Bärbel Röben

Regionalpresse: Chefs stärker beobachten!

Auch Ende September 2016 sind sie eine Männerbastion, die 100 Regionalzeitungen mit selbst produziertem Mantelteil in Deutschland. An ihren Redaktionsspitzen gibt es nur fünf Chefredakteurinnen, auch nur 18 Prozent der Stellvertretungen sind weiblich! Das hat der Verein „Pro Quote“ recherchiert, der 2012 antrat, den Frauenanteil in den Spitzenpositionen deutscher Medien bis nächstes Jahr auf 30 Prozent zu erhöhen. Bei überregionalen Leitmedien war die Kampagne erfolgreicher: „Die Zeit“ und „Bild“ haben bereits mehr als ein Drittel weibliches Führungspersonal. Doch in der Regionalpresse dominieren weiterhin „harte Blattmacher“. Warum? Wie kann man das ändern?
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NRW-Selbstständige: Konkrete Forderungen für faires Arbeiten

An der „öffentlichen Hand“ darben oder im „Plattformkapitalismus“ Klinken putzen? Diesem Horrorszenario hatten freiberufliche Verdianer_innen auf dem ersten NRW-Selbstständigentag am 10. September in Düsseldorf einiges entgegen zu setzen. Zentral für alle Berufsgruppen vom IT-Berater bis zur Journalist_in oder Künstler_in war die soziale Absicherung. Nach der inhaltlichen Arbeit in Workshops und Vernetzung in Pausengesprächen präsentierten sie Ideen für gewerkschaftliche Aktivitäten und Forderungen an die Politik, vor allem eine stärkere Beteiligung der Auftraggeber an den Sozialversicherungskosten.
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Hate Speech: Kontern statt schweigen!

„Viele Menschen sind entsetzt über Hass und üble Beschimpfungen im Netz, doch das wird nicht wahrgenommen, weil viel zu viele schweigen.Wir wollen die Betroffenen mit dieser Kampagne empowern!“ So Konstantina Vassilliou-Enz von den Neuen deutschen Medienmachern (NdM), die seit Februar das No Hate Speech Movement des Europarats in Deutschland koordinieren. Am 22. Juli starteten sie die Kampagnen-Website „No Hate Speech“ mit einem Online-Flashmob. Ihr #NoHateSpeech-Tweet wurde von Unterstützer_innen zeitversetzt an fast 650.000 Menschen geschickt und sie jubelten: „Wir trenden auf Twitter, die Timelines sind voll – ihr seid großartig!“
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Schon entdeckt? EJO

„Vor allem von Forschern erwarten wir, dass es Teil ihrer Jobbeschreibung sein sollte, in die (Fach-)Öffentlichkeit hineinzuwirken“, betont Journalismus-Professor Stephan Russ-Mohl, der das Europäische Journalisten-Observatorium EJO 2004 gründete, um „die Kluft zwischen der Medien-, Kommunikations- und Journalismusforschung und der Medienpraxis zu verringern“. Durch Beobachtung aktueller Trends in der Medienbranche in Europa und den USA sollte das Observatorium einen Beitrag zur Qualitätssicherung im Journalismus leisten. Die vielsprachige Website bietet differenziert-informative, aktuelle journalistische Beiträge wie etwa eine Analyse von Brexit-Kommentaren.
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Medientage am Wannsee: #Krassmedial

„Fluch und Segen liegen nahe beieinander“ konstatierte der Bremer Medienwissenschaftler Leif Kramp zur „Medienarbeit heute und morgen“ – Thema der 6. ver.di-Medientage am Wochenende in Berlin am Wannsee. Es ging um „krassmediale“ Veränderungen in Berufsbildern und Anforderungen und damit verbunden neue Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle. Junge Journalist_innen fühlten sich oftmals wie die „Eier legende Wollmilchsau“, wenn von ihnen immer mehr und neue Kompetenzen in Produktion und Marketing erwartet würden, so Leif Kramp. Es gebe einen „wachsenden Bedarf an digital erfahrenen, profilierten, experimentierfreudigen Kommunikationsprofis - mit Durchhaltevermögen.“
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Wann machen Tarifkonflikte Schlagzeilen?

„Streikende legen die Region lahm" betitelte die Westfälische Rundschau am 27. April die Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Wann und wie berichten Medien über Tarifrunden? Welchen Einfluss haben sie auf Verhandlungen und Ergebnisse? Über das noch wenig erforschte Thema „Medien und Tarifkonflikte" sprach Bärbel Röben mit Christina Köhler, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Publizistik der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität.
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Medienethik in der Flüchtlingskrise

Gastfreundschaft und Willkommenskultur, Vorurteile bis hin zu rassistischen Ressentiments – trotz unterschiedlicher politischer Rahmenbedingungen gleichen sich die Einstellungen gegenüber Geflüchteten in Deutschland und der Türkei. Welche Verantwortung trägt die Medienberichterstattung für das gesellschaftliche Klima? Das diskutierten 24 deutsche und türkische Fachleute aus Journalismus, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen Mitte April in Izmir. Zum Austausch über „Medienethik in der Flüchtlingskrise“ hatte die Deutsche Botschaft in Ankara eingeladen.
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#ausnahmslos: Kampagne gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus

