Tarifflucht

NDR-Chor: Protest gegen Sparvorhaben

Der NDR verlangt den Sänger*innen seines Chores einiges ab: Gesangsstudium, Erfahrung, umfangreiche Kenntnisse. Zum Vorsingen sind Stücke aus drei Jahrhunderten und vier Epochen vorzubereiten. Die Latte hängt hoch. Nur bei den Gegenleistungen plant der Sender den „Limbo“-Tanz und will sie absenken: In Zukunft sollen die Chorsänger*innen nicht mehr beim NDR angestellt sein, sondern bei einer GmbH. Und das auch nur noch mit halben Verträgen. Es regt sich Widerstand und es formt sich Solidarität.
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Die beste Zeit für Ehrlichkeit ist jetzt

In einer überraschenden Aktion haben am 6. November baden-württembergische Zeitungen unter der Überschrift „Die beste Zeit für guten Journalismus ist jetzt“ eine großangelegte Image-Kampagne in eigener Sache gestartet. Wie muss sich wohl die Lokalredakteurin fühlen, die wegen Personalabbau und Redaktionsschließungen für fünf arbeitet und dafür auch noch ein zuvor gekürztes Redakteursgehalt bekommt, wenn sie dieses Manifest in ihrer Zeitung liest?
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NZ und NN: Nürnberger streichen 28 Stellen

Im Süden nichts Neues: Mal wieder sollen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zwei Redaktionen zu einer Zentralredaktion verschmelzen. Wie heute den Redakteurinnen und Redakteuren von Nürnberger Nachrichten (NN) und Nürnberger Zeitung (NZ) mitgeteilt wurde, werden die beiden Blätter im Zuge eines Sparprogramms fusionieren. 28 Stellen sollen wegfallen. Eine verbindliche Zusage zum Erhalt der Tarifbindung wurde nur für den Moment gegeben.
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Parteien gefordert: Tarifbindung stärken!

Die vom Grundgesetz gewollte Tarifautonomie funktioniert nicht mehr. Auch immer mehr Medienhäuser entziehen sich verbindlichen Konditionen für die Arbeit ihrer Journalist*innen. Die Politik ist zum Handeln aufgerufen. Der Landesverband Bayern der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hat sich deshalb an die bayerischen Politiker gewandt.
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Vor letzter Instanz: Tarifgehalt erstritten

Beschäftigte der Bremer Tageszeitungen AG haben vor dem Bundesarbeitsgericht einen jahrelangen Rechtsstreit mit ihrem Arbeitgeber gewonnen: Der Verlag des Weser-Kuriers und einzelner anderer Zeitungen muss ihnen Tarifgehälter zahlen, obwohl er aus der Tarifbindung ausgestiegen ist. Während der Gerichtsverhandlung in Erfurt luden ver.di und DJV Mitglieder und Sympathisanten am 10. April zu einer „aktiven Mittagspause“ vor dem Bremer Pressehaus.
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Erfolg in Köln: RRG bekommt Tarifvertrag

Die Widerspruchsfrist ist verstrichen. Für die Beschäftigten der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) in Köln gilt der Schlichtungsspruch zu ihrem neuen Haustarifvertrag. Die Mitglieder der dju in ver.di und des DJV in der RRG hatten bereits vor Wochen mehr als eindeutig für die Annahme des Schlichtungsergebnisses votiert, mit dem tarifliche Regelungen für alle 115 Redakteur_innen und Verlagsbeschäftigten der RRG getroffen oder wiederherstellt werden. Mehr noch: Sie liegen fast auf dem Niveau der Flächentarifverträge.
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Tarifflucht bei Ippen in Hessen

Der Münchener Großverleger Dirk Ippen, sein Neffe Daniel Schöningh und ihre hessischen Statthalter Max und Jan-Eric Rempel fackeln nicht lange. Zum 1. April haben sie die Frankfurter Neue Presse (FNP) und die Frankfurter Rundschau (FR) samt der Frankfurter Societäts-Druckerei von der Fazit-Stiftung übernommen. Am 29. Juni verkündeten sie den Abschied der FNP aus dem Flächentarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure. Die wehren sich jetzt gegen die Verschlechterung. Ebenso die Verlagsangestellten, die bereits unter den alten Eigentümern die Tarifflucht ihres Arbeitgebers erleben mussten.
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Madsack zentralisiert Digitalgeschäft

Die Online-Angebote aller Titel des Konzerns aus Niedersachsen sollen künftig von einer Gemeinschaftsredaktion produziert werden. Die „Digital-Offensive“ hat eine personelle Kehrseite: Während in Hannover aufgestockt werden soll, verlieren die Redaktionen vor Ort weitere Stellen. Auch wenn sie – wie die Ostsee-Zeitung – Millionen zum Konzernergebnis beitragen.
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Kölner im 3-Tage-Streik

