Tilman P. Gangloff

Wider Klischees und migrantisches Casting

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd hat weltweit zu Protesten gegen Rassismus geführt. TV-Sender und Streamingdienste haben vorsorglich ihre Programme untersucht; HBO Max zum Beispiel hat den Hollywood-Klassiker „Vom Winde verweht“ mit einer Art Gebrauchsanweisung versehen. Im deutschen Fernsehen scheint es keinen Handlungsbedarf zu geben; die schwarze Produzentin Nataly Kudiabor sieht das ganz anders.
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Akteure in heiklen Szenen unterstützen

Wenn britische und amerikanische Serien Sexszenen enthalten, ist die Anwesenheit eines Intimacy Coordinators am Set mittlerweile fast eine Selbstverständlichkeit. Auch Richtlinien für das Drehen intimer Filmszenen auf Basis von Best-Practice-Erfahrungen gibt es bereits. Hierzulande besteht Nachholbedarf. Julia Effertz, Deutschlands erste Intimitätskoordinatorin, beschreibt, warum ihre Tätigkeit für alle Beteiligten von Vorteil ist.
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Filmtipp: „Ein Tag in Auschwitz“

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee gibt es nicht mehr viele, die das namenlose Grauen überlebt haben. Dass ein Film wie „Ein Tag in Auschwitz“ heute womöglich notwendiger denn je ist, hat jedoch andere Gründe: Wer nach dieser Dokumentation noch immer applaudiert, wenn Politiker, die mit dem Faschismus liebäugeln, die Zeit des Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte bezeichnen, dem ist vermutlich nicht zu helfen.
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Frauen in TV und Film: Im Bermuda-Dreieck

Seit 50 Jahren der gleiche Befund: Frauen haben im Fernsehen und im Kinofilm nicht viel zu sagen, weder vor noch hinter der Kamera. „Männer handeln, Frauen treten auf.“ Das war das Fazit einer Studie, die 1975 die Rollenverteilung im Fernsehen untersucht hat. Eine aktuelle Analyse kommt zu einem niederschmetternden Ergebnis: Seither hat sich im Grunde nichts geändert.
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Bloß keine AfD-Schere im Kopf!

Die Geschichte ist so besonders und gleichzeitig doch so alltäglich wie jede andere Romanze: Zwei junge Menschen verlieben sich ineinander und stellen fest, dass es Unterschiede gibt, mit denen sie irgendwie klarkommen müssen. Doch in diesem Fall handelt es sich um ein christliches deutsches Mädchen und einen geflüchteten Moslem aus Syrien. Ein harmloser Film des Kinderkanals (KiKA) über das Paar könnte nun gravierende Folgen für das gesamte Kinderfernsehen haben.
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Öffentliche Gelder für Privatsender?

Wenn sich die Privatsender in der Vergangenheit zum Thema Rundfunkgebühren geäußert haben, ging es meist um die Werbung bei ARD und ZDF oder die Einschränkung der öffentlich-rechtlichen Sendervielfalt. Nun hat sich ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert mit einem Vorschlag zur Wort gemeldet, den es in der gut dreißigjährigen Geschichte des deutschen Privatfernsehens in dieser Form noch nicht gegeben hat.
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Das ganze Bild? Phoenix wird 20

Die Zuschauer sollten Gelegenheit haben, sich „das ganze Bild“ zu machen: So lautete von Anfang an das Credo des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix. Der am 7. April 1997 gestartete Sender, ein gemeinsames Projekt von ARD und ZDF, war ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den kommerziellen Nachrichtenkanälen n-tv oder N24 gedacht. Zwanzig Jahre später wäre es an der Zeit, diese Haltung zu überdenken.
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Zwischen Filterblase und Echokammer

Die Kluft scheint unüberbrückbar: hier die Wutbürger, dort die sogenannten Eliten aus Wirtschaft, Politik und Medien. Eine gewisse Diskrepanz hat es schon immer gegeben, aber nie schienen die beiden Seiten so unversöhnlich. Großen Anteil an dieser Entwicklung haben nach Ansicht des Kommunikationswissenschaftlers Wolfgang Schweiger die sozialen Medien mit ihren Filterblasen und Echokammern.
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Mit siebtem Sinn und Tipps fürs Internet

An den Erfolg des früheren Verkehrsratgebers anknüpfen und ihn als Medienmagazin reaktivieren? Zwei Bundestags-abgeordnete haben den WDR aufgefordert, die Sendung „Der 7. Sinn“ wiederzubeleben und daraus eine regelmäßiges Format mit Tipps für die Internetnutzung zu machen. Die Idee kommt einige Jahre zu spät. Tatsächlich tun ARD und ZDF in Sachen Medienkompetenz-Bildung schon eine Menge.
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Jugendmedienschutz am Ende?

Bei Kino, DVD und Fernsehen funktioniert der Jugendmedienschutz nach wie vor tadellos: Die Freiwillige Selbstkontrolle Filmwirtschaft (FSK) prüft jeden Kinofilm, der auf den Markt will und im Fernsehen sorgt die FSF für Sendezeitbeschränkungen. Im Internet aber darf jeder Anbieter sein Programm selbst kennzeichnen. Gleiche Inhalte, unterschiedliche Regulierungsweise und dann womöglich noch verschiedene Ergebnisse: So wird Jugendschutz unglaubwürdig.
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Anfangsverdacht: Jugend gefährdet

Es ist still geworden um den Jugendmedienschutz. Selbst die Verabschiedung eines neuen Staatsvertrags im vergangenen Herbst hat keine größeren medialen Wellen geschlagen. Allein die Landesmedienanstalten melden sich hin und wieder zu Wort. Jüngster Stein des Anstoßes sind die im Tagesprogramm der privaten Fernsehsender ausgestrahlten Hinweise auf Sendungen nach 22 Uhr, die angeblich nicht für Kinder und Jugendliche geeignet seien.
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Selbstausbeutung am Existenzminimum

Wer sich am Kiosk über aktuelle Filme informieren will, wird jenseits von "Cinema" und neuerdings auch "kinowelt.de" selten fündig. Anspruchsvolles Kino, Filmkunst gar werden von beiden Publikationen geflissentlich ignoriert. Derlei ist Minderheitenprogramm; Kiosktitel setzen auf Mehrheiten. Und doch gibt es ihn, den Markt für die gehobene Filmkultur. Er ist klein, überschaubar - und weitgehend unbekannt. Selbst die Kundschaft von Programmkinos kennt oft bloß "epd Film" (herausgegeben vom Frankfurter Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, GEP) und "film-dienst (Katholisches Institut für Medieninformation, Köln) - beide allerdings auch vorbildlich in Qualität und…
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