Medienpolitik

„Die Kunst der Stunde ist Widerstand“

Die Leitung der Diagonale, der jährlichen österreichischen Filmschau, hatte bewusst keinen Politiker als Redner eingeladen; also saß Burgschauspieler und Staatssekretär Morak am Eröffnungsabend stumm im Parterre. Aber die Politik holte die Filmschau gleich ein.
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„Handelsblatt“ träumt vom Cyber-Cash

Die Düsseldorfer Verlagsgruppe Handelsblatt will die Gunst der Interneteuphorie am Aktienmarkt nutzen und träumt vom Cyber-Cash. Zu diesem Zweck sollen die journalistischen Online-Angebote von "Handelsblatt.com", "Wirtschaftswoche heute" und "DM-Online" sowie der Werbevermarkter "GWP online marketing" in eine eigenständige Aktiengesellschaft ausgliedert, und zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt an die Börse gebracht werden. Durch den Börsengang soll frisches Geld in die Verlagskasse fließen, um die Expansion des Unternehmens im Online-Bereich zu finanzieren.
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Wie riecht ein Grafikbüro?

Es scheint so, als hätten sie sich alle bei einem geheimen Treffen dazu verabredet, langweilig zu sein: die Fotografen und Fotografinnen, die Artdirektoren und Verleger und eben diejenigen, die all die wunderbar gleichunterschiedlichen Magazine kaufen, um diese anzuschauen oder zu lesen oder um beides zu tun. Vermutlich war dieses Treffen Ende der 80er Jahre. Seither beschuldigt man sich gegenseitig, dass man so langweilig ist und keine Aufträge, keine Auflage und keine interessante Zeitschrift bekommt.
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Der große Boom in Sachen Alltag

Noch vor einem Jahr haben kaum die Fernsehkritiker gewusst, was das sein soll: eine Doku-Soap. Jetzt ist das Genre schon mit einem Grimme-Preis für "Abnehmen in EssenÓ in den Adelsstand erhoben worden. Selten hat ein neues Fernseh-Format so schnell einen festen Programmplatz erobert. Inzwischen laufen innerhalb einer Woche mehrere Doku-Soaps auf verschiedenen Kanälen.
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Die Printenrevolution im NRW-Hörfunk

Im Juni Õ99 sind die beiden Aachener Sender aus dem Lokalfunkmodell in NRW ausgestiegen. Sie produzieren seitdem ihr eigenes 24-Stunden-Programm. In NRW ist das ein Novum. Die übrigen Lokalradios haben nur stundenweise eigene Sendungen und übernehmen sonst Radio NRW. "Wir haben uns die Frage gestellt: Kann man wirtschaftliches Lokalradio machen oder nicht?", erläutert Torsten Manges, Programmchef von Aachen 100, EINS, den Hintergrund. Dazu habe man das NRW-Modell mit dem bayerischen verglichen. Fazit: Als Lokalsender in NRW müsste eigentlich mehr Geld drin sein.
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Erster Tarifvertrag für freie Mitarbeiter im Privaten Rundfunk abgeschlossen

Die IG Medien hat mit dem Fernsehsender n-tv in Berlin den ersten Tarifvertrag für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Privaten Rundfunk abgeschlossen. Der Haustarif regelt Mindestansprüche für regelmäßig beschäftigte "arbeitnehmerähnlichen Personen", wie die Freien im Tarifvertragsgesetz bezeichnet werden.
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„Erst der Mensch und dann die Geschichte“

Mit diesen Worten beginnt die Reportage von Nicol Lubi'c - zwei Bilder dazu von Andreas Herzau sind oben abgedruckt. "Nahezu einstimmig vergab die Jury den Hansel-Mieth-Preis 1999 an Nicol Lubi'c und Andreas Herzau für ihre ergreifende Geschichte über einen jungen Mann aus einem Dörfchen im indischen Pandschab, der als Abschiebehäftling in einem deutschen Gefängnis Selbstmord beging", beschreibt die Agentur Zeitenspiegel die Preisträger-Story. Bei der Preisverleihung bedankte sich Nicol Lubi'c mit der im Folgenden abgedruckten Rede über "Geschichten, die einfach geschrieben werden müssen, weil sie so wichtig sind".
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Elektronische Pressespiegel II:

Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) soll auch für elektronische Pressespiegel die den Urhebern zustehenden Vergütungen einziehen. Diese Klarstellung im Urheberrechtsgesetz hat der Tarifausschuss Nachrichtenagenturen der IG Medien gefordert, nachdem das Kölner Oberlandesgericht die Zuständigkeit der VG Wort für Lizenzverträge mit Herausgebern solcher Pressespiegel bestritten hat (Az.: 6 U 151/99, vgl. Meldung M 1-2/2000). Dem Urteil zufolge kann die VG Wort aufgrund des Urheberrechtsgesetzes lediglich Vergütungen für klassische (Papier-)Pressespiegel verlangen und an die Autoren ausschütten.
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Lufthansa will Lufthoheit über die Presse