Es ist bereits der dritte Warnstreik. Und diesmal soll er drei Tage dauern. Seit gestern früh sechs Uhr haben die Redakteurinnen und Redakteure sowie die Redaktionssekretärinnen der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) erneut ihre Arbeit niedergelegt und sind damit dem Aufruf ihrer Gewerkschaften, der dju in ver.di und dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV), gefolgt. Es geht um die Rückkehr zum Tarif.
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Drei Lokalredaktionen werden dichtgemacht

Die Schwäbische Zeitung schließt ihre Redaktionen in Pfullendorf, Meßkirch und Markdorf zum Ende des Jahres. Damit „stirbt erneut ein Stück kommunaler Meinungsvielfalt“, so der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim. In diesen Regionen werde dann nur noch der Konstanzer Südkurier Journalist_innen vor Ort haben. Dieser hatte vor zwei Wochen das Aus für seine Lokalredaktion in Friedrichshafen angekündigt.
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Was du nicht willst, das man dir tu …

Die Entscheidung der Mitgliederversammlung der VG Wort für einen rechtskonformen Verteilungsplan ist ein positives Signal nach monatelangen Querelen, die den Fortbestand der Verwertungsgesellschaft ernsthaft infrage gestellt haben. Der neue Verteilungsplan ist letztlich ein klassischer Kompromiss. Er setzt das Urteil des Bundesgerichtshofs konsequent um, wonach Autor_innen  grundsätzlich 100 Prozent aus den gesetzlichen Vergütungsansprüchen zustehen.
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Weser-Kurier: Erste Klagen gescheitert

Rund 50 Beschäftigte aus Redaktion und Druckerei der Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) haben ihren Arbeitgeber verklagt, weil er sie nicht mehr an bundesweiten Tariferhöhungen teilhaben lässt. Eine Art Präzedenz-Rechtsstreit gegen "OT-Mitglieder" im Zeitungsverlegerverband. Die ersten fünf Klagen wurden jetzt vom Bremer Arbeitsgericht abgewiesen.
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Weser-Kurier: Klagen auf Gehaltserhöhung

Bei vielen Verlagen ist es in Mode gekommen, sich aus der Tarifbindung zu verabschieden. In Bremen wehren sich jetzt langjährig Beschäftigte des Weser-Kuriers (WK) gegen die Folgen dieser Sparmaßnahmen: Sie klagen vor dem Arbeitsgericht, damit sie weiterhin dieselben Gehaltserhöhungen wie in tarifgebundenen Betrieben erhalten. Unruhe gibt es im Pressehaus auch, weil der WK seine Werder-Bremen-Berichterstattung an eine konzerneigene Firma auslagert.
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Ströer: Sozialplan für T-Online-Journalisten

Der Werbevermarkter Ströer hat sich mit dem Betriebsrat und mit ver.di auf einen Interessenausgleich und Sozialplan sowie auf eine Transfergesellschaft für die 108 Redakteur_innen von T-Online in Darmstadt geeinigt. Im September vergangenen Jahres hatte das Kölner Unternehmen die Schließung des Redaktionsstandortes bekanntgegeben.
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Berliner Verlag: „Projekt Kahlschlag“ anstatt Neuanfang

Bei der DuMont Mediengruppe wurden heute in Berlin weitere Hiobsbotschaften zu den Sanierungs- und Umbauplänen „Projekt Neustart“ verkündet. In den Redaktionen der beiden Traditionsblätter „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ sollen rund ein Drittel der Beschäftigten, insgesamt 50 Kolleg_innen ihre Arbeit verlieren. Für die Verlagsbereiche in der Gruppe gibt es nach wie vor keine Klarheit! Auch zuvor ging es häppchenweise zur Sache: Stellenstreichungen bei der DuMont Blattplanung in Köln, Schließung für die 16 IT-Beschäftigten von DuMont Systems in Berlin und Verkauf der Callcenter von DuMont Dialog in Halle und Berlin.
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Madsack-Titel: Widerstand gegen Kahlschlag im Norden

„Von Kahlschlag im Norden“ berichteten die Medien bereits, bevor am Mittwoch die Beschäftigten von „Lübecker Nachrichten“ und Rostocker „Ostsee-Zeitung“ offiziell informiert wurden: Beide zum Madsack-Konzern gehörende Verlage sollen zusammen erneut mehr als 30 Arbeitsplätze abbauen und weitere 35 Stellen in Tochterfirmen ausgliedern. Damit wird der bereits im Vorjahr begonnene massive Personalabbau fortgesetzt. Er bleibt nicht unwidersprochen. In Rostock versammelten sich Beschäftigte direkt nach der Verkündung der Abbaupläne spontan.
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