Meinung

Programmreform mit der Brechstange

Die Programmstruktur des Deutschlandfunks soll sich ab Dezember 2027 tiefgreifend verändern. Dagegen regt sich Widerstand. Der Verein „Informationsqualität“ klagt nun dagegen. Man kann nur hoffen, dass das Verwaltungsgericht Köln im Sinne der Kläger eine einstweilige Verfügung erlässt und damit die für den 30. November angekündigte Programmrefom des Deutschlandfunks stoppt.
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Warum Brokkoli wichtiger ist als Möpse

Stellen Sie sich einen Supermarkt vor. Schokolade liegt vorne am Eingang. Und noch einmal an der Kasse. Das Gemüse steht hinten im Lager. Wer Brokkoli will, muss fragen. Nach einem Jahr schaut sich der Geschäftsführer die Verkaufszahlen an und sagt: Na bitte! Die Menschen wollen nur Schokolade. 
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Zuhören ja – Antworten nein

Der Staat will künftig „besser zuhören“. Nur beim Antworten könnte er dafür deutlich schmallippiger werden. Klingt wie eine toxische Beziehung? Ist aber Gesetzgebung. Die Reform des BND-Gesetzes könnte künftig Eingriffe in vertrauliche Kommunikation von Journalist*innen erlauben. Und beim Informationsfreiheitsgesetz (IFG) plant die Koalition weiterhin drastische Einschränkungen.
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Krawallmedien nicht auf den Leim gehen!

Medien tragen Verantwortung für die Verbreitung eines diskriminierenden Menschenbildes, das nur Deutschen die im Grundgesetz garantierte Menschenwürde zugestehen möchte. Rechte Krawallportale wie „Nius“ schaffen es immer wieder, Hetze und Desinformation in verschiedene Informationskanäle zu spülen. Im August war es das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne, das für eine rassistische Polarisierung der Gesellschaft instrumentalisiert wurde – nach einem bekanntem Muster, das in Diffamierungskampagnen genutzt wird.
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Journalismus muss sich zur Wehr setzen

Nicht erst seit dem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt sind sie zu einer festen Größe bei politischen Veranstaltungen geworden: Private Streamer, oft aus dem stramm rechten Spektrum. Sie behindern die Arbeit von Pressevertreter*innen, bedrängen Politiker*innen oder schüchtern Demonstrationsteilnehmer*innen ein.
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Leeres Wort des Reichen Pflicht

Verleger, Verlöger, verlogen. Mehr will einem nicht einfallen, wenn man die jüngsten Nachrichten aus der Medienwelt hört. Bei öffentlichen Auftritten, in Interviews und Sonntagsreden stellen sich die Deutschen Zeitungsverleger*innen als Bewahrer des Qualitätsjournalismus und somit Retter der Demokratie dar. Im Alltagsgeschäft legen sie an genau diesen Qualitätsjournalismus Hand an.
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Keine Angst, Herr Intendant!

Was hat Norbert Himmler da wohl geritten, als er die Musiker Danger Dan und Igor Levit ausladen ließ? Kurz vor ihrem Gang ins Studio zur Aufzeichnung der 100. Folge von „Die Anstalt“ kam die Absage: Die Präsentation ihres neuen Liedes „Keine Angst“ wurde gecancelt. Dem Intendanten überkam wohl die Angst, der antifaschistische Song könne als Aufruf zur Gewalt missverstanden werden. Das jedenfalls lässt eine ZDF-Pressemitteilung vermuten.
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Pressefreiheit ist keine Weltmeisterschaft

Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit einige Plätze abgestiegen und rangiert 2026 nur noch auf Platz 14. „Na und?“, werden einige jetzt sagen, „Das ist doch immer noch nicht schlecht!“ Doch, das ist es.
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Machen Sie es sich unbequem

Ich bin Rechtshänderin. Neulich habe ich mir morgens die Zähne mit der linken Hand geputzt. Keine gute Idee. Es fühlte sich falsch an. Ungelenk. Irgendwie so, als würde mein Gehirn die ganze Zeit protestieren. Und genau genommen tat es das auch. Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Es baut dafür regelrechte Autobahnen im Kopf. Und alles, was davon abweicht, fühlt sich erst einmal anstrengend an.
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Ungarns Hoffnung auf Pressefreiheit

Ungarns Wahlsieger Péter Magyar hat versprochen, Rechtsstaat und Pressefreiheit wieder einzuführen. Jetzt muss er liefern, und ganz Europa muss ihm dabei sehr genau auf die Finger gucken.  
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Pressefreiheit schützen heißt: Journalist*innen schützen!

55 Angriffe auf Journalist*innen verzeichnete „Reporter ohne Grenzen" (ROG) in Deutschland im Jahr 2025. Und dass es 2026 so weitergeht, zeigt der jüngste Fall aus Schnellroda: Bei der „Winterakademie" des rechtsextremen Milieus wurden Journalist*innen von Teilnehmenden der Veranstaltung verbal erniedrigt, bedroht, körperlicher Gewalt ausgesetzt und bestohlen. ROG wertet den Vorfall als Beispiel  für die zunehmende Normalisierung von Gewalt und Einschüchterung gegenüber der Presse im extrem rechten Milieu.
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Springer braucht Schutzkodex

Der WELT-Chefredakteur Jan Philipp Burgard ist von seinem Posten zurückgetreten. CORRECTIV-Recherchen zufolge könnte es dabei um den Vorwurf unangebrachten Verhaltens gegenüber einer Verlagsmitarbeiterin auf der Axel-Springer-Weihnachtsfeier gehen. Ist diese Personalie am Ende vielmehr eine Frage der Unternehmenskultur? Wie gehen Medienhäuser mit möglichen Grenzverletzungen um – und wessen Schutz steht, dabei im Mittelpunkt?
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Echte Relevanz statt vieler Klicks

Wenn Themen nach ihrer erwarteten Reichweite ausgewählt werden und nicht nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz für die Menschen vor Ort, dann gefährdet das den demokratischen Zusammenhalt und fördert den politischen Rechtsruck. Dagegen hilft eine Journalismusförderung nach ethischen Standards.
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Der Schutz muss für alle gelten

Das israelische Militär hat ein Pressezelt im Gazastreifen angegriffen und dabei mehrere Journalisten des Senders Al-Dschasira getötet. Darunter Anas Al-Sharif, den die israelische Regierung als Terroristen bezeichnet. Für die Pressefreiheit ist das eine Katastrophe.
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Verhandlungen sind keine Selbstbedienung

Leider funktionieren Tarifverhandlungen nicht nach dem Supermarktprinzip, man kann nicht einfach ins Regal greifen und sich herausholen, was man sich wünscht. Am ehesten stimmt der hinkende Vergleich noch, wenn es ans Zahlen geht: Umsonst bekommt man nämlich auch bei Tarifverhandlungen nichts. Was auf der anderen Seite allerdings auch bedeutet: Hängt man sich richtig rein, dann lohnt sich das meistens.
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Teilerfolg von Schlesinger gegen RBB

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) muss seiner früheren Intendantin Patricia Schlesinger das von ihr geforderte Ruhegeld von rund 18.400 Euro auszahlen. Zunächst nur exemplarisch für einen Monat. Offen bleibt, wie mit weiteren Ruhegeldansprüchen Schlesingers umgegangen werden soll. Die Ex-Intendantin muss dem RBB Schadensersatz in einstweilen unbekannter Höhe zahlen. Unter dem Strich droht dem Sender aber eine Vertiefung seiner wirtschaftlichen Probleme.
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