Gitta Düperthal

Preis für „Neue Wut“

Mehr als zwei Jahrzehnte hat Martin Keßler als politischer Dokumentarfilmer für ARD, ZDF, Arte und WDR gearbeitet – bis er mit seiner kritischen Filmserie „Neue Wut“ offenbar für die immer mehr zum Bunten neigenden öffentlich-rechtlichen Sender zu anspruchsvoll geworden war. Keßler gab jedoch nicht auf und erreichte mit seinen Filmen über Sozialproteste eine neue Öffentlichkeit: Über das Internet, CD-Verkauf und Kinovorführungen, mit Unterstützung von Stiftungen, Gewerkschaften sowie einer interessierten Fangemeinde in sozialen Bewegungen. Dafür verlieh ihm der Verein Business-Crime-Control (BCC) im November in Frankfurt einen Preis.
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kommentiert & aufgespießt: Rüder Umgang & Die letzte Zuflucht

Von Gitta Düperthal | Immer wieder wird die gesetzlich vorgeschriebene Presse- und Informationsfreiheit bei Polizeieinsätzen eingeschränkt: Je stärker Bürgerprotest in Krisenzeiten, desto rüder der Umgang mit Pressevertretern! Bei den Castor-Protesten im November hatte das der Bildjournalist Michael Schittenhelm aus Lindau am Bodensee zu spüren bekommen. Als er das brutale Polizei-Vorgehen gegen Demonstranten im Wendland mit seiner Digitalkamera festhielt, befahlen ihm Beamte mit eindeutigem Drohgebaren, seine Aufnahmen sofort zu löschen: „Mit den Herren der Bundespolizei wird nicht diskutiert“. Warnungen des Fotografen und Freelancers, der für lokale Blätter in Bayern und…
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Auch Nora bleibt!

Erneut hatte ein Arbeitgeber im Fall der Kino-Mitarbeiterin „Nora“ vergebens versucht, eine Gewerkschafterin durch eine Bagatellkündigung loszuwerden. Das Arbeitsgericht in Darmstadt sah die Vorwürfe der Geschäftleitung des Darmstädter CinemaxX-Kinos jedoch als unbegründet an. Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen.
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Auf dem Weg

Politisch engagiert ging es beim Internationalen Frauenfilmfestival (IFFF) in Köln zur Sache. Regisseurinnen thematisierten beim Schwerpunkt „Rund um den Balkan“ mit ihren Spielfilmen und in Diskussionen eindringlich, auf welche Weise Frauen in den Teilrepubliken des postkommunistischen Jugoslawien unter Kriegsfolgen leiden.
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kommentiert & aufgespießt: Ursachenforschung & Schuss vor den Bug

Von Gitta Düperthal |  Derzeit erhitzt eine Debatte um einen jungen Journalisten Sebastian W. die Gemüter, weil er gefälschte Zitate von frei erfundenen Informanten unter anderem in Spiegel-online und Welt-online publiziert haben soll. In Internetblogs, Zeitungen und Medienfachzeitschriften wird aufgeregt diskutiert, ob der 25-jährige zur Verantwortung zu ziehen ist. Dieser rechtfertigt, von einem Hochstapler, der sich als Kölner Jurist C. Penkella ausgab, getäuscht worden und dessen falscher Identität als Anwalt aufgesessen zu sein. Ehemalige Auftraggeber des Autors Sebastian W. haben nun Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet wegen Titelmissbrauchs, Urkundenfälschung und…
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Kollektives Vergessen

Gibt es eine Glaubwürdigkeitskrise der Medien wegen fließenden Ineinander-Übergehens von Fiktion und Realität? Und wenn ja – hat der Trend ins Fernsehen Einzug gehalten oder nur bei YouTube und Facebook? Darüber debattierte man bei den Fernsehkritiktagen im ZDF. Keine Rede war indes vom Übergriff konservativer Politiker – wie erst kürzlich im ZDF stattgefunden.
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Wahres Leben

