Meinung

Denn Firmenhistorie ist keine Privatsache

Die braune Vergangenheit der heutigen Bauer Media Group ist endlich ans Licht gekommen, Einzelheiten wurden jetzt publik. Nun will die Familie Bauer einen Historiker einsetzen, der diesen Teil der Firmengeschichte aufarbeiten soll. Das Ergebnis soll öffentlich gemacht werden. Das wird einerseits allerhöchste Zeit. Es kommt andererseits viel zu spät.
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Finanziert von rechts

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“ Wenn Millionen Tageszeitungsabonnenten in dieser Woche die Fernsehbeilage „rtv“ aus den Qualitäts-Printprodukten dieser Republik ziehen, werden sie Bertolt Brechts Zitat aus der Dreigroschenoper bestätigt sehen. „Kopp – Bücher die Ihnen die Augen öffnen! Diese Überschrift ragt deutlich sichtbar über den Titel „rtv – Wissen, was läuft“ hinaus. „Gleich reinschauen!“, werden Abonnenten von Tageszeitungen jeder Couleur aufgefordert. Übrigens nicht zum ersten Mal
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Spiegel-Gate(s)

Grad mal seit einem guten halben Jahr fließt das Geld aus Seattle in die Hamburger Hafencity, von der Stiftung des milliardenschweren Atominvestors Bill Gates zum vom Auflagenschwund gebeutelten „Spiegel“: Als die Zeitschrift kurz vor dem Jahreswechsel den Slogan „Atomkraft? Ja bitte“ auf dem Titelblatt druckt (51/2019). Und dann noch exklusiv vermeldet, dass „Forscher das AKW neu erfinden“.
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1 Cent über dem Durst

Der Rundfunkbeitrag soll steigen: nach Empfehlung der Finanzkommission KEF um 86 Cent. Was zunächst viel klingt, ist in Wahrheit aber das Einfrieren des Beitrags – mit Folgen für die Sender und ihre Beschäftigten. Und was will eigentlich die Politik? 17,50 Euro zahlen die Bürgerinnen und Bürger derzeit im Monat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Mit der neuen Beitragsperiode, die 2021 beginnt, sollen es nach den Vorstellungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) 18,36 Euro sein. Das klingt wie ein kräftiger Schluck aus der Pulle, ist aber de facto nicht mehr als bisher.
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Raus aus Spirale der Rechtfertigungen!

"Öffentliches Interesse“ verkommt zu einer Begriffshülse, die von Rechtsextremist*innen instrumentalisiert wird, um demokratische Werte auszuhöhlen. So fordern sie bei der Herkunftsnennung von Tatverdächtigen immer mehr Transparenz und drängen Journalist*innen in eine endlose Rechtfertigungsspirale, die rassistische Stigmatisierungen befördert.
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Nicht in Watte packen

Wenn Journalisten über die AfD reden, dann lässt sich der Eindruck gewinnen, ein Wettbewerb findet statt. Wer sagt am lautesten, „was ist“?  „Rechte Hetzer“, „Faschisten“, „Anti-Demokraten“, schallt es durch die Medien. Das Ziel ist klar: Im Sinne aufrechter Demokraten klare Kante zeigen, Nazis als Nazis benennen. Gut. Nur: Die AfD mit der gebotenen Härte anzugehen und zugleich jene Eliten, die mit zur Spaltung des Landes beigetragen haben, in Watte zu packen – das passt nicht zusammen.
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Das wird man wohl nicht sagen dürfen!

Am Aufstieg der AfD waren wir Medienvertreter*innen maßgeblich beteiligt: Indem wir über die Partei berichtet, ihre Provokationen aufgegriffen und manche Themensetzung übernommen haben. Daher zwingt uns die AfD zu einem unbequemen Schritt: Einer Auseinandersetzung mit Vorurteilen und blinden Flecken als Journalist*innen und unserer Verantwortung im Umgang mit Sprache.
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Je weniger, desto besser

Viele Journalisten stellen sich die Frage, ob sie die „Alternative für Deutschland“ (AfD) behandeln sollen, wie jede andere Partei auch? Dabei müsste die Frage eher lauten: reicht es, wenn sich Journalistinnen und Journalisten für Gespräche mit der AfD so vorbereiten, wie bei anderen auch?
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Analyse statt PR

