Titel

HR als eigener Produzent

Öffentlich-rechtliche Sender lassen überwiegend von Tochter- und Fremd­firmen produzieren. Eine Ausnahme ist der Hessische Rundfunk (HR). Er stellt nämlich beinahe alle seine Produktionen selbst her. Das Motiv: Man wolle die kreative Gestaltung der Sendungen und ihre produktionstechnische Abwicklung in eigenen Händen behalten und so besser kontrollieren können. Dabei beschäftigt auch der HR neben dem festangestellten Stamm produktionsbezogen zusätzlich freie Mitarbeiter_innen oder Dienstleistungen.
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Innovationen aus Freimann

Jeder nutzt sie, aber kaum ein Konsument kennt es: Standards und das Institut für Rundfunktechnik (IRT). Gemeinsam ist beiden, dass sie eher im Hintergrund agieren, damit im „Vordergrund“ beim Zuschauer oder Zuhörer ein bewegendes Bild-Ton-Erlebnis zustande kommt. Und das gelingt inzwischen nicht nur in Deutschland und Europa, sondern sogar weltweit.
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Unsicherheit gehört zur Jobbeschreibung

Die deutsche Film- und Fernsehproduktion ist durch eine große Klein­teiligkeit geprägt. Insbesondere kleine und unabhängige Produzenten können keine langfristigen Beschäftigungsgarantien geben. Selbst das eigene Überleben ist alles andere als sicher. Für Produzenten ist die Unsicherheit Teil der Jobbeschreibung; die Beschäftigten akzeptieren sie ebenfalls und streben offenbar keine Veränderung an.
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Ausgezeichnet: Fernsehen à la App

Man macht es spannend wie bei der Oscar-Verleihung. In welcher Kate­gorie Kristina Mohr den ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ erhält, war bei unserem Gespräch in Leipzig noch nicht klar. Sicher dagegen schon: Die 24-Jährige hat 2016 eine ausgezeichnete Masterarbeit zu „Mediatheken als App“ vorgelegt.
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Ausbildung jenseits des Rampenlichts

Vor der Kamera und auf der Bühne, da stehen die Protagonisten, die das Publikum kennt. Doch damit die Sendung, die Aufführung, das Rockkonzert ein Erfolg wird, braucht es viele Fachkräfte im Hintergrund. Ihre Ausbildungs­wege gehören nicht zu den meist gewählten bei den jungen Leuten. Doch gibt es für künftige Azubis und Studierende eine interessante Welt abseits der bekannten Pfade zu entdecken.
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Ungeliebte Helden der Nacht

Wenn neues Personal gesucht wird, gelten sie schon mal als „Helden der Nacht“, in der Regel dürfen sie in ironischer Selbstdarstellung „Schuften wie ein Pferd“, werden jedoch „bezahlt wie ein Pony“. Die Zusteller_innen als Letzte und Schwächste in der Zeitungsproduktionskette sind in den vergangenen Jahren mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Für ihre Arbeitgeber bleiben sie im schwindsüchtigen Printmarkt vor allem eines: Sparpotenzial.
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Die Publizistik der Populisten

"Trump Bump” – so nennen amerikanische Zeitungsverlage liebevoll den Boom ihrer Digital-Abos, den ihnen Donald Trump unverhofft beschert hat. Eine Positivzuschreibung der Folgen der US-Wahl, beflügelt durch einen, der dem Journalismus vorsätzlich schaden wollte, ihm aber letztlich zu wirtschaftlicher Prosperität verholfen hat: Die New York Times hat im letzten Quartal 2016 über 250.000 zusätzliche Digital-Abos verkauft. Washington Post, Wall Street Journal und andere vermelden Rekordzuwächse. Es ist wie mit dem Ausgang des Wahlkampfs: Dass Trump gerade den Qualitätsmedien, die er als „Fake News” tituliert hat, zu neuem Durchbruch verhelfen würde, hätte niemand gedacht.
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Direkt-Kanal zum Wähler

Mehr als je zuvor spielt sich der Wahlkampf um den Bundestag im Internet ab. Mit Tweets, Apps und der Hilfe tausender Freiwilliger rüsten sich die Parteien für die Entscheidung im September. 84 Prozent der deutschen Bevölkerung informieren sich online, alleine Facebook hat über 25 Millionen aktive Nutzer_innen.
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Paralleluniversum

Medien wie die „Junge Freiheit“, „Compact“ oder der Blog „Politically Incorrect“ positionieren sich klar rechts und AfD-nah. Weniger bekannt sind Websites wie „Sputnik“, „eigentümlich frei“ oder „Blaue Narzisse“. In den sozialen Medien stoßen sie oft auf beachtliche Resonanz. Auf den ersten Blick harmlos, entpuppen auch sie sich beim näheren Hinsehen als ideologisch mehr oder weniger AfD-affine Publika­tionen. Als Teile eines „rechten Paralleluniversums“ (Meedia) und Filterblase reaktionärer Verschwörungstheorien.
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Knapp daneben ist auch vorbei