Die Autoren des ARD-Politikmagazins Monitor, Sascha Adamek (Bild unten) und Kim Otto (Bild oben), sind wahre Meister der Recherche. Müssen Sie auch sein. Denn wollen Journalisten Mächtigen und Besitzenden auf die Finger schauen, wird offiziell gern geschwiegen. Dann ist unkonventionelles Vorgehen gefragt.
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Kritischer Geist

„Manchmal muss man ein kritischer Geist sein, Herzblut und Leidenschaft zeigen – nicht nur immer mit Krämerseele auf die Uhr starren: Wann ist denn Feierabend?“, sagt Detlef Weiand. Andererseits gibt er zu bedenken: „Freilich müssen wir die von ehemaligen Gewerkschaftskollegen mit Schweiß und Tränen erkämpften Errungenschaften, weg von der 60-Stundenwoche und der Kinderarbeit hin zu den heutigen Arbeitsbedingungen verteidigen“. Der langjährige Cutter beim Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) ist keiner, der nur Aktenstapel von a nach b legen will. Er sprüht nur so vor Ideen. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker schneidet hauptsächlich Magazinbeiträge für…
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Talentschmiede

Das Internationale Frauenfilmfestival (IFFF), das Ende April in Dortmund und Köln rund 8.000 Besucherinnen und Besucher anzog, versteht sich als Inspiration für 68er-Feministinnen und junge Frauen. Die Organisatorinnen üben den Spagat: zwischen Publikumsmagnet mit populären Filmen und politischem Anspruch. Gefördert werden sollen Netzwerke der weiblichen Filmschaffenden.
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Ungeklärt

Journalisten aller Couleur haben zu spüren bekommen: Unternehmen können allerlei Repressalien ausüben, um unliebsame Berichterstattung zu unterbinden. Pressevertreter, die über Demonstrationen von Flughafenausbau-Gegnern und die Räumung des Camps der Umweltaktivisten im Kelsterbacher Wald berichten wollten, erfuhren: Pressefreiheit muss auch hierzulande mitunter hart erkämpft werden.
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Unlust auf Umzug

Jetzt ist es spruchreif: Der Suhrkamp-Verlag zieht von Frankfurt am Main nach Berlin um. 85 Prozent der Mitarbeiter finden das gar nicht hipp. ver.di fordert, eine gleichberechtigte Dependance in der Bankenmetropole zu belassen.
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Comics vom rechten Rand

Braune Comics sind als Einstiegsdroge ins rechtsradikale Gedankengut stets unterschätzt worden, so die These des Gründungsmitglieds der Gesellschaft für Comic-Forschung und Kommunikationswissenschaftlers Ralf Palandt. Derzeit ist er auf Vortragsreisen in der Republik unterwegs.
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Gegen das Formatdiktat

Dokumentarfilmer forderten beim Symposium in Köln freiere Formen des Filmens. Inhalte sollen nicht auf der Strecke bleiben, weil sie in vorgefertigte Formate gepresst werden müssen. Nachgedacht wurde über Sprache und Sprechen im Film.
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Den Zensor überzeugen

Beim Internationalen Frauenfilmfestival mit dem Fokus China vom 23. bis 27. April 2008 in Köln wurde über Zensur und andere Hindernisse diskutiert, brisante politische Filme zu publizieren. Chinesische Regisseurinnen und Dokumentarfilmerinnen berichteten, wie sie ihre Werke veröffentlichen und wie das Publikum auf feministische Inhalte reagiert.
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Zensurverdacht

Bei den 41. Mainzer Tagen der Fernsehkritik im ZDF ging es um den Zwiespalt zwischen Wirtschaftsinteressen und publizistischen Werten auch mit Blick auf Texte und bewegte Bilder im Netz.
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Digitale Chancen

Die neuen digitalen Verwertungsformen des Dokumentarfilms der Zukunft werden sehr unterschiedlich eingeschätzt. Skeptiker sprechen von der „Diktatur des Digitalen und der neuen Technologien“ und einer unüberschaubaren Bilderflut. Optimisten wittern hingegen neue Chancen und eine zunehmende Selbstbestimmung der Zuschauer.
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