Medienwirtschaft

Ballast abwerfen

Nach der Zahlungsunfähigkeit von Kirch-Media meldete Anfang Mai auch Kirch Pay TV Konkurs an. Beim Abofernsehen Premiere und anderen Betrieben sind Massenentlassungen in vollem Gang. Der Zerfall der Kirch-Gruppe ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit.
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„Cash for Content“ bleibt Ausnahme

Angesichts der Flaute auf dem Werbemarkt hat das Thema "Pay for Content" unter Website-Anbietern wieder Auftrieb bekommen. Doch kostenpflichtige Online-Angebote haben unter den Internet-Usern nur eine geringe Akzeptanz. Sie werden auch künftig - zumindest in Deutschland - die Ausnahme bleiben. Darüber waren sich beim vierten Hamburger Dialog Macher und Medienforscher einig.
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„Giganten von der Ruhr“ machen Zusatzgewinne durch Sparkonzert

Eigentlich ist "Gleichschritt" nicht gerade ihre bevorzugte Gangart. Doch in Zeiten lautstarken Wehklagens des bundesdeutschen Verleger-Chores über zum Teil tatsächlich massive Einbrüche im Anzeigengeschäft und daher bröckelnde Renditen passen sich auch die Chefs der nach wie vor hoch profitablen WAZ-Mediengruppe an: Sie verordneten ihren nordrhein-westfälischen Blättern ein knallhartes Sparkonzept. In den Redaktionen ist bereits von einem "bedrückenden Ausnahmezustand" und von "herben Belastungen" die Rede.
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Berlusconi ante portas

Unzulängliche Medienpolitik offenbart - Medienvielfalt und Rundfunkfreiheit auch auf europäischer Ebene sichern
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Kirch – Politisches Gesamtkunstwerk

Sie begann 1956, als es ihm bei einem Besuch in der römischen Filmstadt Cinecittá gelingt, für 130.000 DM die deutschsprachigen Rechte für den Fellini-Streifen "La Strada" zu ergattern. Das war damals viel (gepumptes) Geld, aber es lohnte sich. Wenige Jahre später wurde die Supernase des Aufsteigers und Selfmademan Kirch gepriesen, der früher als alle anderen witterte, dass nicht mit Sendern und Studios, sondern mit Filmrechten das ganz große Geschäft zu machen ist.
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Starker Intendant – schwacher Personalrat

Die Personalräte von ORB und SFB sind nicht gut zu sprechen auf den Leiter der Senatskanzlei in Berlin, André Schmitz, und den Leiter der Staatskanzlei in Potsdam, Rainer Speer. Beide haben den Entwurf für den Staatsvertrag über die Fusion von ORB und SFB ausgearbeitet und den Personalräten und Gewerkschaften ein dickes Ei ins Nest gelegt.
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Milliardengrab Kirch – Aufräumarbeiten in vollem Gange

Als am 8. April beim Amtsgericht München der Insolvenzantrag der KirchMedia eintraf, ging eine Ära der bundesdeutschen Mediengeschichte zu Ende. Nach jahrelangem Pokern um sein Lebenswerk hatte Leo Kirch zuletzt dem Druck der Gläubigerbanken nichts mehr entgegenzusetzen. Mit einem Gesamtschuldenstand von rund 6,5 Milliarden Euro verkörpert der Kirch-Konkurs die größte Unternehmenspleite der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
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472 „Wochen“

Der "Rheinische Merkur" vermeldete Mitte März: Auch die dritte Auflage des "Römischen Messbuches" schreibe nicht die Kelchkommunion als allgemeine Praxis vor. Diese von der Redaktion für berichtenswert gehaltene Neuigkeit erhielten auch die "Woche"-Abonnenten ins Haus geliefert, die nach der jähen Einstellung ihres Blattes plötzlich als Ersatz das christlich ausgerichtete Blatt mit dem Untertitel "Christ und Welt" aus Düsseldorf in ihren Briefkästen fanden.
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Werbe- und Sonderwerbeformen im Hörfunk

