Medienwirtschaft

Wertschöpfungskette neu aufgemischt

Auf dem Frankfurter Medienmittwoch im September wurde ausgesprochen, was Zuschauer vom digitalen Kino erwarten dürfen: Bessere Bilder und höhere Preise. Einen Geldregen hingegen erwartet die Industrie.
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„Grenzenloser Appetit“

Lola lief gut – bis nach Hollywood. Der Film „Lola rennt“, produziert von der Berliner „X Filme Creative Pool“, gilt als Qualitätsbeispiel unabhängiger deutscher Produktionen. Aber die könnten bald Mangelware sein, befürchtet die Branche in Zeiten drastischer Sparmaßnahmen der Sender. Ein Drittel aller Filmproduktionen soll eingespart werden. Deshalb reagieren die freien Produzenten besonders argwöhnisch auf die Kooperationen der öffentlich-rechtlichen Produktionsfirma Bavaria mit Tochtergesellschaften öffentlich-rechtlicher Sender.
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Augen auf und durch

Die Zeichen sind unübersehbar, der bundesdeutsche Medienmarkt befindet sich in einer Krise. Verlage, Rundfunk und der Multimediabereich sind davon – wenn auch mit unterschiedlichen Auswirkungen betroffen. Insbesondere in den größeren Konzernen von Springer bis Holtzbrinck wird auf diese Krise mit drastischen Kostenreduzierungsprogrammen reagiert. Wobei die Zielmarke: Minus 10 Prozent an Arbeitsplätzen mittlerweile zu einer traurigen Normalgröße geworden ist. Vordergründige Ursache für diese Krise ist der deutliche Rückgang der Werbeumfänge und der damit verbundenen Erlöse für die Verlage.
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Keine Strukturkrise

Wie alle anderen überregionalen Tageszeitungen hat auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) auf die derzeitige Pressekrise reagiert. So wird es unter anderem zu „betriebsbedingten Kündigungen quer durch die Verlagsgruppe“ kommen: In diesem und im kommenden Jahr sollen Mitarbeiter „im unteren dreistelligen Bereich“ entlassen werden. Die „FAZ“ beschäftigt 750 Redakteure. Über weitere Konsequenzen der Krise sprach Tilmann P. Gangloff mit dem Geschäftsführer der „FAZ“, Jochen Becker.
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Götterdämmerung

Vor einer Wende in der Medienwirtschaft – Machtverschiebungen in den wichtigsten Sparten Im Juli war Götterdämmerung für die Sunnyboys der neuen Medienwelt: Zuerst hat Jean-Marie Messier, Präsident von Vivendi-Universal, einen Tritt in den Hintern bekommen, ihm folgte Robert Pittman, „COO“ bei AOL / Time-Warner, und kurz nach ihm ist Thomas Middelhoff gegangen worden, weil man in Gütersloh den von ihm gewiesenen Weg nicht mehr mitgehen wollte. In solchen spektakulären Führungswechseln (Gus Fischer bei Springer ist es im vorigen Jahr ähnlich ergangen) spiegeln sich Prozesse von erheblicher Tragweite. Die deutsche und internationale Medienwirtschaft befindet sich in einer…
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„Welt“-Untergang an der Weser

Das Ende kam so überraschend wie einst der Anfang. 1997 hatte sich „Die Welt“ ohne große Vorankündigung ein neues lokales Standbein zugelegt: eine wöchentliche Regionalbeilage für den Großraum Bremen. Fünf Jahre später wurde die Redaktion nun Knall auf Fall wieder aufgelöst. Lediglich ein Korrespondent soll noch aus der Hansestadt berichten. Rund zehn Festangestellte und feste Freie müssen sehen, wo sie bleiben.
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Mit Mehrwert aus der Krise

Die „Süddeutsche“ stellt die Jugendbeilage „Jetzt“ ein, „FAZ“ und „SZ“ streichen ihre „Berliner Seiten“, die „Woche“ ist längst bloß noch Erinnerung, und nahezu alle Verlage bauen zehn Prozent ihrer Stellen ab: Die deutsche Presselandschaft befindet sich allem Anschein nach in der wohl größten Krise der Nachkriegszeit. Allein bei der „FAZ“ sind die Umsatzerlöse im vergangenen Jahr um 22,5 Prozent zurückgegangen.
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„taz“ verkauft sich an ihre Leser

Vor zehn Jahren verkaufte die „taz“ einmal fast ihre Seele. Die Redakteure erlebten eine grausame Finanzkrise und stimmten nach hitziger Debatte zu mehr als 90 Prozent dafür, die linksalternative Tageszeitung zu verkaufen. Am liebsten wäre ihnen ein Finanzinvestor gewesen, der kräftig Geld rein buttert und die Journalisten weiter schreiben lässt, was sie wollen. Doch sie machten ihre Rechnung ohne die „Freunde der alternativen Tageszeitung“, der mächtigen Mitarbeiterversammlung, die von einem Fremdinvestor nichts wissen und die Zeitung mit einem Genossenschaftsmodell retten wollte.
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Gute alte Motte oder Schmetterling?

