Tilmann P. Gangloff

Krasse Kürzungen bei ARD und ZDF

Für 58 Cent bekommt man heutzutage beim Bäcker allenfalls ein Brötchen von gestern. Dennoch haben einige Bundesländer ARD und ZDF eine entsprechende Erhöhung der Rundfunkabgabe auf monatlich 18,94 Euro verweigert. Trotz einer Verfassungsbeschwerde der Sender wird der Beitrag erst 2027 steigen, und dann wohl nur um 28 Cent. Vor allem innerhalb der ARD muss daher noch mehr gespart werden. Das schließt auch einen weiteren Stellenabbau mit ein.
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Filmtipp: Was haben wir gelacht

Der Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ mit Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blickt facettenreich, differenziert und  kurzweilig aus weiblicher Perspektive auf die Rolle der Frau in der Fernsehunterhaltung der Neunziger- und Nullerjahre. Eva Müller und Isabel Schneider dokumentieren mit Hilfe vieler Show-Ausschnitte, wie misogyn und homophob diese Zeit war.
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Filmtipp: Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann wäre am 25. Juni hundert Jahre alt geworden. Zwei Dokumentarfilme würdigen Leben und Werk der bedeutendsten deutschsprachigen Nachkriegsschriftstellerin auf gänzlich unterschiedliche Weise. Das fürs Kino entstandene Dokudrama „Jemand, der einmal ich war" findet einen ganz eigenen Weg, sich dem Leben der bedeutendsten deutschsprachigen Nachkriegsschriftstellerin anzunähern.
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Filmtipp: „Nürnberg“

Das vorzüglich gespielte und auch mit 150 Minuten nicht zu lange Justizdrama „Nürnberg" mit Russell Crowe als Hermann Göring und Rami Malek als amerikanischer Militärpsychiater rekonstruiert den Prozess gegen die Hauptverantwortlichen des NS-Regimes. Der Film startet ab dem 7. Mai 2026.
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Filmtipp: Friedas Fall

Angeklagt war eine Mutter, schuldig war die Gesellschaft: Das historische Justizdrama „Friedas Fall“ von Maria Brendle schildert den authentischen Prozess gegen eine Schneiderin aus St. Gallen, die vor 120 Jahren ihr Kind getötet hat. Eine gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Recht und Gerechtigkeit.
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Filmtipp: Eine bessere Welt

Ein vorzüglich gespieltes ZDF-Drama beschreibt, wie eine junge Wissenschaftlerin nach einer TV-Talkshow über die Klimakrise, in der sie für eine Begrenzung des individuellen CO2-Ausstoßes plädiert, zum Freiwild erklärt wird. Aufgrund der Beleidigungen und Morddrohungen im Internet entwickelt die völlig unvorbereitete Forscherin einen regelrechten Verfolgungswahn. Dann werden ihre Ängste Wirklichkeit.
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Filmtipp: Gelbe Briefe

Der neue Film des vielfach ausgezeichneten Regisseurs İlker Çatak spielt zwar in der Türkei, wirft aber auch einen Blick in unsere mögliche Zukunft: Der Berlinale-Preisträger „Gelbe Briefe“ ist in Berlin und Hamburg entstanden. Er betont damit die Universalität des Themas – Proteste gegen ein demokratiefeindliches Regime und die Beschränkung der künstlerischen Freiheit. Die darstellerischen Leistungen des türkischen und türkischstämmigen Ensembles sind herausragend.
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Filmtipp: Sie glauben an Engel, Herr Drowak? 