Auf die sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht reagierten 22 feministische Aktivistinnen am 11. Januar mit dem #ausnahmslos – Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. M sprach mit einer der Initiatorinnen, der Autorin und Beraterin für digitale Medien Anne Wizorek, die 2013 mit ihrem #aufschrei bekannt wurde.
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Das Ideal: „16-Stunden-Tag für alle“

Von Bärbel Röben | Am 8. März wollen Gewerkschaftsfrauen wieder „Zeichen setzen für morgen“. Zentrales Thema des diesjährigen Kampftages für Gleichberechtigung ist „Arbeitszeit“. In Medien, Kunst und Kultur sind lange, flexible Arbeitszeiten nicht nur Bedingung für Karriere, sondern oft Kennzeichen der Erwerbstätigkeit an sich: die Deadline, die Vernissage, der Drehschluss bestimmen den Schaffensrhythmus. Was bedeutet das für uns Frauen?
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Digitale Empathie statt Klickolympiade

Nach journalistischen „Leuchttürmen“, die im Getöse der Nachrichten und der Informationsüberflutung Orientierung geben, überprüfbare Fakten liefern und „Vernunft in die Debatten bringen“, verlangte Medienjournalistin Brigitte Baetz auf dem 29. Journalistentag der Medienschaffenden in ver.di am 23. Januar in Berlin. Journalismus sei dazu aufgefordert, „politische Handlungsbedarfe klar aufzuzeigen“, könne jedoch „kein Politikersatz“ sein, betonte Vize-Chef Frank Werneke vor den 250 Teilnehmer_innen, die unter dem Motto „Shit & Candy die neue Währung im Journalismus?“ in Berlin debattierten.
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Stereotype „Bilder in unseren Köpfen“ abbauen!

Besser-Wessi und Jammer-Ossi, Karrierefrau und Softi, Junge Alte, schwuler Frisör und türkische Putzfrau – das sind „Bilder in unseren Köpfen“, die großenteils medial erzeugt oder vermittelt sind und gesellschaftliche Folgen haben. Die Salzburger Kommunikationswissenschaftlerin Martina Thiele gibt erstmals einen umfassenden Überblick über die kommunikationswissenschaftliche Stereotypen- und Vorurteilsforschung und regt zum Nachdenken darüber an, wie Medien zum Abbau stereotyper „Bilder in unseren Köpfen“ beitragen können.
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Stoßen Frauen in den Nachrichten an eine „gläserne Decke“?

Innerhalb von 20 Jahren ist die Präsenz von Frauen in den Nachrichten weltweit von 17 auf 24, in Deutschland sogar auf 28 Prozent gestiegen. Doch die von Männern dominierten Strukturen scheinen zählebig zu sein, wie die aktuellen Ergebnisse des Global Media Montoring Projects GMMP 2015 belegen.
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Germanwings-Absturz: „Schwarze Schafe“ in der Medienmeute

„Wie fühlen Sie sich, wenn während der Trauerfeier 50 Kameras auf Sie gerichtet sind?“ – „Die meisten haben einfach nur ihre Arbeit gemacht. Schwarze Schafe gibt es immer!“ – „Wir brauchen gemeinsame ethische Regeln!“ Betroffene, Medienschaffende und Ethiker_innen diskutierten am 15. Oktober auf Einladung von dju in verdi NRW, Presserat und Grimme-Institut bei der Landesmedienanstalt in Düsseldorf über den „Germanwings-Absturz und die Folgen – was lernen wir daraus?“
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Storytelling für Journalisten

Marie Lampert, die 2011 zusammen mit Rolf Wespe den Ratgeber „Storytelling für Journalisten” verfasst hat, antwortet auf die Frage, ob Storytelling besserer Boulevardjournalismus sei: „Im Emotionalisieren und Dramatisieren sind Boulevardjournalisten spitze. Trotzdem ist der Nährwert ihrer Geschichten oft unbefriedigend, weil sie sich mit Aufregern zufrieden geben und sie nicht nutzen, um die Geschichte dahinter zu erzählen.
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Rettungsanker Storytelling

Informationsflut – Medien buhlen um die Aufmerksamkeit des Publikums. Als Rettungsanker erscheint da „Storytelling”: das anschauliche Geschichten erzählen, möglichst multimedial. Doch was bedeutet der aktuelle Storytelling-Boom für die journalistische Qualität, den „öffentlichen Auftrag der Presse”? Wie verändert er die Arbeitswelt von Medienschaffenden? Annäherungsversuche an den schillernden Begriff.
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Weniger einsame Wölfe

Recherche im gemischten Team löst die des „einsamen Wolfes” ab, die Berichterstattung wird vielfältiger und globaler, das Publikum misstrauischer, die Machteliten blocken. Herausforderungen wie diese diskutierten die rund 700 Teilnehmenden der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche (nr) Anfang Juli beim NDR in Hamburg – in etwa 100 Veranstaltungen unter dem Motto „Schreiben.Zeichnen.Senden. Jetzt erst recht”.
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