Medienwirtschaft

Schnippelei nach Finanzkriterien

Die Medienbranche ist in der Krise, es muss gespart werden. Journalisten hören dies nahezu täglich. Freie von Redakteuren, Redakteure von Chefredakteuren, und die von Verlegern. Was hat das mit journalistischen Inhalten zu tun? Nun, jeder halbwegs spannende Themenvorschlag löst unmittelbar die Gegenfrage aus: Ja, ist das denn finanzierbar?
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Sir Alfred, die Geschichte und die Nazis

Der 70. Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis hat auch das viertgrößte deutsche Medienunternehmen, M. DuMont Schauberg (MDS), veranlasst, mehrfach über das historische Ereignis zu berichten. Dabei hat sich MDS auf Köln konzentriert, wo das Familienunternehmen seit über 200 Jahren ansässig ist.
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Entzauberte Boombranche

Mächtige Klötze aus Stahlbeton füllen das Areal des einstigen Flugplatzes Butzweilerhof in Köln-Ossendorf. Ende der neunziger Jahre entstand hier für eine halbe Milliarde Euro das gigantische Coloneum: 19 weitere Fernsehstudios für die ohnehin gut versorgte Medienstadt am Rhein. Fünf Jahre später wirken die riesigen Hallen häufig verwaist.
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Machtkonzentration in den Schulranzen

Mit den Namen Moritz Diesterweg, Westermann und Schroedel verbinden Generationen ihre Schulzeit. Doch der Alltag im Schulbuchsegment hat mit romantischen Erinnerungen an die Kindheit wenig gemeinsam. Auch in diesem Verlagsbereich findet längst eine fast schon brutale Konzentration statt.
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„Regionale Lösung“ für Gießen

Ein halbes Jahr nach Verkauf der "Oberhessischen Presse" (OP) in Marburg ist auch eine der beiden Tageszeitungen im benachbarten Gießen veräußert worden. Die mehrheitliche Übernahme der Zeitungsgruppe des "Gießener Anzeigers" (GA) durch die in Mainz ansässige "Verlagsgruppe Rhein-Main" (VRM) ist am 8. Mai bekannt geworden.
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Dann eben ohne Chefredakteur

Die zur SPD-Medienholding DDVG gehörende "Szene Hamburg" betreibt massiven Stellenabbau. Langjährige freie Mitarbeiter warnen vor einer inhaltlichen Verflachung und produzieren ein Sonderheft im Eigenverlag.
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Alle tippen für Ippen

Das Betriebsklima ist eisig geworden im Kasseler Pressehaus bei der "Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA). Verleger Rainer Dierichs hatte über Jahrzehnte eine liberale Unternehmenskultur aufgebaut. Die 1200 Mitarbeiter und ihre Betriebsräte konnten sich auf ihn verlassen. Jetzt sind sie verlassen. Ippen hat fast die komplette Führung ausgetauscht und mit eigenen Leuten besetzt.
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Begriff Bildredakteur komplett gestrichen

Die allgemein schlechte wirtschaftliche Situation in Deutschland trifft in der Medienbranche besonders die freien Mitarbeiter. Die überwiegende Zahl der Fotojournalisten arbeitet frei. Für sie gibt es weder Arbeitslosengeld noch Sozialpläne.
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Saban und dann?

Der US-Investor Haim Saban hat die Mehrheit an der insolventen Kirch-Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 Media AG gekauft. Ob der französische Sender TF 1 mit einsteigen wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Der Springer-Verlag erhöhte seinen Anteil von 11,5 auf 13,5 Prozent. Ende März besiegelte Saban auch die Übernahme der Kirch'schen Filmbibliothek, eine der umfangreichsten der Welt. Damit hat der Medienunternehmer die Rechte über rund 18.000 Filme und Serien erworben.
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Oberfränkische Lösung verhindert WAZ-Einstieg

Im Viereck zwischen Bayreuth, Bamberg, Kulmbach und Coburg soll alles so bleiben wie es ist. Obwohl, oder besser: Gerade weil das Zeitungshaus "Fränkischer Tag" die Mehrheit am Druck- und Verlagsunternehmen E. C. Baumann übernommen hat. Der viel gepriesenen "oberfränkischen Lösung" werden vermutlich dennoch Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Besonders im Bereich Druck bei Baumann und bei der Mantelredaktion des "Fränkischen Tags" machen sich die Kollegen Gedanken.
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Wo Sanierer den Ton angeben

Wie man sich wehrt, so geht man, könnte der neue Krisenslogan lauten. Denn: Unter Spardruck ihrer Verlage proben einige Redaktionen die Gegenwehr. Zwar ist die nicht immer auf Anhieb erfolgreich, doch sie stärkt das Rückgrat, verhilft zu aufrechtem Gang und - verhindert womöglich weitere Gemeinheiten.
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Jedes achte Buch von Bertelsmann

Auf die Titelseiten der Zeitungen hat es der Vorgang nicht einmal im Wirtschaftsteil gebracht. Dabei hätte er große Aufmerksamkeit verdient. Die Rede ist von der Übernahme der Buchgruppe des Springer-Verlags "Ullstein-Heyne-List" durch den Bertelsmann-Konzern. Dieser Kauf wird die deutsche Buchsparte nachhaltig verändern. Zum Schlechten, wie man befürchten muss.
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Gute Nachrichten in schlechten Zeiten?

Wie fast alle deutschen Medienkonzerne ächzten auch der Axel Springer Verlag und die Bertelsmann AG im vergangenen Jahr unter der Rezession in der Medienbranche. Bei der Vorstellung ihrer Bilanzen wurde sichtbar, dass die eingeschlagenen Sanierungsstrategien sich durchaus in Nuancen unterscheiden.
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Speyerer Morgenpost gut gestartet

Speyer hat wieder zwei Tageszeitungen. Die neue "Speyerer Morgenpost" setzt die 50-jährige Tradition der zum Jahresende eingestellten "Speyerer Tagespost" fort. Rund 120 Arbeitsplätze von festen und freien Mitarbeitern konnten so erhalten bleiben.
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taz gegen taz

Weil die Berliner Geschäftsführung die Redaktionen in Bremen und Hamburg fusionieren und anschließend outsourcen will, glauben die Hamburger taz-Mitarbeiter, dass die taz sich auf Kosten ihrer Lokalteile sanieren will. Sie befürchten mittelfristig das Aus.
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Steuergerechtigkeit erstreiten

Massiven Widerstand gegen geplanten Sozialabbau und gegen Angriffe auf Arbeitnehmerinteressen kündigte Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Bundesvorsitzender zur Eröffnung der Bundeskonferenzen der Deutschen-Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) und der Fachgruppen Agenturen und Verlage; Druckindustrie und Zeitungsverlage und Papierverarbeitung Anfang März in Halle an. Er forderte mehr Investitionen, um Arbeitsplätze zu schaffen.
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