang Hübner bringt diese mit „streitbares Debattenforum“ und „soziale, solidarische, antifaschistische Stimme“ auf den Punkt. nd Die Woche ist weder tagesaktuell noch blickt sie nur auf die vergangenen sieben Tage zurück. Vielmehr soll sie, mit eigener Schwerpunktsetzung durchgehend konzipiert, für gründlich aufbereitete Einordnung und Analyse sorgen, Platz zu Kommentierung bieten: nah am Zeitgeschehen, aber weniger von ihm getrieben. Diese „große Umstellung, weg von der schnellen Nachricht, die man auch anderswo bekommt“, habe sich bewährt. Eva Roth, eine der Woche-Chefinnen, berichtet von einigen Tausend zusätzlichen Probeabos. Eine erste Resonanzrunde mit Kritik an der Kopplung „großes Bild – großer Text“ lässt die Redaktion noch intensiver über die Aufsplittung komplexer Gegenstände nachdenken. Zugleich bestätige das Echo, dass die Leser*innen gerade erklärende, hintergründige Texte zu schätzen wissen: Wenn etwa der Generationenkonflikt beleuchtet oder radikale Klimaschutzziele auf ihre Machbarkeit überprüft werden. Wie man es von „linkem Qualitätsjournalismus“ erwarten könne, betrachte man gesellschaftliche Themen bewusst aus der Perspektive der sozial Schwächeren.

Von Montag an, so die von der Frankfurter Rundschau kommende Roth, würde mit Vorlauf gearbeitet. Aber man plane flexibel genug, um auch am Freitag noch aktuelle Themen kommentieren zu können. Die Blattgliederung bleibe konstant. So seien Wissenschaftsbeiträge im dritten Buch „Mikroskop“, Feature und Reportagen von den Leser*innen geschätzt, die Kolumne „Dr. Schmidt erklärt die Welt“ beliebt. „Wir interessieren uns für Menschen“, betont Roth und verweist auf das große Interview auf Seite 32, wo nicht-prominente Menschen zu Wort kommen. Auch die Rubrik „Begegnungen“ porträtiert jenseits des Mainstreams, etwa eine junge Influenzerin mit Downsyndrom, die für Inklusion kämpft. Die Redaktion bemühe sich, ihre Inhalte online und per App noch besser zu präsentieren, so Eva Roth. Und sie schwärmt von den Beiträgen ihrer Kollegen, die gesellschaftliche Phänomene – vom Strache-Video bis zum Veganismus – mit geradezu wissenschaftlicher Expertise, aber sehr verständlich sezieren.

 

 

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Schon entdeckt? Die Neue Norm

„Wir wollen behinderte Menschen empowern, selbst journalistisch zu arbeiten“, so Judyta Smykowski, Chefredakteurin von „Die Neue Norm“. Das Projekt des Vereins “Sozialhelden“ besteht aus einem Online-Magazin „für Vielfalt, Gleichberechtigung und Disability Mainstreaming“ und einem gleichnamigen Podcast auf Bayern 2. Die engagierte Journalistin gründete das Medienprojekt „Die Neue Norm“ Ende 2019 zusammen mit Raúl Krauthausen und Jonas Karpa, um alte Normen und Vorstellungen von Behinderung im Mainstream aufzubrechen.
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Die dju – ein Angebot zur Mitgestaltung

Mit dem neuen Jahrtausend kam auch für die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di einiges an Neuem. Noch bevor sie ihren 50. Geburtstag feierte, knackte sie im Jahr 2000 die 20.000-Mitglieder-Marke. 2001 kam ver.di und die dju feierte ihr halbes Jahrhundert im Retro-Look im Kölner Gürzenich. Zur 60-Jahr-Feier waren die Kolleginnen und Kollegen von Rundfunk, Fernsehen und audiovisuellen Medien in der neuen Fachgruppe Medien mit dabei. Und nun, zum 70. Geburtstag, steht der dju in ver.di wieder etwas Neues ins Haus: Ein Feiertag in Pandemiezeiten.
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Aus für Freelancer in Presse und Kultur

Clasificador Nacional de Actividades Económicas (CNAE), Register für ökonomische Aktivitäten, heißt die Liste mit 2110 Tätigkeiten, die in Kuba seit dem 5. Februar für die freiberufliche Arbeit erlaubt sind. Eine Reform mit revolutionärem Potenzial, denn bislang durften nur 127 Berufe selbständig ausgeübt werden. Auf der vier Tage später erschienenen Verbotsliste sind jedoch jedwede freiberufliche Presse-Arbeit sowie etliche Berufe in der unabhängigen Kunstszene der Insel aufgeführt.
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Schon entdeckt? Qamar

Es sei „höchst an der Zeit mit, statt über Muslim*innen zu reden“, findet Muhamed Beganović. Die übliche Medienberichterstattung sei „reißerisch und eng fokussiert auf Themen wie Terror, Ehrenmord, Clan-Kriminalität oder die Kopftuch-Debatte“. Er hat mit Qamar (arabisch: Mond) deshalb ein neues, ästhetisch ansprechendes Gesellschafts- und Kulturmagazin von Muslim*innen für Muslim*innen gegründet. Es richtet sich an junge Leser*innen zwischen 15 und 35 Jahre im deutschsprachigen Raum und soll vor allem eines: Inspirieren.
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