Bärbel Röben

Bärbel Röben

Dr. Bärbel Röben lebt als freie Journalistin und Medienwissenschaftlerin in Attendorn/Sauerland. 2013 veröffentlichte sie das Buch "Medienethik und die Anderen. Multiperspektivität als neue Schlüsselkompetenz", das Aspekte einer verantwortungsethischen Berichterstattung auslotet. Foto: Jan-Timo Schaube

Alle Artikel von Bärbel Röben

Viel Lob – wenig Geld für Fachjournalisten

Durch die Coronakrise erlebt der Wissenschaftsjournalismus einen Hype. Virologe Christian Drosten, der im NDR-Podcast Erkenntnisse zur Pandemie anschaulich vermittelt, erhielt am 1. Oktober das Bundesverdienstkreuz. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten verkündeten im September, „Qualität und Quantität“ ihrer Wissenschaftsberichterstattung auszubauen. Doch die Fachjournalist*innen bleiben skeptisch und suchen weiter nach Wegen, ihre Profession zu stärken.
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JB: Mit Solidarität gegen Hetze im Netz

Hetze im Netz richtet sich vor allem gegen aktive Frauen. Doch den rechtsextremistischen Männern, die zumeist dahintersteckten, gehe es um mehr, nämlich „die Demokratie zu zersetzen“, so Grünen-Politikerin Renate Künast zum Umgang mit Frauenhass im Netz. Eine engagierte Podiumsdiskussion war neben der Verleihung der Hedwig-Dohm-Urkunde und anderer Preise ein Highlight der Jahrestagung des Journalistinnenbundes (JB) und machte Mut, gemeinsam gegen Antifeminismus und Rechtsextremismus vorzugehen – juristisch, journalistisch, politisch.
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Weg von der „Black Box“

Wenn die Länderparlamente im Herbst zustimmen, wird der Rundfunkbeitrag 2021 um 86 Cent erhöht. Wegen ihrer Finanzierung aus dem Rundfunkbeitrag stehen die Öffentlich-Rechtlichen immer wieder unter Legitimationsdruck. Nach einer Studie kann dieser Druck reduziert werden, wenn die Aufsichtsgremien für mehr Transparenz sorgen beim Umgang der Sender mit Geld, Parteien und Publikumsbeschwerden und wenn sie mehr Kompetenzen erhalten, die Öffentlichkeit in Programmentwicklungen einzubeziehen.
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Schon entdeckt? RUMS

„Wir wollen wissen, was in der Stadt passiert,“ sagt Christian Humborg, der die Medienvielfalt in Münster gefährdet sieht. Schon im Februar gründete er zusammen mit dem Diplom-Kaufmann Götz Grommek und dem Journalisten Marc-Stefan Andres die „RUMS Medien GmbH - Neuer Journalismus für Münster“. Die drei sind überzeugt, dass die „lokale Öffentlichkeit zentral für die Demokratie“ ist und wollten ihr Projekt unbedingt bis zu den NRW-Kommunalwahlen am 13. September realisieren.
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Neue Wendebilder braucht das Land

Zunehmend werden Medien die Erinnerung an die Deutsche Einheit 1990 wachhalten und prägen.  Zum 30jährigen Vereinigungsjubiläum zeigt sich, dass die vermittelten Bilder von der DDR und der Wendezeit doch recht einseitig sind. Da gibt es das Klischee vom „Jammer-Ossi“ und „Besser-Wessi“, das Narrativ von der SED-Diktatur, aber auch blinde Flecken im Geschichtsgedächtnis. Einige Schlaglichter auf fehlende und verfestigte Wendebilder und was sie heute bedeuten.
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Netzwerk Recherche: streitbar und kreativ

Die Pandemie prägte nicht nur die Inhalte, sondern auch die Form der Jahrestagung des Netzwerks Recherche (nr), die diesmal nicht vor Ort in Hamburg, sondern im Internet stattfand. Unter dem Motto „Corona und wir – Wie das Virus unsere Arbeit verändert“ ging es am vergangenen Wochenende vor allem um den Hype von Wissenschafts- und Datenjournalismus in der Pandemie, aber auch um innovative Formate und Medienprojekte, die aus der Krise heraus entstanden.
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Schon entdeckt? Deine Korrespondentin

„Vier Jahre lang war das für mich ein teures Hobby“, sagt Pauline Tillmann, Chefredakteurin des Digitalmagazins Deine Korrespondentin, das Frauen und ihre Perspektiven in der Berichterstattung sichtbarer machen will. Mittlerweile hat die engagierte Gründerin die finanzielle Durststrecke überwunden und probiert mit ihrem Korrespondentinnen-Team immer wieder neue Wege aus, um Geschichten von mutigen Frauen in aller Welt zu erzählen.
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Corona-Krise bietet auch neue Chancen

Beim jüngsten Mediensalon auf der „Pioneer One“ ging es diesmal um Wissenschaftsjournalismus. Fazit: Die konfrontative Gemengelage zwischen „Medien, Virologen und Aluhüten“ in der Corona-Krise bietet neue Chancen für Journalismus und Wissenschaft. Es gab einen digitalen Schub, mehr Leser*innen, bessere Zusammenarbeit und kritischen Umgang mit Daten. Einige Schlaglichter auf die Debatte.
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Für echte Soforthilfe: Mein Betrieb bin ich!

