Den Daten auf der Spur

Praktische Arbeit gepaart mit mathematischem und technischem Verständnis

Der Trend zu niedrigeren Arbeitslosenzahlen setzt sich fort: Im Januar 2017 ist die Arbeitslosenquote mit 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (6,7 Prozent) um 0,4 Prozent gesunken. Stimmt das? Nein. Tatsächlich ist die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte gesunken. Für Datenjournalisten gehört solches Wissen zur mathematischen und statistischen Grundausstattung. Und das sind nur die Basics. Denn auch wenn man kein Programmierer oder IT-Experte sein muss, so erfordert die praktische Arbeit mit Daten doch so einiges an mathematischem und technischem Verständnis. Daten müssen recherchiert und zusammengetragen, gesäubert und analysiert werden, bevor sie zumeist in interaktiven Anwendungen visualisiert werden.

Was eine gute Daten-Story ausmacht

Die Entscheidung, aus einem Datensatz eine Story zu machen, basiert zunächst im Wesentlichen auf den gleichen Fragen, die auch am Anfang jeder sonstigen journalistischen Recherche stehen: Ist das Thema relevant und bringt es neue Erkenntnisse? Bietet das Ergebnis der (Daten-)Recherche den Leser_innen/Nutzer_innen einen Mehrwert an Information? Damit ein Projekt datenjournalistisch und nicht mit ‚herkömmlicher’ journalistischer Methodik aufbereitet wird, müssen allerdings noch weitere Kriterien gegeben sein. So sollte mit einer Datenvisualisierung auch der Anspruch verbunden sein, ein komplexes Thema besser verständlich zu machen, als es ein geschriebener Text könnte. Dazu muss die Frage beantwortet werden, ob eine solche Visualisierung eine neue Perspektive auf den Sachverhalt schaffen kann. Grafiken und interaktive Anwendungen fungieren im datenjournalistischen Storytelling nicht als Beiwerk, sondern als zentrales Erzählelement. Wenn feststeht, dass eine journalistische Frage am besten mit Hilfe von Daten beantwortet werden kann, folgt der nächste Schritt auf dem Weg zur Daten-Story: Die Datenrecherche und Datenbeschaffung.

nach oben

weiterlesen

Statistischer Unsinn

Statistiken sind aus dem Medienalltag nicht mehr wegzudenken; selbst in der Sportberichterstattung sind entsprechende Grafiken längst selbstverständlich. Und doch sei das Image seines Fachs, bedauert Andreas Quatember, Professor am Institut für Angewandte Statistik der Uni Linz, „denkbar schlecht”. Schuld daran ist seiner Ansicht nach der Irrtum vieler Menschen, die Qualität der Methoden mit der Qualität der Anwendung zu verwechseln.
mehr »

Schon entdeckt? Wissenschaft und Frieden

Es ist eine Vierteljahreszeitschrift, die vom Ehrenamt lebt: „W&F – Wissenschaft und Frieden”. Ein Dutzend Arbeitskreise, Foren und Studienzentren in Deutschland und Österreich teilen sich die Herausgeberschaft dieser Zeitschrift, die 1983 als „Informationsdienst Wissenschaft und Frieden” vom „Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler” auf den Weg gebracht wurde. „W&F” widmet sich der Friedens- und Konfliktforschung und möchte dabei sowohl wissenschaftliche und studentische Kreise wie auch die interessierte Öffentlichkeit in Friedensbewegung, Journalismus und Kirchen, Fachdiensten, Schulen und Politik erreichen.
mehr »

„Iraqi Odyssey“ – eine politische Familiengeschichte

Nachrichten aus dem Irak erhalten wir täglich, meist schlechte. Wer sich im Medientrubel erinnern mag, hat vielleicht noch das Jahr 2003 im Kopf, als die Bush-Administration mit einer Lüge den ersten Irakkrieg auslöste. Aber was wissen wir sonst vom Land zwischen Euphrat und Tigris? „Iraqi Odyssey“, ein Dokumentarfilm des irakstämmigen schweizer Filmemachers Samir, will da Abhilfe schaffen.
mehr »

Stolze Traditionslinie

Am 20. Mai, genau 150 Jahre, nachdem in Leipzig 1866 Abgesandte der deutschen Buchdruckergehilfen ihren Verband gegründet hatten, wurde in der ver.di-Bundesverwaltung die Schau „Vom Deutschen Buchdrucker­verband zur Einheitsgewerkschaft – ver.di. Solidarität. Emanzipation. Tarifkampf” eröffnet. Die Schau setzt früh an: Im Revolutionsjahr 1848 waren die Buchdrucker mit Forderungen gegen unmenschlich lange Arbeitszeiten und Hungerlöhne und dem Entwurf eines ersten Tarifvertrages aufgetreten. Der verrauchte zunächst mit der Asche der Barrikaden, doch wurde die Forderung nach einer Gewerkschaftsgründung wieder aufgenommen. 1873 führten sie schließlich zum Abschluss des…
mehr »