Die Meinungsforschung hat derzeit keinen leichten Stand. Ob Brexit-Abstimmung, Trump-Wahl oder der fulminante Einzug der AfD in diverse Landtage: Allerorten wird den Forschungsinstituten Totalversagen vorgeworfen, gern von Journalistinnen und Journalisten. Aber schauen diese auch richtig hin? Und welche Macht haben Wahlumfragen überhaupt?
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Journalisten angemessen vergüten

M | Eine Medienpolitik „von Großen für Große” urteilten Sie vor vier Jahren über die medienpolitischen Vorhaben der Großen Koalition. Sehen Sie sich in dieser Befürchtung bestätigt? Tabea Rößner | Die GroKo hatte Großes vor, aber sie ist als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. Die an sich begrüßenswerte Bund-Länder-Kommission hat die eigentlichen Themen gar nicht angepackt. Etwa den Komplex der Intermediären, die Plattformregulierung. Die Frage, wie bindet man Netzwerke ein, eine Plattform wie zum Beispiel Facebook, die ja große Marktmacht hat und damit auch Meinungsmacht. Das Gleiche gilt für Intermediäre wie Google. Da vermisse ich den Mut, ein…
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Presseauskunftsgesetz auf der Agenda

M | Was betrachten Sie als wichtigste medienpolitische Leistung der Großen Koalition in der ablaufenden Legislaturperiode? Martin Dörmann | Die wichtigste Leistung war die finanzielle und damit programmliche Stärkung unseres Auslandssenders Deutsche Welle. Sie stellt auch in Diktaturen einen Zugang zu unabhängigen Informationen sicher. Das ist in der heutigen Zeit, in der Fake News, Propaganda und die Verfolgung von Journalisten zunehmen, von enormer Bedeutung. In Sachen Digitalisierung wurden zwar Fortschritte erzielt, allerdings – wie viele Experten monieren – auf Basis der wenig zukunftsträchtigen Kupfertechnologie. Halten Sie diese Kritik für berechtigt? Das…
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Mensch und Maschine

Digitalisierung hat Mediennutzung und Medienproduktion geprägt. Offensichtlich. Jetzt beginnt Künstliche Intelligenz, KI, die Medienarbeit und das Medienschaffen zu verändern. In der öffentlichen Diskussion und im politischen Diskurs überwiegt oft die angenommene Konkurrenz von Mensch und Maschine. Das kann manchmal dazu führen, eine Bestandsgarantie für Fließbandtätigkeiten in der Produktion, aber auch in der Wissensarbeit zu fordern, wobei wir doch viel interessantere Ergebnisse erzielen, wenn wir die maschinellen Vorteile mit den menschlichen Begabungen verbinden. So ist das auch mit der Nutzung von KI für Journalistinnen und Journalisten.
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Teamarbeit mit Zahlen

An der Technischen Universität Dortmund gibt es seit nunmehr drei Jahren den Studienschwerpunkt Datenjournalismus. Professor Holger Wormer beschreibt gegenüber M den Weg dorthin als notwendige Weiterentwicklung der universitären Ausbildung von Wissenschaftsjournalisten. Er ist überzeugt, dass künftig „Grundkenntnisse im Datenjournalismus zum Standard” im journalistischen Beruf gehören werden.
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Was ausfällt, fällt aus?

Dopingpraktiken, Krankenhauskeime, Spendengerichte, Sparkassen-Durchleuchtung oder „Euros für Ärzte” – Allianzen von Pharmaindustrie und Medizinern – das waren Themen, mit denen Correctiv, das „erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum” bereits Daten und Erkenntnisse lieferte, die Aufsehen erregten, weit verbreitet und mit Medienpreisen bedacht wurden. Folgen Correctiv-Recherchen einem Schema? Welche Zutaten sind obligatorisch? Woher kommen Ideen und Partner? Wie viel Personal steckt hinter einem Projekt und wie viel Technik? Und geht es nur um Daten? Zu erklärten Prinzipien des Portals gehört es, Quellen zu nennen und die eigene Arbeitsweise…
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Für alle Ausspielwege

Auf dem 30. Journalistentag von ver.di sprach Christina Elmer am Januar 2017 über ihre Arbeit in der datenjournalistischen Redaktion von Spiegel Online (SpOn). Die werde von einem Kernteam bestehend aus 2,2 Vollzeitstellen plus Volontär plus festen Freiem plus einer Projektstelle in einem Förderprojekt geleistet. Unterstützung komme zusätzlich von zwei Kollegen aus der Spiegel-Dokumentation, der Fact-Checking-Abteilung. Was die Disziplinen betreffe, so seien drei Physiker und zwei Stadtplaner mit an Bord, der Rest seien Journalist_innen. Interdisziplinarität, ein kennzeichnendes Merkmal datenjournalistischer Teams.
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