Der Kranich-Linie gefiel ein Bericht der "Financial Times Deutschland" nicht, daraufhin wurde die Zeitung für einen Tag aus den Fliegern verbannt - Ein Lehrstück in Sachen Pressefreiheit in mehreren Aufzügen.
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Bilder sind keine Belege mehr

Porträtfotos von Erich Honecker, Che Guevara, eine Aufnahme von der Mondlandung - Dokumente der Zeitgeschichte. Aber in der Bearbeitung von Ingo Mische erhalten sie eine besondere Aktualität. Der Student aus Weimar hat historische Fotos manipuliert, fast unmerklich verfälscht: Honecker trägt eine Anstecknadel von Porsche am Revers, Che Guevara einen Mercedes-Stern an der Mütze und in die Aufnahme von der Mondlandung ist das Logo des Nachrichtensenders CNN eingeblendet. CNN hat sich durch unrühmliche Kriegsberichterstattung einen großen Namen gemacht, aber als Neil Armstrong den Mond betrat, gab es den Sender noch gar nicht. Ingo Mische hat mit seinen Arbeiten beim Award 1999, dem…
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connexx.av-Umfrage

Die Medienbranche macht Schlagzeilen wie nie zuvor. Börsengänge, Firmenübernahmen und Rekordgewinne der privaten elektronischen Medien, der Produktionsfirmen und der Rechteinhaber prägen die Berichterstattung. Wenig hört und liest man über die Arbeitssituation der Beschäftigten. Nicht zuletzt deshalb, weil in dieser überwiegend noch recht jungen Branche bislang entsprechende Daten nicht vorliegen. Das soll sich jetzt ändern. Unterstützt von der Hans-Böckler-Stiftung führt die "Arbeitsgemeinschaft Befragungen im Betrieb" (AG BiB - Köln / Dortmund) in Kooperation mit connexx. av eine bundesweite Befragung in der Branche durch. Die Befragung richtet sich zum einen an die…
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Arbeitnehmervertretungen ausgeschlossen

Anfang Januar haben die CinemaxX AG und UFA Filmtheater GmbH & Co KG bekannt gegeben, dass sie Verhandlungen über eine gemeinsame Zusammenarbeit aufgenommen haben. In den nachfolgenden Wochen sollten die Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit ausgelotet werden. Die Betreiber kleiner Kinos befürchten, dass die beiden Marktführer in der Sparte Arthouse sich verstärkt engagieren und ihnen die Gäste für den Non-Hollywood-Film abspenstig machen will.
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Tiefe Einschnitte bei Radio Bremen

Als sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer im November in Bremen trafen, um die Halbierung des ARD-Finanzausgleichs bis Ende 2005 zu beschließen, da postierte sich vor der Tür eine IG-Medien-Mahnwache mit dem Transparent "Politiker vernichten Arbeitsplätze" (siehe M 12/99). Die Befürchtung war nicht übertrieben: Wegen des schrittweise schrumpfenden Geldtransfers wird Radio Bremen (RB) bis zu 200 seiner über 600 Planstellen streichen. Außerdem entfallen unzählige Aufträge für Freie.
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Tele-Taylorismus im Call Center

Call Center werden zunächst für Vertriebsaufgaben (aus-) gegründet, um Vertrieb, Anzeigenannahmen und Abonnentenservice günstiger zu gestalten.
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„Schwäbische“: zentrale Verhandlungen abgelehnt

Ab 1.1.2000 wurden die bisherigen Lokalverleger, die die "Schwäbische Zeitung" als Mantel bezogen, eigenständige Lokalverlage (lokale GmbH & Co KG). Diese werden wiederum 100-prozentige Töchter des Zentralverlags in Leutkirch. Die GmbH-Beteiligung wird zu 75 Prozent bei den Lokalverlagen und zu 25 Prozent beim Zentralverlag sein. Die Beschäftigten der Lokalverlage aus Redaktion, Anzeigenannahme und Vertrieb wurden in die neuen Unternehmen übernommen - Betriebsübergang nach BGB 613a. Das heißt, sofern der alte Betrieb im Unternehmerverband war, galt zumindest der bisher geltende Tarifvertrag - grundsätzlich - für die gewerkschaftlich Organisierten.
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Redaktionsstatut: nicht länger „ein Damoklesschwert über der Geschäftsleitung“

Im Rechtsstreit um das Redaktionsstatut des "Mannheimer Morgens" zeichnet sich ein Einlenken der Geschäftsführung ab. Nach einem eindringlichen Appell des Richters am Landesarbeitsgericht Mannheim und nach dessen deutlichem Hinweis auf mögliche, auf Grund des juristischen Neulands nicht absehbare Folgen eines Urteils vor dem Bundesarbeitsgericht, wich die Geschäftsführung der größten nordbadischen Tageszeitung vom bisherigen Standpunkt ab, das Verfahren in jedem Fall letztinstanzlich klären zu wollen.
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