Medienpolitik

Mutterschiff mit gefechtsbereiten Schnellbooten

"Der MDR ist das Mutterschiff, das mit seinen Töchtern, den gefechtsbereiten Schnellbooten, optimal für die Zukunft gerüstet ist." Udo Reiter, Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks, liebt dieses kriegerische Bild, mit dem er gleich mehrfach sein unter allen ARD-Schwestern am massivsten betriebenes Ausgründungskonzept beschreibt.
mehr »

„Alles ist möglich“

Auf dem Journalistinnnen- und Journalistentag 1998 der Fachgruppe Journalismus in der IG Medien sollten aktuelle Probleme der inneren und äußeren Pressefreiheit, der Rolle der Presse im Staat - wie die Presse und wie die Politik sie sieht, sollten Themen wie Qualität (und Ausbildung dazu) und der Härtetest in der Praxis erörtert werden. Nach der Absage der Veranstaltung in Würzburg hat uns einer der Referenten, Dr. Stefan Walz, Datenschutzbeauftragter des Landes Bremen, seinen Text zur Verfügung gestellt. Er beschreibt die aktuellen juristischen und politischen Implikationen der Gefährdung der Pressefreiheit, z.B. durch Unterlaufen jeglicher Informantenschutzes.
mehr »

Zukunft hängt von politischen Entscheidungen ab

Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel gab sich besorgt: "Wir müssen immer auf die Schwächeren achten, und das sind gegenwärtig die öffentlich-rechtlichen Sender". Auch NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement bekannte, sie brauchten "eine Bestandsgarantie ohne Wenn und Aber". Beide Politiker plädierten ausdrücklich für den Erhalt der einheitlichen Rundfunkgebühr. Kurz vor den für Anfang Dezember geplanten Verhandlungen der Ministerpräsidenten über die nächste Staatsvertragsnovellierung sind solche Bekundungen wichtig.
mehr »

Beruf Bildredakteur – ein Auslaufmodell?

Zuerst mußten die Schriftsetzer und Metteure dran glauben. Als nächstes soll der Beruf des Bildredakteurs von der Bildfläche verschwinden - wenn es nach dem Willen der Zeitungsverleger an Rhein und Ruhr geht.
mehr »

Programmqualität

"Wir werden wie 1968 über die Bänke springen", so ein lustvoller Zwischenruf gleich zu Beginn aus den hinteren Reihen des Hörsaals der Frankfurter Goethe Universität. Ganz so wild, wie von Franz-Josef Hanke (freier Journalist) freudig erwartet, ging es im Forum 1 dann doch nicht zu.
mehr »

Erhalt der Eigenproduktion

1992 war eines der schwierigsten Jahre in der Geschichte des Hessischen Rundfunks. Immer wieder war der hr mit Skandalen in der Presse. Die wirtschaftlichen Hochrechnungen zeigten ein drohendes Desaster: Rote Zahlen in zweifacher Millionenhöhe mit stetig steigender Tendenz. Der Intendant Prof. Kelm ließ, ohne die Zielsetzungen mit der Personalvertretung und den Mitarbeiterinnen zu erörtern, von Beratungsfirmen Rationalisierungskonzepte erarbeiten - mit dem Ergebnis: Radikaler Personalabbau und Auslagerung der Produktion. "Es herrscht Krieg im Haus", mit diesen treffenden Worten wurde eine Personalversammlung im überfüllten Sendesaal des hr eröffnet. Damit war die erste Runde im…
mehr »

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge

Das Ringen in Berlin, um die deutsche Hauptstadtzeitung, geht in eine neue Runde: Drei neue Chefredakteure wollen mit schlagkräftigeren Mannschaften in der Metropole wie auch bundesweit punkten. Über 150 Millionen Mark sind bei Springer, Gruner+Jahr und Holtzbrinck im Spiel, um neue Leser und Anzeigenkunden vor allem für "Berliner Zeitung", "Tagesspiegel" und "Die Welt" zu gewinnen. Außerdem mischen noch regionale Platzhirsche wie die "Berliner Morgenpost" und im Unterhaus der Überregionalen "Neues Deutschland" und "tageszeitung" mit. Auch am Boulevard rumort es, seit Franz Josef Wagner (Ex-"Bunte"-Chef) der Bingo-"B.Z." vorsteht.
mehr »