Das ver.di-Zelt hielt dem Regen stand. Nicht aber die zerlöcherten Schirme, unter denen Martin Erhardt mit seinen Kollegen als Streichquartett musizierte. Sie symbolisierten die Corona-Folgen für Solo-Selbstständige. Unter dem Motto „Mein Betrieb bin ich“ protestierten am 4. Juni in Düsseldorf Betroffene gegen unzureichende „Soforthilfe“. Sie forderten, dass die Ende Mai ausgelaufene Unterstützung verlängert und an ihre realen Arbeitsverhältnisse angepasst wird.
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Migrant*innen in den Medien einsame Spitze

Die Gleichstellung von Frauen in deutschen Medien kam erst voran, als ihre Unterrepräsentation mit Zahlen untermauert werden konnte. Doch für Journalist*innen mit Einwanderungsgeschichte fehlen solche Daten. Deshalb haben die Neuen deutschen Medienmacher*innen erstmals ermittelt, wie viele Chefredakteur*innen mit und ohne Migrationshintergrund es gibt und diese zur Vielfalt in ihrer Redaktion befragt. Die Studie „Viel Wille, kein Weg“ wird heute vorgestellt.
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Armutszeugnis für Berichterstattung

Armutsbetroffene gehören „in die Mitte unserer Wahrnehmung“. Es sei falsch, sie dem „Unterschichtenfernsehen“ der Privatsender zu überlassen, das Klischeebilder von faulen, alkoholsüchtigen, schmutzigen und rauchenden Menschen zeigt. Zu diesem Fazit kommt Medienforscher Bernd Gäbler in „Armutszeugnis“, dem jüngsten Arbeitspapier der Otto-Brenner-Stiftung (OBS), das eine Diskussion über respektvolle Armutsberichterstattung anregen will.
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Buchtipp: Quadratur des Dialogs

Es ist der kommunikative Klimawandel, der den Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen weiterhin umtreibt. Bereits 2018 ist er in seinem Buch „Die große Gereiztheit“ dem Hass und der Hektik in der vernetzten Welt anhand von fünf Krisenphänomen nachgegangen. Seine Erkenntnisse diskutiert er nun in „ Die Kunst des Miteinander-Redens“ mit dem Hamburger Psychologen Friedemann Schulz von Thun in der bewährten, lebendigen Dialogform.
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Pressefreiheit gerade in Krisen notwendig

In der Corona-Krise zeigt sich, wie unverzichtbar Pressefreiheit ist. Zum einen ermöglicht sie eine Berichterstattung im Dienste der Bürger*innen, die gesicherte Informationen und Orientierung benötigen. Zum anderen garantiert sie die dafür notwendige Unabhängigkeit der Medien und Journalist*innen. Das zeigt ein Vergleich der Corona-Berichterstattung einzelner Länder unter dem Blickwinkel, wie sie es mit der Pressefreiheit halten.
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Schon entdeckt? Das Nettz

Das NETTZ möchte durch Wissenstransfer mit Akteur*innen der Zivilgesellschaft eine „Community der Gegenrede“ aufbauen, um Hassreden einzudämmen. Medien könnten das unterstützen, indem sie Kommentare zu Beiträgen nur moderiert online stellten, so Hanna Gleiß. Sie ist Projektleiterin der „Vernetzungsstelle gegen Hate Speech“, die nicht nur auf ihrer Website Infos und Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs bietet. Das NETTZ entstand 2017 als Projekt von „betterplace lab“, der Denkfabrik von „betterplace.org“, Deutschlands größter Online-Spendenplattform. Nach Gesprächen mit Betroffenen von Hassrede sei deutlich geworden, dass es viele Initiativen gegen Hate Speech…
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Immer noch zu wenig Sprachsensibilität

Aktuell wird wieder heftig diskutiert über den Umgang mit Geflüchteten an Europas Grenzen. Er hoffe da auf mehr „Sensibilität für Begrifflichkeiten“ in den Medien, so Marcus Kreutler, ein Autor der Studie „Stumme Migranten, laute Politik, gespaltene Medien“. Die vergleichende Untersuchung  analysiert, wie in 17 Ländern über Flucht und Migration berichtet wurde. Ihre Ergebnisse nahm eine Diskussionsrunde im Frankfurter Main-Forum jüngst unter die Lupe.
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Wahrheitssuche in Zeiten des Internets

Das Wahrheitsgebot steht im Pressekodex an erster Stelle. Doch in Zeiten einer digitalen Öffentlichkeit verschwimmt der Wahrheitsbegriff – weniger durch Fake News als vielmehr wegen eines fragmentierten Orientierungsrahmens bei der Einordnung der wachsenden Informationsflut. Wie können Medien nun noch ihre Aufgabe erfüllen, zum Selbstverständigungsprozess der Gesellschaft beizutragen? Darüber wurde auf der Jahrestagung des Netzwerks Medienethik in München engagiert diskutiert. Einige Schlaglichter.
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