Medienpolitik

„Financial Times Deutschland“

Die Zeit der Sandkastenspiele ist seit dem 21. Februar für die Redaktion der "Financial Times Deutschland" (FTD) vorbei. Auf 72 lachsfarbenen Seiten feierte das ambitionierteste Zeitungsprojekt der letzten Jahrzehnte seine Premiere. Gruner + Jahr und der britische Medienkonzern Pearson investieren 250 Millionen Mark in den Printtitel, der in vier bis Jahren 120 000 Exemplare täglich verkaufen und dann schwarze Zahlen schreiben soll. Die "FTD" will die schnellste überregionale Tageszeitung Deutschlands sein: Erst um 22.30 Uhr ist Redaktionsschluss.
mehr »

Alle müssen User werden

Die Neuen Medien rauben den Chefredaktionen den Schlaf und den Anzeigenabteilungen die Kunden. Wer modern sein will, muss mitmachen: Online-Medienprodukte werden in den Regionalzeitungen als eine Möglichkeit gesehen, neue Leserinnen und Leser für die Print-Produkte zu gewinnen. Sagt man. Tatsächlich geht es aber darum, die ins Internet entwischenden Rubriken-Anzeigen nicht zu verlieren. Denn die bringen Geld. Alles andere kostet nur.
mehr »

Boulevard-Agentur gescheitert

"Ohne jede Häme" stellen die Betriebsräte von "Hamburger Morgenpost" und "Berliner Kurier" fest, dass sich die von ihnen artikulierten Bedenken gegen eine Redaktionsgemeinschaft dreier Zeitungen als berechtigt erwiesen. Nun besteht nach Auffassung der Betriebsräte die Sorge, dass durch das Scheitern des Modells "wieder Entscheidungen zu Lasten der Beschäftigten" getroffen werden.
mehr »

Auslagerung heißt nicht gleich eigenständiger Betrieb

Darf sich die 120-köpfige Belegschaft der Programmzeitschrift "TV-Today" vom Betriebsrat des Verlags Gruner+Jahr (G+J) in Hamburg vertreten lassen? Mit dieser Frage befaßte sich Mitte Februar das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Geklagt hatte der Betriebsrat vom G+J-Stammhaus.
mehr »

Die Zauberfrauen der sozialen Marktwirtschaft

Die Bertelsmann-Stiftung versteht sich als Beraterfirma fürs Kanzleramt und Reformwerkstatt - sie hat angeblich viel Einfluss, aber keine Macht und zudem ist sie Eigentümerin des gleichnamigen Konzerns
mehr »

„Das Gesetz hilft der Pressefreiheit“

zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Novellierung des Zeugnisverweigerungsrechts
mehr »

Kommentar

Der bis heute nicht aufgeklärte Coup mit dem "falschen Fax" aus Bonn hat in den Redaktionen die Gemüter bewegt und ganz unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen - Selbstkritik über die schnelle ungeprüfte Verwendung, Selbstkritik über die rasche Anpassung in der politischen Kommentierung, Kritik am eigenen Arbeiten und an der Arbeit der Nachrichtenlieferanten (mehr dazu auf dieser Seite und den Seiten 6/7).
mehr »

Radio Germania

Dauerärger um das rechtsradikale "Radio Germania" im Offenen Kanal Berlin: Wegen des Verdachts auf Volksverhetzung hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) ein vorläufiges Sendeverbot für die Programmverantwortlichen beschlossen. Die Rechten wehren sich, der konkrete Nachweis strafbarer Handlungen fällt der MABB schwer.
mehr »

Menschen und Minuten

Studien "Fernsehproduktionsvolumen in Deutschland 1998" des FORMATT-Instituts und "Beschäftigte und wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 1997/98" des DIW
mehr »

„Überalterte Besitzstände“

Der Berliner Radiosender "Hundert,6" will seinen Festangestellten den Urlaub kürzen. Per Rundbrief rief die Geschäftsleitung Ende Januar alle fest angestellten Mitarbeiter auf, "freiwillig" auf fünf Tage ihres Jahresurlaubs zu verzichten - ohne finanziellen Ausgleich. Zur Begründung der "Bitte" heißt es in dem von den beiden Geschäftsführern Georg Gafron und Wolfgang Eitzen gezeichneten Schreiben: "Die Herausforderung besteht darin, nicht nur im harten Wettbewerb weiter zu bestehen, sondern auch die Entwicklung der Schere zwischen Kosten und Ertrag unter Kontrolle zu halten". Nur so sei der Erhalt der Arbeitsplätze auf Dauer möglich.
mehr »