Positive Bilanz

Seit mehr als einem Jahr arbeiten sie zusammen, eine HBV-Kollegin und fünf Kollegen der IG Medien und Postgewerkschaft. Das Kooperationsbüro Multimedia + Arbeitswelt ist ein Verbund im Mikro-Format. Manchmal kritisch beäugt, weil es für Verbund-Neinsager präjudiziell wirkt. Manchmal belächelt, ja, ja, Multimedia, aber richtige Gewerkschaftsarbeit, das ist doch der Kampf um Flächentarifverträge. Oder auch von hohen Erwartungen überfrachtet: Multimedia-Kur gegen Mitgliederschwund. Ihr Logo ist eine CD-Rom vorm Augapfel im Fadenkreuz. Nun gut. Aber womit beschäftigen sich die sechs im Post-Asyl der Frankfurter Bürostadt denn nun?
mehr »

„Es liegt eine ätzende Unzufriedenheit über dem Verlag“

Beim Heinrich Bauer Verlag in Hamburg: Sparen für noch einen Hubschrauber? Der zentralen Programmredaktion stehen Massenentlassungen bevor. Stehen Programm-Zeitschriften vor einem Umbruch? Studenten sind billige Arbeitskräfte. Das macht sich die Firma PPS in Berlin zunutze und beliefert die gesamte Branche mit "konkurrenzlos günstigen" Programm-Seiten. Damit wiederum erpreßt das Managment des Heinrich Bauer Verlages den Betriebsrat, um Entlassungen durchzudrücken. Immerhin will man 20 Freien Arbeitsplätze auf Abruf zur Verfügung stellen.
mehr »

Gehälter werden um 2% erhöht

IG Medien, DJV und DAG haben sich am 23. Oktober 1998 in Frankfurt/Main mit den Zeitschriftenverlegern über einen neuen Gehaltstarifvertrag verständigt.
mehr »

Keine Vergütung? Kein Internet!

Die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) über eine Neuregelung der Urheberrechtsklausel im Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sind vorerst gescheitert. Damit gilt weiterhin die bisherige Regelung im Manteltarifvertrag, die in keinem Fall eine kostenlose digitale Zweitverwertung erlaubt.
mehr »

Konfliktkurs

Die Geschäftsleitung des SFB hat den Manteltarifvertrag zum 31. 12. 1998 gekündigt. Zwei Tage vor Fristablauf der Kündigungsfrist, am 29. 10. 1998, wurden die Gewerkschaften in einer eiligst einberufenen Sitzung mit der Kündigungsabsicht konfrontiert und damit vor vollendete Tatsachen gestellt.
mehr »

Outsourcing-Jongleure machen weiter

Der Outsourcing-Wahn bei MDR und WDR geht weiter: Während Intendant Reiter insgesamt etwa 390 Mitarbeiter in zahlreichen einzelnen Gesellschaften beschäftigen will, droht Fritz Pleitgen den etwa 250 betroffenen WDR-Kollegen mit Kündigung, falls sie dem beabsichtigten Betriebsübergang widersprechen.
mehr »

Strukturwandel in der Medienlandschaft und daraus resultierende Gestaltungsaufgaben

Medien und Wandel? Was wandelt sich da eigentlich? Was passiert in der aufregenden Jetztzeit und was folgt daraus? Zentrale Stichworte der Analyse sind: Regulierung, duales System, Förderung von Eigenproduktion, digitales Fernsehen, Pay-TV und Medienmogule.
mehr »

Ein Buch für Detlef Hensche

... lautet der Titel des politischen Sachbuchs, das Freunde und Mitstreiter des IG-Medien-Vorsitzenden Detlef Hensche zu dessen 60. Geburtstag herausgegeben haben. "Enthüllt" wurde das Werk, dessen Produktion in der Vorstandsverwaltung der IG Medien über viele Monate vor dem Geehrten geheimgehalten worden war, am 16. September 1998 in Stuttgart anläßlich eines Geburtstagsempfangs von Mitherausgeber Rudolf Dreßler, dem SPD-Sozialexperten, gelernter Schriftsetzer und lange Jahre Mitglied des Hauptvorstands der IG Druck und Papier. Hensche war denn auch, was selten genug geschieht, zunächst einmal sprachlos, als Dreßler zum Schluß seiner Rede sagte: "Im Namen der anderen…
mehr »

Neues Online-Übertragungsrecht

Zwei Monate vor der Bundestagswahl hat der amtierende Bundesjustizminister Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig einen Diskussionsentwurf zur fünften Änderung des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) vorgelegt. Dabei geht es um eine Kernregelung im digitalen Zeitalter, das Recht der öffentlichen Wiedergabe. Neben dem klassischen Senderecht (Rundfunk und Fernsehen) wird ein neues Übertragungungsrecht eingeführt. Damit wird klargestellt, daß auch das Vorhalten von Werken zum Abruf in digitalen Netzen - beispielsweise eines Artikels oder Fotos auf einer Internet-Seite - nur mit Zustimmung des Urhebers erlaubt ist. Außerdem sollen die Rechte ausübender Künstler gestärkt und die Umgehung…
mehr »