Schwarzweißbilder, höchst originell gestaltet und herausragend gut gespielt mit Luna Wedler und Karl Markovics - "Sie glauben an Engel, Herr Drowak?" erzählt die Tragödie eines verpfuschten Lebens. Im Debütfilm von Nicolas Steiner offenbart ein nihilistischer Trinker im Rahmen eines Sozialprogramms dank der Beharrlichkeit einer Germanistik-Studentin ein enormes literarisches Talent. Doch dann wird der Mann von den Dämonen seiner Vergangenheit eingeholt.
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Filmtipp: Extrawurst

Die unter anderem mit Top-Stars wie Hape Kerkeling, Fahri Yardim und Christoph Maria Herbst besetzte Verfilmung des erfolgreichen Theaterstücks „Extrawurst“ (Degeto / Lieblingsfilm) ist eine famos gespielte Satire über eine Debatte, die zum Kulturkampf eskaliert. Dabei geht es in der Jahreshauptversammlung eines Tennisclubs eigentlich nur um die Frage, ob für das einzige muslimische Vereinsmitglied ein eigener Grill angeschafft werden soll.
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Filmtipp: Bis es blutet

„Bis es blutet“ ist ein bedrückendes Drama mit Elisa Schlott als ehrgeizige junge Boulevard-Journalistin, die für ein reißerisches Online-Medium über das Verschwinden eines Teenagers berichten soll. Wegen ihrer skrupellosen Arbeit gerät der afrikanische Freund des Mädchens an den Pranger der Öffentlichkeit. Debütregisseur Daniel Sager hat zuletzt mit dem sehenswerten Dokumentarfilm „Erfundene Wahrheit“ die erstaunliche Geschichte des „Spiegel“-Hochstaplers Claas Relotius rekonstruiert.
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Filmtipp:  Nürnberg ’45 

Hauptfigur des bewegenden Dokudramas über die Nürnberger Prozesse ist der junge jüdische Auschwitz-Überlebende Ernst Michel, der nun als Journalist über die Verhandlungen berichtet. Den dokumentarischen Teil prägen Michel selbst (gesprochen von Heino Ferch), seine Tochter (Annette Frier) und der Sohn (Herbert Knaup) einer polnischen Überlebenden. In den Spielszenen wirken außerdem Francis Fulton Smith als Hermann Göring und Wotan Wilke Möhring als dessen Anwalt mit.
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Filmtipp: Kein Land für Niemand

Der deutsche Dokumentarfilm beleuchtet die drastischen Folgen der europäischen Abschottungspolitik und die besondere Rolle Deutschlands bei diesem Paradigmenwechsel. Der Film begleitet eine Rettungsmission im Mittelmeer, zeigt die katastrophalen Zustände in Lagern für Geflüchtete und gibt Menschen eine Stimme, die den lebensgefährlichen Weg nach Europa überlebt haben.
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Foto: pixabay

Buchtipp: Sendestörung

75 Jahre ARD: Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Schon der Titel seines Buches, „Sendestörung“, verdeutlicht jedoch, dass dem Historiker Karsten Rudolph keine Festschrift vorschwebte. Auf knapp 200 Seiten beschreibt er „Aufstieg und Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“, wie der Untertitel lautet.
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Filmtipp: Solidarity

Vordergründig ist „Solidarity“ ist eine Verbeugung vor all’ jenen, die sich beruflich oder ehrenamtlich um Geflüchtete kümmern. Mindestens genauso wichtig waren dem Schweizer Dokumentarfilmer David Bernet jedoch grundsätzliche Aspekte des Themas, die schließlich in eine entscheidende Frage münden: Wie viele Menschen kannst du umarmen?
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Kinder am Tablet

Keine Lobby für Kinderfilme

Wer hierzulande Fiction und Animation für Kinder herstellt, muss einen langen Atem haben. Die Produktionsbranche hat ohnehin das Gefühl, dass ihr Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Leistung des Landes nicht genügend gewürdigt wird, aber Produktionen für die jüngste Zielgruppe werden auch bei der Förderung nicht angemessen unterstützt.
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Filmtipp: We All Bleed Red

Der Dokumentarfilm "We All Bleed Red" begleitet den vielfach ausgezeichneten deutschen Fotografen Martin Schoeller, der nicht nur Stars und Präsidenten, sondern auch die Kehrseite des amerikanischen Traums ablichtet. Der in Frankfurt am Main aufgewachsene und mit rund dreißig internationalen Auszeichnungen gewürdigte Fotograf hat sein Handwerk einst als Assistent von Annie Leibowitz gelernt
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