„Der Tabubruch ist geschehen, der Wettbewerb ist irritiert.“ Mit sichtbarer Genugtuung präsentierte Mathias Döpfner, seit Jahresbeginn amtierender Vorstandschef des Axel Springer Verlags Ende Juni den Aktionären seine Zwischenbilanz der redaktionellen Fusion von „Berliner Morgenpost“ und „Die Welt“. Ob der Vorgang, wie behauptet, zu mehr publizistischer Qualität führt, erscheint zweifelhaft. Dass er einen beträchtlichen Personalabbau mit sich bringt, ist dagegen sicher.
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Gruner+Jahr stößt Zeitungen ab

Zum 1. Juli 2002 verkaufte der Hamburger Verlag Gruner + Jahr seine 100prozentigen Berliner Töchter an die Holtzbrinck-Gruppe. Auch die Sächsische Zeitung in Dresden soll verkauft werden, einen Käufer gibt es noch nicht.
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Zusammenbruch besiegelt

Nach der Zahlungsunfähigkeit von KirchMedia und KirchPay-TV meldeten Mitte Juni auch die Dachgesellschaft Taurus Holding und ihre Tochter KirchBeteiligungen Konkurs an. Damit ist der Zusammenbruch des einst zweitgrößten Medienimperiums Deutschlands besiegelt.
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Fata Morgana des Medienzeitalters

Schön, bunt und interaktiv sollte sie werden – die digitale Medienwelt in Deutschland. Nach Kirch-Krise und mangelnder Digitalisierung der hauptsächlichen Verbreitungsstruktur „Kabelnetz“ sieht die mediale Zukunft am Standort Deutschland düster aus. Oder doch nicht?
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Die Freien erwischt es zuerst

„Obwohl wir seit zwölf Jahren frei arbeiten, hat uns die Medienkrise brutal erwischt. Demnächst erhalten wir aller Voraussicht nach Sozialhilfe, weil man als Freelancer schlichtweg nicht mehr überleben kann.“ Meldungen wie diese – von Freien, die für überregionale Zeitungen bisher gut im Geschäft waren – gehen derzeit fast täglich bei ver.di ein. Kirch-Insolvenz, Streichung von Beilagen wie „jetzt“, dem SZ-Jugendmagazin, oder der Hauptstadt-Seiten fast aller großen Tageszeitungen oder auch die geplante Fusion von SFB und ORB in der Medienregion Berlin-Brandenburg – die so genannte Medienkrise erwischt zuerst die Freien.
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Sport ist Mord

Es wurde viel über die Krise geredet auf dem Medienforum.nrw, das im Juni in Köln stattfand. Die der Medien und natürlich die der Kirch-Gruppe. Eine Erkenntnis aus deren Zusammenbruch ist: „Sport ist Mord!“ Galt das bisher vor allem für gebrochene Knochen, so muss die Binsenweisheit mittlerweile auch auf die europäischen Pay-TV-Bemühungen übertragen werden.
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Wieder Rekordergebnis bei VG Wort

Nur 75.000 Euro mehr im Digital-Bereich Kampf um die Zukunft der Privatkopie Ein "neuerliches Rekordergebnis" konnte die Verwertungsgesellschaft Wort für 2001 bei der Wahrnehmung von Urheberrechten von Autoren und Verlagen erzielen. Die Einnahmen stiegen um 19,2 Prozent auf 77,67 Millionen Euro (2000: 65,14 Millionen Euro). Allerdings: Das Plus ist im Wesentlichen auf nur zwei neue Einnahmequellen zurückzuführen. Und bei den Vergütungen für digitale Vervielfältigungen ist die VG Wort keinen Schritt weiter gekommen.
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Tangaslips und Elektroschocker

Rund 700 Proteste gegen fragwürdige Werbekampagnen gingen im vergangenen Jahr beim Deutschen Werberat, der Selbstkontroll-Einrichtung der Werbewirtschaft ein. Zwei Drittel aller Beschwerden bezogen sich auf angebliche oder tatsächliche frauendiskriminierende Werbung.
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