Novum: Tarifvertrag regelt Altersteilzeit

Foto: M/kw

Erstmals gibt es beim Spiegel eine tarifliche Regelung zur Altersteilzeit: Die Gewerkschaften ver.di und der DJV haben mit dem Arbeitgeber einen entsprechenden Tarifvertrag ausgehandelt, der für alle Beschäftigten der Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG und der Der Spiegel GmbH & Co. KG gilt, also sowohl für Redakteur*innen als auch für die Verlagsangestellten.

Vorgesehen ist ein sogenanntes Blockmodell, das sich maximal über sechs Jahre zieht und sich klassischerweise in eine aktive und eine passive Phase teilt. Das bedeutet zum Beispiel, dass in den ersten drei Jahren 100 Prozent gearbeitet wird und in den darauffolgenden drei Jahren keine Arbeit mehr geleistet werden muss. Für die gesamte Altersteilzeit – also sowohl für die aktive als auch für die passive Phase – wird ein Gehalt gezahlt. Durch Aufstockungsbeträge sichert es zwischen etwa 80 und 90 Prozent des bisherigen Nettoverdienstes. Die Regelung enthält eine für ver.di wichtige soziale Komponente: 90 Prozent gelten für eher niedrigere Gehälter, 80 Prozent für die höheren Gehaltsgruppen.

Auch die Rentenversicherungsbeiträge werden entsprechend aufgestockt. Bezogen auf das Presseversorgungswerk liegt die Aufstockung bei 80 Prozent.

Voraussetzung für die Nutzung der Altersteilzeitregelung ist die Vollendung des 57. Lebensjahres, bei Schwerbehinderten des 55. Lebensjahres. Es gilt die doppelte Freiwilligkeit – das heißt: Beschäftigte und Arbeitgeber müssen einverstanden sein.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022.

nach oben

weiterlesen

Buchtipp: Social Media fördern Brandstifter

Die knallorange Warnfarbe des Buchcovers signalisiert, dass es um etwas Bedrohliches geht: die Demokratie ist in Gefahr, weil Soziale Medien Rechtsextremismus befördern. Konfliktforscher Maik Fielitz und Sozialwissenschaftler Holger Marcks analysieren, wie Rechtsextreme die Funktionsmechanismen digitaler Plattformen nutzen, um ihre faschistischen Bedrohungsmythen zu verbreiten. Sie loten Möglichkeiten zur Rettung des demokratischen Diskurses aus, etwa durch Regulierung der Techunternehmen.
mehr »

Nach 10 Jahren HbbTV: Da geht noch mehr

Seit dem Start des Hybridfernsehens HbbTV vor zehn Jahren bauen große Sendergruppen wie kleine Regionalanbieter solche Angebote kontinuierlich aus, mit umfassenden Diensten für den Nutzer und in der Hoffnung auf neue Reichweiten und zielgerichtete Werbung. Der Wettstreit zwischen Fernseh- und Online-Werbung soll endlich begraben werden. Während sich Öffentlich-Rechtliche mit sogenannten „Addressable Ads“ schwertun, sagt der kommerzielle Markt: Da ist noch mehr drin.
mehr »

Neue Verhaltensregeln für Medien und Polizei

Der Deutsche Presserat hat der Innenministerkonferenz einen Vorschlag über zeitgemäße gemeinsame Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien vorgelegt. Es sei höchste Zeit, dass Journalistinnen und Journalisten bei Demonstrationen und Großveranstaltungen besser geschützt werden und ungehindert arbeiten können, erklärte Sascha Borowski, Sprecher des Deutschen Presserats, zur aktuellen Vorlage.
mehr »

Schon entdeckt? femMit

„Gleichberechtigung wartet nicht, bis sich die Pandemie ausgetobt hat“, sagt Romina Stawowy. Ziel der Medienfrau ist es, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen. Weil das auf einer von ihr geplanten Konferenz in diesem Jahr nicht ging, startete sie das Magazin femMit. Die Schwerpunkte in der ersten Ausgabe: die Folgen der Corona-Krise für Frauen und Hass im Netz. Großen Wert legt die Redakteurin auf persönliche Geschichten und Porträts.
mehr »