Editorial: Es wird nicht locker gelassen

Es ist schon immens, was allein die nahe Zukunft an Herausforderungen für die gewerkschaftspolitische Arbeit in der Medienbranche bereit hält. Mit Blick auf den ver.di-Bundeskongress im September haben die Medienschaffenden in ver.di auf ihren Konferenzen wichtige Themen und Aufgaben fixiert.

Den Hut dafür haben die neu gewählten Vorstände auf, mitarbeiten kann jeder! Im Fokus steht bei Journalistinnen und Journalisten das sich aufgrund der Digitalisierung verändernde Berufsbild mit seinen neuen Ansprüchen und Chancen. Nicht locker lassen werde man, wenn es darum gehe, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt zu sichern. Um die Arbeit der Bundesbehörden transparenter zu machen, wird weiter um ein Presseauskunftsrecht gerungen. Auch die Abschaffung des Tendenzschutzparagraphen gehört immer wieder in den Forderungskatalog. Inakzeptabel sind die Einschränkungen der Internetaktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nicht unumstritten ist der Verzicht auf Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Mehrheitlich war jedoch Konsens: Werbung gehört nicht zum Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Deshalb halte ver.di die TV-Werbefreiheit „grundsätzlich für ein wichtiges Ziel“.

In der Diskussion auch das Urheberrecht. Die Rechte derjenigen, die die Werke schaffen, müssen gestärkt werden. Dafür engagiert sich ver.di auf nationaler und internationaler Ebene bei den derzeitigen gesetzlichen Vorhaben.
Eine Herausforderung für ver.di war und ist die kritische Begleitung der Umsetzung des höchst richterlichen Urteils zur Arbeit der ZDF-Gremien. Es gab auch von Seiten der Gewerkschaft konkrete Vorschläge, um die geforderte Staatsferne zu erreichen – etwa keine Regierungsvertreter mehr in den Räten zuzulassen. Der nun vorgelegte Entwurf erfüllt jedoch diese Erwartungen nicht.

Auch die Glaubwürdigkeit der Medien und die eigene Verantwortung dafür stehen auf der Agenda von dju und Fachgruppe Medien. Die Medientage in Lage-Hörste im Mai  werden sich mit Hintergründen der Angriffe auf die Presse – ob auf der Straße oder in Internetforen – auseinandersetzen und der Frage nachgehen: Wie kann das Vertrauen zurückgewonnen werden?

nach oben

weiterlesen

dpa: Tarife steigen um bis zu 6 Prozent

Für die etwa 800 Beschäftigten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), der Tochterunternehmen im Berliner Newsroom und der dpa-Landesbüros steigen nach dem erzielten Tarifabschluss die Gehälter ab Januar um einen gestuften Festbetrag zwischen 100 und 85 Euro, danach ab Januar 2023 für alle gleichmäßig linear um 2,1 Prozent. Zusätzlich wurden hohe Einmalzahlungen vereinbart.
mehr »

Alle Honorare zählen fürs Urlaubsentgelt

Besonders für Autorinnen und Autoren, aber auch für Mitwirkende, die bei Deutschlandradio Anspruch auf Urlaubsvergütung haben, erstritten die Gewerkschaften ver.di und DJV im Wege einer Verbandsklage vor dem Arbeitsgericht Köln ein wichtiges Urteil. Nach Ansicht des Gerichtes müssen bei der Bemessung der Urlaubsvergütung nicht nur die Honorare für die Erstfassung einer Sendung oder eines Beitrages berücksichtigt werden, sondern auch die sogenannten Wiederholungshonorare.
mehr »

Einigung: Tarif für alle beim Medienboard

Für die fast 50 Beschäftigten beim Medienboard Berlin-Brandenburg, der Filmförderung für die Länder Berlin und Brandenburg, konnte ver.di ein  transparentes tarifliches Entgeltsystem durchsetzen. Dabei ist es gelungen, die Tätigkeiten beim Medienboard der Entgelttabelle des Tarifvertrags für die Beschäftigten der Länder (TV-L) zuzuordnen sowie mit den Arbeitgebern Schritte bis zur Sicherung von 100 Prozent des Niveaus des TV-L zu vereinbaren.
mehr »

CinemaxX: ver.di für auskömmliche Löhne

Die erste Tarifverhandlung für die rund 1200 Beschäftigten des Kinokonzerns CinemaxX ist am 14. Dezember ergebnislos verlaufen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert einen Einstiegslohn von 12,50 Euro, der in zwei Erhöhungsschritten bis Juli 2022 erreicht werden soll. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Mindestlohnsteigerungen entsprach dagegen das von der Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot faktisch einer Nullrunde, kritisiert die Gewerkschaft.
mehr »