Die Debatte ist eröffnet

Ältere Herren, so wird gesagt, neigen dazu, boshaft und zynisch zu werden. Für Erich Böhme, Ralph Giordano und Freimut Duve gilt das nicht. Sie sind milde und nachsichtig geworden. Ihr Umgang mit dem Kärntner Rechts-Populisten Jörg Haider war beschämend und ärgerlich. Nicht, weil sie Haider nicht "vorgeführt" haben, wie sich viele vielleicht wünschten, sondern weil sie miserabel vorbereitet waren und sich anbiederten. Böhme hat inzwischen eine "Eselei" eingestanden - nichts besonderes in einer Zeit, wo sich CDU-Politiker reihenweise dafür entschuldigen, dass sie "falsch reagiert" (Wolfgang Schäuble) oder eine "Dummheit" (Roland Koch) gemacht hätten.
mehr »

Keine Angst vor Blähungen

"Telebörse. Noch nie war es so leicht, reich zu werden." Das sagt Roland Tichy vor laufender Kamera. Der Mann ist Chefredakteur der besagten "Telebörse", einem Anlegermagazin, das die Verlagsgruppe Handelsblatt ("Wirtschaftswoche", "DM", "Handelsblatt") im Januar auf den Markt gebracht hat. Mit der "Telebörse" verwirklicht der Wirtschaftsverlag ein multimediales Konzept. Das Printmagazin erfreut sich der TV-Unterstützung durch das gleichnamige Magazin auf dem Wirtschaftssender n-tv, das die zur Verlagsgruppe Handelsblatt zählende GWP Media-Marketing vermarktet. Neben redaktionellen Kooperationen hat das den verkäuferischen Nebeneffekt, im Fernsehen für die Zeitschrift kräftig (und…
mehr »

Eine Nachrichten-Ente

Erinnert sich noch jemand an das gefälschte Fax, das Ende Januar für kurze Zeit die Schlagzeilen beherrschte? Unter dem Absender "Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl" erhielten verschiedene Nachrichtenagenturen ein Schreiben, in dem es unter anderem hieß: "Um Schaden von der Christlichen Demokratischen Union abzuwehren, habe ich mich entschlossen, die Namen der Persönlichkeiten, die meine Arbeit in der CDU finanziell unterstützt haben, vor einem hochrangigen Ausschuss zu nennen."
mehr »

Journalismus in Höchstform?

Etliche Heldengeschichten erzählen in diesen skandalträchtigen Zeiten davon, dass sich der deutsche Journalismus angeblich in Höchstform befindet. Niemals sei mehr und härter recherchiert worden in dieser Republik, behauptet der Münsteraner Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg. Selbst in kleineren Tageszeitungen, so will er ausgemacht haben, werde der investigative Journalismus groß geschrieben. Manche Medienmacher sind geradezu besoffen, über die vielen Aufklärer in ihrer Branche, die gegenwärtig vor allem von forschen Staatsanwälten und plaudernden Zeugen profitiert.
mehr »

Bestandsaufnahme Neue Medien

Die Gründe, weshalb Journalisten zu Multimedia aufgebrochen sind, mögen vielfältig gewesen sein. Viele waren von der Technik begeistert. Andere nutzten die neue Möglichkeit, weil man vom Zeilenhonorar allein nicht leben kann. In den Redaktionen wurden die, die sich am Computer am geschicktesten anstellten, in den Online-Bereich "abkommandiert". Und mancher glaubte auch an die euphorische Botschaft, das World Wide Web mache die Welt demokratischer. Sehr schnell hatten sich die Freien daran gewöhnt, noch eben schnell am letzten Tage kurz vor Redaktionsschluss ihren Artikel zu mailen. Das Recherchieren im Internet gehört inzwischen zum journalistischen Handwerk. Und wenn man mal…
mehr »

Einweihung des ZDF-Hauptstadtstudios „Zollernhof“

Nach der ARD hat jetzt auch das ZDF sein Hauptstadtstudio eingeweiht. Es befindet sich im ehemaligen "Zollernhof" Unter den Linden 36-38. Nach der Zentrale in Mainz ist das Studio in Berlin-Mitte mit rund 300 Mitarbeitern der zweitgrößte Standort des Senders in Deutschland.
mehr »