Medienpolitik

„Das letzte Tabu“

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte "das Sturmgeschütz der Demokratie" anfang vergangenen Jahres die Verstrickungen des weltweit größten Sportverbandes mit dem NS-Regime ins Visier genommen. Im unverkennbaren "Spiegel"-Slang ("Papa Gnädigs treue Enkel") enthüllte das Hamburger Nachrichten-Magazin, dass etliche Alt-Nazis zum engsten Führungszirkel des 1949 wieder gegründeten DFB gehört hätten. Urdeutsche Karrieren eben, schließlich sei die Wiederauferstehung brauner Seilschaften ein Wesensmerkmal der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft. "Dem DFB diese Personalie vorzuwerfen wäre billig", schrieb der "Spiegel", das Problem…
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Ungeordneter Rückzug

Verteidigungsminister Scharping hat seinen juristischen Kampf gegen einen ihn als Kriegslügner schwer belastenden WDR-Film nach nur kurzem Scharmützel aufgegeben - Über die Gründe schweigt er sich aus
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„Ein Meilenstein der deutschen Medienpolitik“

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - diese immer gültige Regel aus dem Mund des Mannheimer Fußballtrainers Sepp Herberger bewahrheitet sich in diesen Tagen erneut mit besonderer Wirkung für den Ort seines einstigen Wirkens. Einerseits fällte der Erste Senat des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt am Dienstag, dem 19. Juni, um 15.13 Uhr im Saal 3 ein historisches höchstrichterliches Urteil - eines, das in der Geschichte der deutschen Rechtsprechung einmalig und presserechtlich wie verfassungspolitisch von erheblicher Bedeutung ist (Az.: 1 AZR 463/00).
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Dealer unter sich

Am 31. Mai trat ein Vertrag in Kraft, mit dem ARD und ZDF von Kirch-Media Rechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 erwerben. Für die WM 2006 räumt Kirch den beiden öffentlich-rechtlichen Systemen eine Option ein. Der Kaufpreis der Rechte wird von ARD und ZDF mit etwa 225 Millionen DM für 2002 angegeben. Der genaue Wortlaut der Verträge wurde nicht veröffentlicht.
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„Bild“ und Wahrheit

Am Rande einer Nazi-Demonstration im Juli vergangenen Jahres in Hamburg erleidet ein selbständiger Elektroinstallateur schwere gesundheitliche Schäden durch Polizisten - und findet sich zwei Tage später großformatig in der "BILD"-Zeitung wieder mit der Bildunterschrift "Szene der Gewalt, durch Linke provoziert." Das Gegendarstellungsverfahren verläuft im Sande.
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Denunzianten und nützliche Idioten

Muss die Geschichte der bundesdeutschen Medien teilweise umgeschrieben werden? Nur der beharrlichen Wühlarbeit der Stasi in den Medien der Bundesrepublik sei es zu danken, dass die DDR im Laufe der Jahrzehnte in immer rosigerem Licht erschien. So lautet eine der Thesen des Historikers Hubertus Knabe in seinem jüngsten Werk "Der diskrete Charme der DDR - Stasi und Westmedien". Quod erat demonstrandum.
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Die Wahrheit stirbt lange vor dem Krieg

Jürgen Elsässers materialreiche Studie über die Lügen im Jugoslawienkrieg ist auch eine Herausforderung an die Journalisten
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Rekordjahr für die VG Wort

Im Jahr 2000 nahm die Verwertungsgesellschaft Wort für die Wahrnehmung von Urheberrechten von Autoren und Verlagen 127 Millionen Mark ein, 14 Millionen Mark mehr als 1999. Ein "Rekordjahr" sagte geschäftsführender Vorstand Prof. Dr. Ferdinand Melichar auf den VG-Wort-Versammlungen am 18. und 19. Mai in München, allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die um 13 Prozent gestiegenen Einnahmen "ausschließlich aus traditionellen Quellen stammen".
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Kreativität der Freien soll sich endlich wieder lohnen

Schon bald soll "Raubrittermethoden" von Medienkonzernen und anderen Verwertern gegenüber Urhebern in Deutschland ein Riegel vorgeschoben werden. Durch eine Verbesserung des Urhebervertragsrechts wird die Rechtsstellung insbesondere von freiberuflichen Journalisten, Fotografen, Autoren, Übersetzern und Künstlern gestärkt. Die Bundesregierung hat am 30. Mai einen Regierungsentwurf beschlossen, der ihnen den Rechtsanspruch auf eine angemessene Vergütung sichert.
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Zensur und kein Ende (48)