Wie sollen Medien über die AfD berichten? Ich habe ein paar Stichworte zusammengestellt, die mir wesentlich erscheinen. Sie speisen sich aus meiner Erfahrung als journalistische Mitarbeiterin der Amadeu Antonio Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, indem sie Projekte fördert und Organisationen, Medien, Kultureinrichtungen und Politikmacher*innen zum Umgang mit Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit berät.
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Nazis muss man Nazis nennen

Ein Viertel aller Menschen in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Das Bewusstsein ist gestiegen, dass Integration nicht nur eine Bringschuld von Einwanderern ist, sondern eine staatliche und gesellschaftliche Aufgabe, die alle angeht. Auf der anderen Seite erleben wir momentan einen massiven Backlash aus der rechten Ecke.
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Die beste Zeit für Ehrlichkeit ist jetzt

In einer überraschenden Aktion haben am 6. November baden-württembergische Zeitungen unter der Überschrift „Die beste Zeit für guten Journalismus ist jetzt“ eine großangelegte Image-Kampagne in eigener Sache gestartet. Wie muss sich wohl die Lokalredakteurin fühlen, die wegen Personalabbau und Redaktionsschließungen für fünf arbeitet und dafür auch noch ein zuvor gekürztes Redakteursgehalt bekommt, wenn sie dieses Manifest in ihrer Zeitung liest?
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Berichterstattung nur von Ausgewählten

Der Chefredakteur der Frankenpost teilt seinen Leser*innen mit, dass die Zeitung über den Besuch des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo in Mödlareuth „leider nicht ausführlich informieren“ könne, da zur Berichterstattung nur ausgewählte Medien zugelassen seien. Diesen „technischen Hinweis“ habe die Redaktion vom Auswärtigen Amt erhalten.  – Wenn ich böse wäre, würde ich „Zensur“ rufen. Fakt ist, das geht so überhaupt nicht. Das Ausschließen von Pressevertreter*innen ist schlichtweg ein regierungsamtlicher Verfassungsbruch.
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Handeln und den Diskurs moderieren

Welchen Erkenntnisgewinn hat es, mit Faschisten und Rechtsextremen zu reden? Im Umgang mit der AfD, aber auch, wenn es um die Berichterstattung über rechtsextreme Gewalttaten geht, muss eine differenzierte Abschätzung zur journalistischen Ethik dazugehören.
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Im Zwiespalt: Die Medien und die AfD

Die AfD hat ein gespaltenes Verhältnis zur Pressefreiheit und zu den Medien. Berichten sie nicht in ihrem Sinne, sind es Lügner. Journalist*innen hingegen stehen vor der Herausforderung: Wie umgehen mit einer demokratisch gewählten Partei, die sich des rechten Populismus bedient, um ihre nationalistische und rassistische Programmatik unters Volk zu bringen? Eine längst überfällige Debatte! Farhad Dilmaghani und Georg Diez liefern einen ersten Diskussionsbeitrag.
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Riskantes Klischee: Störenfried Journalist

Der typische Journalist ist ein arroganter Klugscheißer und Pressefreiheit meint das willkürliche Verfälschen von Aussagen – das wollte uns am Sonntagabend zumindest der Luzerner Tatort weismachen. Und damit steht er leider nicht allein. Immer wieder werden Journalistinnen und Journalisten im Film als lästige, sensationsgeile, skrupellose und unmoralische Störenfriede gezeigt. Dabei wäre eine realitätsgerechtere Darstellung gerade jetzt bitter nötig.
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Political Correctness?

„RAF-Terroristen", „linkes Milieu", „sozialistische Revolution", „linksextreme Parteien", „Holger, der Kampf geht weiter!", „kommunistische Killer", „hasserfüllter Linksextremer", „Linke von 1975" – lauter Begriffe aus einer Kolumne im Berliner "Tagesspiegel" vom 13. Oktober. Worum geht es wohl in diesem zweispaltigen Text? Richtig, um die Morde von Halle. Äh, wie jetzt? Waren die nicht das Werk eines verhetzten, fanatischen Juden-, Ausländer- und Frauenhassers?
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