  Werbeform Rundfunkrechtliche Schranken Spotwerbung Trennung durch Jingle, Ansage; maximal 12 Minuten pro Stunde und 15 Prozent der täglichen Sendezeit Live-Reader muss als Werbung erkennbar sein Patronat/ Sponsoring Hinweis zu Beginn oder am Ende in vertretbarer Kürze, auch innerhalb einer Sendung, aber kein Einfluss auf das redaktionelle Programm Auslobung von Geld- und Sachpreisen bei Gewinnspielen dreimalige Nennung der Firma und kurze Beschreibung des ausgelobten Preises möglich; Umworbener darf nicht durch übermäßige Vorteile angelockt und seine Spielleidenschaft ausgenutzt werden Eigen- und Fremdpromotion, Merchandising…
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IT-Industrie lässt Mediation für PC-Vergütung scheitern

Vier Tage vor dem geplanten dritte Spitzengespräch bei Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin hat der Unternehmerverband BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) am 28. Februar das Mediationsverfahrens mit den Verwertungsgesellschaften für gescheitert erklärt. Damit ist eine vertragliche Regelung über pauschale Urhebervergütungen für Privatkopien durch PCs und Peripheriegeräte wie Drucker und CD-Brenner zunächst nicht mehr in Sicht.
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Spät, aber dafür umso dreister

Nach zahlreichen anderen Zeitungsverlagen hat nun auch der zu Gruner + Jahr gehörende Berliner Verlag ("Berliner Zeitung" / "Berliner Kurier") seinen freien Autoren neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) zugeschickt. Darin nimmt sich der Verlag nicht nur das Recht, Texte und Fotos im eigenen Verlag zu verwerten. Auch an Dritte will er verkaufen. Die Autoren sollen vom Erlös keinen Pfennig abbekommen.
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Redaktionelle Radio-Werbung

Kompenstationsgeschäfte, Sponsoring, Gewinnspiele - nichts ist unmöglich im Radio. Von Schleichwerbung will indes keiner sprechen. Zwar gilt das Gebot der klaren Trennung zwischen Werbung und redaktionell gestaltetem Programm, aber Werbebeiträge "aus überwiegend programmlich-dramaturgischen Gründen sowie zur Wahrnehmung von Informationspflichten" sind laut Werberichtlinien keine Schleichwerbung.
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Abschiedsbrief ohne goldenen Handschlag

Tausende Arbeitsplätze betroffen - Mitsprache in Auffanggesellschaft gefordert Für die Beschäftigten des weit verzweigten Kirch-Imperiums hat spätestens nach dem Insolvenzantrag der KirchMedia das Bangen um die Arbeitsplätze begonnen. Die Betriebsräte der Kirch-Unternehmen fordern die umgehende Beteiligung von Gewerkschafts- und Belegschaftsvertretern bei der Ausgestaltung einer Auffanggesellschaft.
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Seid verpulvert, Milliarden!

Die Bundesligavereine konnten aufatmen: Leo Kirch hat Mitte Februar fällige 100 Millionen Euro für Übertragungsrechte gezahlt. Sicher war das nicht, denn die Mediengruppe befindet sich in einer schlimmen Finanzierungskrise. Nach wie vor ist nicht klar, ob eine Rettung möglich ist und wenn ja welche. Womöglich geraten wichtige Teile der deutschen Massenmedien unter die Kontrolle des aggressivsten internationalen Medienmoguls Rupert Murdoch.
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110 Stellen bei Springer gestrichen

Der von der Geschäftsleitung des Axel Springer Verlags (ASV) Mitte Februar vorgelegte Stellenplan für die Fusion der Redaktionen von "Welt" und "Berliner Morgenpost" sieht den Abbau von 110 Stellen vor. Insgesamt ein Viertel der bisher 1000 Beschäftigten am Standort Berlin soll gehen.
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Die neuen Kabelherren

Noch ist die deutsche Fernsehlandschaft wunderbar aufgeräumt. Bertelsmann (RTL, RTL II, SuperRTL, Vox) und Kirch (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, DSF, N24) haben ihre Sender in den letzten Jahren zu großen Familien geordnet und sich den Markt mit den öffentlich-rechtlichen Partnern ARD und ZDF aufgeteilt. Dass dies so ist, garantieren die Mediengesetze und vor allem die Deutsche Telekom, die als Herrin über das Kabel die dortigen Plätze knapp und das Treiben auf den Fernbedienungen in Grenzen hielt.
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