Wer wirtschaftliche Macht gegen die Pressefreiheit einsetzt, missbraucht seine Machtstellung - Die Lufthansa hatte einen Kranich. Zur Zeit hat sie einen Vogel. Peter Boenisch, am 29.5.01 in der "Süddeutschen Zeitung", über die Lufthansa, der vorgeworfen wird, diesmal die SZ - nach der "Financial Times Deutschland" - wegen missliebiger Berichterstattung nur noch in sehr reduzierter Anzahl an die Fluggäste auszugeben. Ende April veröffentlichte Jeremy Rifkin, Präsident der "Foundation of Economic Trends" in Washington, eine ernste Warnung vor dem "Geschäft des Jahrhunderts". "Neuerdings", so schrieb er, "versuchen einflussreiche kommerzielle Medien die Ätherwellen in ihre…
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Interview mit Erik Bettermann, Intendant Deutsche Welle

Ihre Kandidatur stand unter dem Motto: Kontinuität und Weiterentwicklung. Was bedeutet das konkret? Bettermann: Besser noch wäre "Kontinuität und Aufbruch". Ich gehöre dem Verwaltungsrat der Deutschen Welle seit über sechs Jahren und habe die bisherige Aufgabenplanung aus Überzeugung mitgetragen. Was den Aufbruch angeht: Die Deutsche Welle ist hierzulande durch personenbezogene Auseinandersetzungen imagemäßig in eine Schieflage geraten. Die eigentliche Herausforderung liegt aber in der globalen Veränderung der Kommunikationssysteme. Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig die internationale Stellung der Bundesrepublik ist und dass sich daraus die Notwendigkeit…
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Pensionskasse – aus Überzeugung gut

Vor 30 Jahren wurde die Pensionskasse für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Rundfunkanstalten gegründet. Sie ist die einzige Altersversorgung für alle Freien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
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Outsourcing in Ost und West – Dresden, Koblenz und anderswo

Diskussionsveranstaltung, Mittwoch, 13. Juni 2001, im Volkshaus Dresden, Beratungsraum 1. EG, Schützenstr. 14, Beginn: 19 Uhr Wir wollen eine Zwischenbilanz ziehen und über Erfahrungen mit den Ausgründungsmaßnahmen berichten. Gleichzeitig geht es um Strategien, den Auslagerungen wirksam begegnen zu können. Denn: Dresden und Koblenz sind keine Einzelfälle. Es diskutieren: Prof. Heinz Bierbaum, Infoinstitut Saarbrücken, Verfasser der Studie über das Regionalkonzept bei der "Sächsischen Zeitung" Frank Werneke, Mitglied des Bundesvorstands von ver.di Thomas Wächtler, Betriebsrat bei der "Rhein-Zeitung" Koblenz Bernd Köhler, Betriebsratsvorsitzender bei der…
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Harte Recherche für die weiche Nachricht

Nach der Eingliederung in die ProSieben-Gruppe wurde das Angebot der ddp im April 2000 grundlegend umstrukturiert. Ein gutes Jahr später präsentiert sich die ddp nach Mitarbeiterzahlen als zweitgrößte Agentur in Deutschland. Doch nicht nur die Strukturen sind neu, sondern auch die Inhalte.
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„Rundfunkgremien über den Tisch gezogen“

Als "Pyrrhussieg für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten" bezeichnete der medienpolitische Sprecher von ver.di-Medien, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, den Vertragsabschluss von ARD und ZDF mit dem Rechtehändler Leo Kirch über die Fußballweltmeisterschaften 2002 und 2006.
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Alles bleibt in der Familie

Anfang März wurden die Pläne des SWR publik, die Fernsehfilmproduktion auszulagern. Prompt bildete sich eine Phalanx des Protestes aus Produzenten wie auch ARD-Redakteuren. Da die zukünftig für die meisten fiktionalen Produktionen verantwortliche SWR-Tochter Maran-Film auch redaktionelle Aufgaben übernehmen soll, fürchten Kritiker um die Unabhängigkeit des SWR und die Qualität der Fernsehfilme. Seit dem 11. Mai aber ist es amtlich: Der Verwaltungsrat des SWR hat das Maran-Modell mit großer Mehrheit verabschiedet.
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